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Ernährung

Gemeine Falle für Veganer und Vegetarier: So erkennt man tierische Inhaltsstoffe in Lebensmitteln

Immer mehr Menschen wollen sich bewusst, gesund und zudem fleischlos ernähren. Wichtig dabei ist auch, auf die Inhaltsstoffe der Produkte zu achten. Denn oft ist es nicht leicht, wirklich tierfreie Nahrung zu erkennen. inFranken.de hilft beim genauen Hinschauen.
 
Auch im Brot können sich tierische Inhaltsstoffe befinden. Hinter E920 verbirgt sich L-Cystein, das aus Schweineborsten uns Vogelfedern gewonnen wird. Symbolfoto: leno2010/Adobe Stock
Auch im Brot können sich tierische Inhaltsstoffe befinden. Hinter E920 verbirgt sich L-Cystein, das aus Schweineborsten uns Vogelfedern gewonnen wird. Symbolfoto: leno2010/Adobe Stock

Wer sich gesund und vor allem tierfrei ernähren will, muss gut informiert sein. Oft genügt es aber nicht, sich die angegebenen Inhaltsstoffe auf den Produkten anzuschauen. Wer sichergehen will, dass er sich tatsächlich vegetarisch oder vegan ernährt, muss wissen, was sich hinter dem Buchstaben- und Zahlensalat in der Zutatenliste verbirgt.

Kristina Gerlitz, Trendscout und Kommunikationsexpertin vom Nürnberger Portal speisekarte.de erklärt, wo es zu bösen Überraschungen kommen kann und worauf man achten muss.

Schildläuse in Süßigkeiten

Wie kommt eigentlich die Farbe in Fruchtgummi, Marmelade oder Bonbons? Rote Farbe wird oft mit Hilfe von weiblichen Schildläusen erzeugt. Die werden - meist in Lateinamerika - eigens zur Verwendung als Farbmittel gezüchtet, gekocht, getrocknet und dann zerrieben beigemischt. Dieser sogenannte echte Karmin verbirgt sich hinter dem Kürzel E120.

Handelt es sich um synthetischen Karmin, der ohne Schildläuse hergestellt wird, ist das an der Auszeichnung durch E124 zu erkennen. Weiter weist Gerlitz darauf hin, dass es dabei nicht alleine um eine vegetarische Ernährung geht, denn nicht selten werde durch den roten Farbstoff eine allergische Reaktion ausgelöst.

Können Wein und Saft nicht vegan sein?

Morgens einen gesunden Saft und abends einen guten Wein? Aber Vorsicht - denn auch wenn man davon ausgeht, dass viele Getränke doch vegan sein müssten, heißt das nicht in jedem Fall, dass für die Produktion ganz auf tierische Produkte verzichtet wurde. So kann es durchaus der Fall sein, dass zwar im fertigen Produkt keine tierischen Inhaltsstoffe vorhanden sind, diese jedoch zur Herstellung benutzt wurden.

Bei der Klärung von Flüssigkeiten kommen häufig Fischblasen und Gelatine zum Einsatz. Für den Verbraucher ist das aber oft nicht nachvollziehbar, weil eine entsprechende Kennzeichnungspflicht fehlt. Wer daher ganz sichergehen will, rät Gerliltz, sollte auf das V-Label achten oder sich direkt beim Produzenten informieren.

Schweineborsten im Brot

Auch Backwaren können tierische Produkte enthalten. Die Aminosäure L-Cystein unterstützt die Konsistenz des Teigs, damit sich dieser leichter kneten lässt. Der Zusatzstoff wird aber auch Schweineborsten und Vogelfedern gewonnen. Erkennbar ist die Verwendung an der Kennzeichnung E920 - allerdings höchstens bei verpackten Backwaren.

Weil die Borsten, ähnlich wie die Gelatine bei Wein und Saft, nur ein technisches Hilfsmittel sind, muss deren Verwendung nicht eigens gekennzeichnet werden. Viele Bäckereien, informiert speisekarte.de, böten mittlerweile ein immer größer werdendes Sortiment an veganen Broten und Broten an. Um ganz sicherzugehen, empfiehlt Gerlitz: Nachfragen.

Kurzum: Es lohnt sich also, die Zutatenliste der industriell hergestellten Produkte zu studieren. Denn auch wenn viele tierische Inhaltsstoffe einem bestimmten Zweck in der Produktion dienen, gibt es mittlerweile doch ausreichend synthetische oder pflanzliche Alternativen.