Die erneute Insolvenz einer großen Baumarktkette kam für viele Kunden überraschend. Für rund die Hälfte der Filiale scheint keine Rettung mehr möglich - jetzt startete ein großer Ausverkauf der Ware.
Die Baumarktkette Hammer ist in die Insolvenz gerutscht - nur wenige Monate nach einer vermeintlichen Rettung durch Investoren. Betroffen sind über 1100 Beschäftigte und 87 Filialen in ganz Deutschland. Das Amtsgericht Bielefeld hat laut Pressemitteilung der Kanzlei Pluta am 27. Januar 2026 die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Hammer Raumstylisten GmbH angeordnet.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, ist dies bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit. Im Juni 2025 hatte bereits die Unternehmensgruppe Brüder Schlau GmbH & Co KG beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Auch eine Traditionsbrauerei aus Oberfranken musste den schmerzhaften Schritt jetzt gehen.
Update vom 18.03.2026: Nach Hammer-Insolvenz - Räumungsverkauf startet
Nach der überraschenden Insolvenz startet die Baumarkt-Kette Hammer nun in gut der Hälfte ihrer Filialen einen Räumungsverkauf. Dies berichtete das Portal T-Online unter Berufung auf lokale Medien am Dienstag (17. März 2026). Betroffen sind demnach vor allem Standorte in Hessen und Nordrhein-Westfalen. Demnach sollen Ende März und Anfang April insgesamt 44 der 87 Standorte schließen, bis dahin wurden Preisnachlässe von bis zu 50 Prozent ausgeschrieben. Betroffen seien unter anderem die Filialen in Gießen, Bad Hersfeld, Hamm-Bockum-Hövel und im sauerländischen Arnsberg, wie T-Online berichtet.
Die Hammer-Mutter Brüder Schlau Gruppe hatte Ende vergangenen Jahres unerwartet Insolvenz angemeldet. Seitdem hatte der Insolvenzverwalter rund 300 potenzielle Investoren angesprochen, jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Nur zwei Interessenten wollten den Fachbetrieb aufrechterhalten, jedoch mit reduzierter Filialzahl. "Da für rund die Hälfte der Filialen kein Interessent für die Fortsetzung des Hammer-Fachmarkt-Konzepts zur Verfügung steht, muss in diesen Filialen jeweils der Räumungsverkauf eingeleitet werden, um diese Flächen für andere Konzepte freizuziehen", zitiert T-Online den Insolvenzverwalter Stefan Meyer.
Die Kette Hammer betreibt ihre Filialen bisher bundesweit, außer in Bayern und Baden-Württemberg. Insgesamt sind rund 1200 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen und bangen nun um ihre Jobs.
Update vom 06.02.2026: Infos an Hammer-Kunden - wie steht es um die Filialen?
Nach der Hammer-Insolvenz stellt sich jetzt unter anderem die Frage, wie es mit den Filialen weitergeht. Unter anderem im sächsischen Glauchau betreibt Hammer einen Standort, der einem Bericht der Freien Presse zufolge nach einem Ausverkauf im Dezember umgestaltet worden war. Wie das Unternehmen gegenüber der Lokalzeitung mitteilt, bleibe die dortige Filiale vorerst weiter geöffnet. Das war auch der Stand kurz nach Bekanntwerden der Insolvenz.
"Alle zum Zeitpunkt der Antragstellung betriebenen 87 Filialen bleiben während des Insolvenzantragsverfahrens weiter geöffnet. Die Kundinnen und Kunden können ihre Einkäufe wie gewohnt in den Filialen tätigen. Die laufenden Liefer- und Serviceprozesse sollen so ungestört wie möglich fortgeführt werden", erklärt ein Unternehmenssprecher die Hintergründe gegenüber der Westfalenpost. Auf der Website wendet sich Hammer direkt an seine Kunden. "Uns ist wichtig, offen und transparent mit Ihnen umzugehen. Die Hammer Raumstylisten GmbH hat am 27. Januar 2026 einen Insolvenzantrag gestellt. Ziel dieses Verfahrens ist es, das Unternehmen nachhaltig zu stabilisieren und langfristig weiterzuführen", heißt es.