• Light, Zero oder kalorienreduziert, aber auch "normale" Limonaden: So ungesund sollen Softdrinks mit Süßstoffen sein
  • WHO Langzeitstudie bringt erschreckende Ergebnisse
  • Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Risiko deutlich erhöht

Schockierendes Ergebnis einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO): Softdrinks mit künstlichen Zuckerzusätzen und auch zuckerhaltige Getränke können das Risiko eines Herzinfarktes drastisch erhöhen und somit sogar bis zum Tod führen. In einer Langzeitstudie mit über 450.000 Teilnehmern haben Forscher*innen der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) über 16 Jahre hinweg getestet, wie sich der übermäßige Konsum von Light-Getränken auf die Gesundheit auswirkt.

Coca-Cola, Fanta und Co: Höheres Sterberisiko durch Softdrinks mit Zuckerersatz

Die Ergebnisse wurden im US-amerikanischen Fachblatt "JAMA Internal Medicine" veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass vor allem Softdrinks mit Zuckerersatzstoffen das Risiko für Herzerkrankungen drastisch erhöhen - bei zwei Gläsern am Tag sogar um 50 Prozent. 

Insgesamt wurden 451.743 Menschen aus zehn europäischen Ländern zu ihren Ernährungs- und Lebensgewohnheiten befragt und beobachtet. In dieser Zeit starben 41.693 Probanden, davon 9,3 Prozent derjenigen, die weniger als ein Erfrischungsgetränk pro Monat tranken und 11,5 Prozent der Personen, die zwei oder mehr 250-ml-Gläser pro Tag tranken.

Auch zuckerhaltige Soft-Getränke seien laut Studie ungesund und erhöhten das Sterberisiko aufgrund von Magen-Darm- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Light-Getränke als Schlaganfall-Risiko 

Bei einer International Stroke Conference der American Stroke Association (Amerikanische Gesellschaft für Schlaganfälle) in Los Angeles wurden Forschungsarbeiten präsentiert, denen zufolge die Leidenschaft für Diät-Limonaden das Risiko für Gefäßerkrankungen und hier vor allem für Schlaganfälle drastisch erhöhen könne. Das geht aus der Northern Manhattan Study (NOMAS) mit 2564 Teilnehmern hervor. 

Süßstoffe sind laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (dge) "synthetisch hergestellte oder natürliche Verbindungen, die als energiefreier Zuckerersatz dienen. Ihre Verwendung soll die geschmackliche Qualität von zuckerfreien bzw. energiereduzierten Lebensmitteln verbessern."

Ob künstlich gesüßte Getränke gesundheitsschädlich sind, ist schon seit längerer Zeit umstritten. Die dge sieht in Süßstoffen ein hilfreiches Mittel zur Reduktion der Energieaufnahme, dabei müsse aber auf die gesundheitliche Unbedenklichkeit geachtet werden. Die ist laut der aktuellen US-Studie bei gesüßten Softdrinks aber scheinbar nicht gegeben.

Erhöhung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Todesursache um 50 Prozent

Bei der Untersuchung der einzelnen Todesursachen der Studienteilnehmer*innen stellten die Forschenden fest, dass das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, sogar um die Hälfte erhöht ist. Auch das Risiko einer Magen-Darm-Erkrankung sei bei dem Verzehr von Softdrinks mit Zuckerzusatz erhöht gewesen.

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Zu diesem Schluss kommt auch eine Studie der Anglia Ruskin Universität: „Es gibt viele Bedenken über den Konsum von künstlichen Süßstoffen, wobei einige Studien zeigen, dass Süßstoffe die Schicht von Bakterien, die den Darm unterstützen, bekannt als die Darm-Mikrobiota, beeinflussen können“, sagt Studienleiter Dr. Havovi Chichger im  International Journal of Molecular Sciences.

Die häufig verwendeten Süßstoffe Saccharin, Sucralose und Aspastartam können Darmbakterien  pathogen machen. Das bedeutet, dass die eigenen Darmbakterien in Darm eindringen und ihn schädigen. Das Resultat seien Infektionen, Sepsis und Multiorganversagen, sagt Chichger. 

Erhöhtes Krebsrisiko durch Süßstoffe 

Die französische Ernährungsepidemiologin Mathilde Touvier erforscht zudem die Auswirkungen von künstlichen Süßungsmitteln auf das Krebsrisiko. Dazu vergleicht Touviers Team die Daten zu medizinischer Vorgeschichte und Ernährung aus der NutriNet-Santé Studie mit Informationen aus Krebsdiagnosen.

Von mehr als 100.000 Erwachsenen, die seit 2009 an der NutriNet-Santé Studie teilgenommen haben, wurden etwa 3.300 mit Krebs diagnostiziert. Knapp 600 Betroffene konsumierten zugleich künstliche Süßstoffe in gesteigertem Maß.

Touviers Forschungen zeigen, dass extremer Konsum von Süßstoffen zu einem durchschnittlich 13 Prozent erhöhtem Krebsrisiko führen kann. Besonders das Risiko für Brust-, Darm-, und Magenkrebs könnte gesteigert werden. 

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