• Regelmäßig Eier zu essen, ist nicht so schädlich für den Körper wie gedacht
  • Studie: Eierkonsum senkt Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat frühere Empfehlung zu Eiern aufgehoben
  • Mythen rund um das Ei: Das solltest du über Eier wissen 

Der übermäßige Verzehr von Eiern könnte entgegen seines bisherigen Rufs gut für den Körper sein: Chinesische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen, die regelmäßig Eier essen, ein niedrigeres Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle aufweisen. Die Studie haben die Forscher im Fachmagazin "Heart" veröffentlicht.

Studie aus China: Ein Ei pro Tag senkt Schlaganfall-Risiko um ein Viertel

Bisher standen Eier eher in dem Ruf, genau solche Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall zu befördern. Sie wurden dafür verantwortlich gemacht, den Cholesterinspiegel im Körper zu erhöhen. Diesem Bild widerspricht nun die Studie der Forscher um Liming Li. Probanden, die ein Ei pro Tag aßen, hatten ein um 26 Prozent geringeres Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, der durch eine Hirnblutung entsteht. Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Krankheit sank im Versuch um 18 Prozent.

Die Forscher untersuchten dafür die Daten von 461.000 Studienteilnehmern. Das Ergebnis der Studie steht im Widerspruch zu früheren Ergebnissen und somit auch zu den Empfehlungen, an denen etwa die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) über längere Zeit festhielt.

So wurde lange Zeit stets dazu geraten, den Eierkonsum niedrig zu halten und maximal drei Eier pro Woche zu verzehren. Damit waren aber nicht nur die Frühstückseier gemeint, sondern jegliche Form von Eiern, also auch verarbeitet, zum Beispiel in Nudeln oder Mayonnaise.

Zweifel an der Eierskepsis: "Derzeit keine Obergrenze"

Die Studie der chinesischen Wissenschaftler reiht sich ein in jüngere Studien, die allesamt Zweifel an der Eierskepsis aufkommen lassen. Zwar ist nicht erwiesen, dass allein der Eierkonsum das Risiko für schwere Krankheiten wie Herzinfarkte senkt, der Schaden jedoch ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so groß, wie bislang angenommen wurde.

In den neuen Regeln für vollwertige Ernährung, die im Jahr 2019 aktualisiert wurden, strichen die DGE-Experten deshalb den Eier-Warnhinweis. "Anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse im Zusammenhang mit Krankheitsrisiken kann derzeit keine Obergrenze für den Eierverzehr abgeleitet werden.

Maßvoll genossen, können Eier den Speiseplan ergänzen und Bestandteil einer vollwertigen Ernährung sein", erklärt die DGE auf ihrer Internetseite.  Wenn gesunde Menschen - etwa zu Ostern - mehrere Eier am Tag essen, sei dies gesundheitlich wohl nicht bedenklich.

Mythen rund um das Ei: Ist Cholesterin gefährlich?

Manche Lebensmittel oder ihre Inhaltsstoffe haben einfach ein schlechtes Image - sie gelten als ungesund oder gar gesundheitsschädlich. Ein solcher Stoff ist Cholesterin - gefährlich soll es sein. Aber stimmt das eigentlich? Nicht per se, sagt Prof. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Leiterin vom Arbeitsbereich Ernährungswissenschaften der Medizinischen Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselmedizin an der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

Cholesterin ist ein lebensnotwendiger Stoff, der vom Körper selbst gebildet wird. Er dient der Hormon- und Vitamin-D-Bildung. Zum Problem werde Cholesterin erst, wenn zu viel davon vorhanden ist, erläutert Steinhagen-Thiessen. Für gesunde Menschen gilt die Empfehlung: "Nicht mehr als 300 Milligramm Cholesterin am Tag" - das entspricht etwa einem Hühnerei. Der Körper braucht Cholesterin. Unter anderem schleust es Botenstoffe in die Zellmembran ein. Deshalb stellt der Organismus, vor allem in der Leber, selbst Cholesterin her.

Problematisch wird es, "wenn jemand täglich zwischen 600 und 800 Milligramm zu sich nimmt". Eier, Butter, Fleisch oder Wurst enthalten viel Cholesterin: ein Ei je nach Größe etwa 250 Milligramm.

Besteht Eiweiß aus Eiweißen - und ist die Farbe des Dotters wichtig?

Ja, aber nicht ausschließlich. Denn das dünnflüssige Eiklar - umgangssprachlich auch Eiweiß genannt - enthält zu 90 Prozent Wasser. Der Rest sind Vitamine, Mineralstoffe und Proteine, die auch oft Eiweiße genannt werden. Der Proteingehalt im Eigelb ist allerdings sogar höher als im Eiklar.

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Die Farbe des Dotters reicht je nach der Fütterung der Henne von hellem Gelb bis zu tiefem Orange. An Geschmack, Frische, Nährwert oder Qualität ändert das allerdings nichts. Für ein dunkles, von Verbrauchern besonders geschätztes Eigelb mischen Erzeuger mitunter natürliche Farbstoffe - sogenannte Carotinoide - ins Grünfutter.

Warum legen Hennen weiße oder braune Eier?

Das ist genetisch bedingt. Eier können weiß, braun, grünlich oder rötlich sein - je nachdem, welche Farbpigmente in der Kalkschale eingelagert sind. Diese stammen aus speziellen Drüsen des Huhns, die für die Schalenbildung verantwortlich sind. Rote Pigmente kommen aus dem Blut, gelbe aus der Galle. Vermischen sie sich, entsteht braun.

Und nein, zwischen Gefieder- und Eierfarbe gibt es keinen Zusammenhang. Um vom Aussehen der Hühner auf die Schalenfarbe schließen zu können, muss man schon etwas genauer hinschauen. Und zwar auf die Hautlappen unter dem Ohr, die Ohrscheiben.

Sind diese bei reinrassigen Hühnern weiß, so sind dies meist auch ihre Eier. Haben sie rote Ohrscheiben, ist die Schale in der Regel braun.

Sind braune Eier gesünder - und sind Bio-Eier meistens braun?

In der Zusammensetzung der Nährstoffe unterscheiden sich die Varianten nicht. Dass es vor allem braune Bio-Eier gibt, hängt vor allem mit der Gewohnheit der Verbraucher zusammen: Sie verbinden weiße Schalen immer noch zumeist mit Käfighaltung.

Diese Annahme bedient die Geflügelindustrie, indem meist braune Eier in den Handel kommen, weiße hingegen eher in Bäckereien, Großküchen und Lebensmittelbetriebe. Ganz allgemein gibt es in Deutschland sowieso weniger weiße Exemplare - sieben von zehn Eiern sind nach Angaben des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft braun.

Anders sei es etwa in vielen skandinavischen Ländern: Dort bevorzugten die Käufer weiße Eier, so der Verband.

Gute Nachrichten für Eier-Liebhaber: Hormon sorgt für Sättigungsgefühl 

Ein Vorteil von Eiern lässt sich schon mal nicht von der Hand weisen: Sie halten lange satt, da der Körper durch Eierkonsum ein Sättigungshormon ausschüttet.

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