• Was ist Fructose überhaupt
  • Was ist eine Fructoseintoleranz
  • Symptome einer Fructoseintoleranz
  • Was du gegen eine Fructoseintoleranz unternehmen kannst
  • Fazit

Du isst gerne Obst und Gemüse und trinkst Fruchtsäfte? Leidest aber häufig danach an Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit oder Durchfall? Dann könnte eine sogenannte Fruchtzuckerunverträglichkeit oder Fruchtzuckerintoleranz der Grund dafür sein. Auch wenn man es den Produkten oft nicht auf den ersten Blick ansieht, enthalten die meisten Nahrungsmittel mehr Zucker als uns lieb ist. Fruchtzucker befindet sich in zahlreichen Lebensmitteln und auf den ersten Blick ist eine Unverträglichkeit gar nicht so einfach festzustellen. Eine Fructoseintoleranz betrifft inzwischen immer mehr Menschen, inzwischen leiden fast 40 Prozent der westlichen Bevölkerung darunter. 

Was ist Fructose überhaupt?

Fruchtzucker, auch Fruktose/Fructose genannt, kommt in zahlreichen Lebensmitteln vor. Er verleiht ihnen in der Regel die Süße und steckt hauptsächlich in Obst, Fruchtsäften, Marmelade, Honig, einigen Sirupen sowie in zahlreichen Fertigprodukten, Fructose ist aber auch in Haushaltszucker, Limonade und Süßigkeiten enthalten. Sie wird im Dünndarm über Transportproteine aufgenommen und gelangt dann über die Blutbahn in die Leber. Fructose liefert keine direkt verfügbare Energie und hat keine Auswirkung auf den Insulinspiegel. Allerdings ist unser Körper ernährungstechnisch auch gar nicht auf Fructose angewiesen, weshalb der menschliche Stoffwechsel von großen Mengen überfordert ist, lediglich 25 bis 50 Gramm können problemlos verwertet werden. Die überschüssige Menge wird stets in den Dickdarm geleitet und kann dort, auch bei gesunden Menschen, Blähungen und Bauchschmerzen verursachen. Fructose kommt in verschiedenen Formen vor. Einmal in freier Form als Einfachzucker (Monosaccharid) in der Nahrung, also in Obst, Gemüse, Obstsäften und Honig. Hier besteht sie aus einem einzigen Zuckermolekül. Zu den Einfachzuckern gehören auch Traubenzucker, Fruchtzucker und Schleimzucker, aber Monosaccharide finden sich auch in industriell gefertigten Getränken, Süßigkeiten oder Fertigprodukten.

Weiter gibt es Fructose als Zweifachzucker (Disaccarid), wobei hier Fructose zusammen mit Glucose den üblichen Haushaltszucker bildet, der sehr häufig verwendet wird und in zahlreichen Speisen und Getränken enthalten ist. Disaccaride bestehen aus zwei Einfachzuckermolekülen, hierzu zählen unter anderem Milchzucker, Rohr- und Rübenzucker oder Malzzucker (Maltose). Dieser entsteht beim Keimen von Getreide und ist unter anderem in Nudeln, Kartoffeln oder auch Bier enthalten.

Fructose kommt zusätzlich auch als Mehrfachzucker (Polysaccharide) vor. Dieser besteht aus vielen, fest miteinander verbundenen Fructosemolekülen, mindestens aus zehn Einfachzuckermolekülen, wie zum Beispiel Inulin oder der Levan Typ, der in geringen Mengen auch in heimischen Gemüsesorten wie Spargel, Lauch, Knoblauch oder Zwiebeln enthalten ist. Zu Mehrfachzuckern zählen weiter Stärke, Dextrine, Glykogen oder Ballaststoffe.

Was ist eine Fructoseintoleranz?

Von einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit ist die Rede, wenn zum Beispiel Fruchtzucker einfach nicht so gut vertragen wird. Man spricht dagegen von einer Intoleranz, wenn der Körper einen bestimmten Stoff nicht richtig abbauen kann, weil ihm dazu das nötige Enzym fehlt. Die Fruchtzuckerunverträglichkeit ist im Vergleich zu einer Intoleranz weiter verbreitet, hier kann der Darm nur begrenzte Mengen an Fructose aufnehmen, jedoch normal verstoffwechseln, wobei auch hier ein Enzymmangel eine Rolle spielen kann. Eine Erkrankung liegt dann vor, wenn der Körper ungewöhnlich geringe Mengen (unter 25 Gramm) an Fruchtzucker im Dünndarm nicht verwerten kann oder wenn gar kein Fruchtzucker verstoffwechselt werden kann. Hier sprechen Ärzte auch von einer "hereditären Fructoseintoleranz".

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In der Schleimhaut des Dünndarms befinden sich kleine Transporteiweiße (sogenannte GLUT), über welche die Nährstoffe aus dem Darminneren ins Blut gelangen. Auch Fruktose wird so transportiert, jedoch können die Transporteiweiße nur eine begrenzte Menge an Fruktose aufnehmen. Wie viel der Körper letztendlich transportieren kann, ist sehr individuell. Ist die Transportobergrenze erreicht, gelangt Fruktose unverdaut in den Dickdarm. Dort ansässige Bakterien nutzen diese als Energielieferanten und spalten den Zucker auf. Dabei entstehen Gase und kurzkettige Fettsäuren, welche die typischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall auslösen können. Auch werden die Gase zum Teil in das Blut aufgenommen und über die Lunge abgeatmet, hier kann ein sogenannter Atemtest den Konzentrationsanstieg des Gases in der Atemluft messen und so eine mögliche Diagnose bezüglich einer Fruktoseintoleranz gestellt werden.

Eine weitere Ursache einer Fructoseintoleranz kann neben einer Transportobergrenze der GLUTs auch eine zu schnelle Verdauung sein, das heißt der Speisebrei durchläuft den Dünndarm zu schnell. Es können weiter zu wenig Transportproteine vorhanden sein oder diese von Natur aus nur eingeschränkt leistungsfähig sein. Magen-Darm-Infektionen oder gar eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, welche die Darmwand angreift, wie Morbus Crohn, können ebenfalls eine Intoleranz für Fruktose auslösen. Eine Fructoseintoleranz ist zwar nicht heilbar, aber durch eine Ernährungsumstellung können Betroffene ein weitgehend beschwerdefreies Leben führen. 

Symptome einer Fructoseintoleranz

Neben Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall können weitere Symptome auftreten, die auf eine Fruktoseintoleranz schließen lassen. Zur endgültigen Abklärung sollte jedoch unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Zunächst hängen die Symptome einer Fructoseintoleranz davon ab, ob die Erkrankung angeboren oder erworben ist. Eine angeborene und vererbte Fructoseintoleranz wird, wie bereits erwähnt, auch Hereditäre Fruktoseintoleranz genannt und ist eher selten. Diese Art der Intoleranz wird durch einen genetisch bedingten Enzymdefekt verursacht, der zu einer Unverträglichkeit von Fructose- und Saccharose-haltigen Lebensmitteln führt. Unbehandelt kann dieser Defekt zunächst zu einer Unterzuckerung führen, später zu Leber-, Augen- und Nierenschäden. Die hereditäre Fruktoseintoleranz zeigt sich bereits früh, denn kleinste Spuren von Fructose finden sich in der Muttermilch oder in dem Folgemilchpulver. Neben Übelkeit und Erbrechen, treten häufig Kopfschmerzen und Konzentrationsprobleme auf, Gerinnungsstörungen und eine Unterzuckerung sind weiter Folgen der angeborenen Intoleranz. Schwächegefühl, Schwitzen, Schwindel, oder Krampf- und Ohnmachtsanfälle sind ebenso Symptome. Hier sollte unbedingt auf Fructose verzichtet werden. Ein frühzeitiges Erkennen der chronischen Erkrankung in Kombination mit einer fruktosefreien Diät kann den Verlauf abmildern.

Daneben gibt es die sogenannte Fruktosemalabsorption, die erworbene Fruchtzuckerunverträglichkeit. Hier handelt es sich um eine Störung des Glucosetransporters GLUT 5, wodurch die Aufnahme von Fruchtzucker im Dünndarm gestört ist und der Zucker in den Dickdarm gelangt, wo er von Bakterien abgebaut wird. Völlegefühl, Blähbauch und Bauchschmerzen vor allem im Unterbauch, die sich bis zu Krämpfen steigern, können hier erste Anzeichen für eine Fruktosemalabsorption sein. Neben hörbaren Bauchgeräuschen und Übelkeit, kann auch Durchfall und/oder ein veränderter, breiiger oder schleimiger Stuhl Hinweise auf eine Unverträglichkeit geben. Auch Verstopfung, Sodbrennen, saures Aufstoßen oder gar eine extreme Müdigkeit, vor allem nach dem Essen, können auf eine Intoleranz hinweisen. Ein Nährstoffmangel kann weiter eine Folge der erworbenen Fruchtzuckerunverträglichkeit sein, da etwa Zink oder Folsäure nicht richtig aufgenommen werden können. Dies kann zu weiteren Symptomen wie Haarausfall, Blutarmut oder Kopfschmerzen führen. Häufig entwickelt sich neben einer Fructoseintoleranz auch eine Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz). Weiter kann sich eine Fructoseintoleranz vermutlich sogar auf die Psyche auswirken, hier vermuten Wissenschaftler, dass durch den Mangel nicht ausreichend Serotonin gebildet werden kann, was unter anderem zur Entstehung einer Depression beitragen kann.

Allgemein kann man sagen, dass bei einer Fruktoseintoleranz die Symptome vor allem dann auftreten, wenn viel Fruktose in größeren Mengen konsumiert wurde. Wann genau die Beschwerden auftreten und wie lange sie andauern, ist individuell verschieden. Meistens werden sie durch eine ungünstige Nahrungszusammensetzung verstärkt, zum Beispiel wenn die Nahrung viel Fruchtzucker, aber wenig Eiweiße und Fette enthält. Generell kann man empfehlen, Fruchtzucker zusammen mit Traubenzucker zu verzehren und auf eine vernünftige Zufuhr zu achten, allerdings gibt es auch hier keine konkreten Grenzwerte für die Zufuhr von Fructose bei einer Fructosemalabsorption. 

Was man gegen eine Fructoseintoleranz unternehmen kann

Wenn du der Meinung bist, du könntest möglicherweise um eine Fruchtzuckerunverträglichkeit haben, so solltest du zunächst deinen Hausarzt oder deine Hausärztin aufsuchen. Diese*r kann erste Testungen durchführen oder dich an Spezialisten überweisen. Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, die Diagnose Fructoseintoleranz zu stellen.

Zunächst wird die Krankengeschichte und die Art der Symptome, deren Intensität und Dauer abgefragt. Ein weiterer Aspekt ist Erfragung der Ernährung und des täglichen Speiseplans. Danach wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt, der Bauch wird abgetastet und abgehört, um ungewöhnliche Geräusche ausschließen zu können. Häufig folgt dann eine Blutuntersuchung und ein Fructoseintoleranz-Test, auch H2-Atemtest genannt. Mithilfe des Wasserstoff-Atemtests kann geprüft werden, ob der verzehrte Fruchtzucker in den Dickdarm gelangt ist. Durch die Zersetzung des Fruchtzuckers durch die Bakterien im Dickdarm entsteht nämlich Wasserstoff. Diese winzigen Moleküle gelangen dann ins Blut und werden über die Lunge ausgeatmet, weshalb der Wasserstoffgehalt sich in der Atemluft bestimmen lässt. Zunächst misst der Arzt oder die Ärztin den Basalwert (Ausgangswert) für den Wasserstoff in der Atemluft. Hierfür musst du kräftig in ein Messgerät pusten. Im Anschluss wird ein Glas Wasser getrunken, welches 25 Gramm aufgelösten Fruchtzucker enthält. Innerhalb der nächsten zwei Stunden misst der Arzt in regelmäßigen Abständen den Wasserstoffgehalt im Atem und hält die Werte und Symptome fest. Steigt der Wert ein oder zweimal aufeinanderfolgend auf mehr als 20 ppm über den Ausgangswert, deutet dies auf eine Fructoseintoleranz hin. Hier gibt es jedoch eine Ausnahme, da manche Menschen gar keinen Wasserstoff ausstoßen. Bei diesen Personen bilden die Bakterien im Dickdarm beim Zuckerabbau keinen Wasserstoff und der Wasserstoff-Atemtest fällt negativ aus, obwohl eine Fructoseintoleranz besteht. Zur deutlichen Abklärung hierfür gibt es den sogenannten Methan-Test, der Methan in der Atemluft misst, da bei einigen Menschen die Darmbakterien Fructose nicht in Wasserstoff, sondern in Methangas umwandeln.

Um ein möglichst aussagekräftiges Testergebnis zu erhalten, solltest du 24 Stunden vor dem Test keine blähenden und süßen Nahrungsmittel zu dir nehmen und 12 Stunden vor dem Test nur noch Wasser trinken, nicht rauchen, keinen Kaugummi kauen und auf Sport verzichten. In der Regel finden die Testungen am frühen Vormittag statt. Mittlerweile gibt es auch Fructoseintoleranz-Tests für zu Hause, hier solltest du jedoch beachten, dass diese kaum Aussagekraft besitzen und die Testproben in der Regel nicht richtig gelagert werden können.

Fazit

Auch wenn eine Fructoseintoleranz häufiger vorkommt als gedacht, so sollte generell auf eine bewusste und gesunde Ernährung geachtet werden. Fructose ist nämlich nicht nur in vielen Fertigprodukten enthalten, oft finden sich die eher ungesunden Verbindungen auch in Diabetiker- oder Lightprodukten, wo Fructose oft als Süßungsmittel verwendet wird, weshalb hier besonders darauf geachtet werden sollte. 

Auch wenn sich nicht hinter jedem Völlegefühl oder Blähbauch eine Fructoseintoleranz verbirgt, so sollte doch bei häufigen und intensiven Symptomen zügig ein Arzt aufgesucht werden, denn wird eine Fructoseintoleranz zu spät bemerkt, so kann das weitreichende Folgen haben. Da die Intensität der Beschwerden bei jedem verschieden ist, entwickelt nicht jede*r Patient*in mit Fruktoseintoleranz sämtliche Symptome. Eine obst- bzw. fructosefreie Dauerernährung ist nur bei hereditärer Fructoseintoleranz zu empfehlen. Im Fall einer erworbenen Fruchtzuckerunverträglichkeit wird Betroffenen geraten, eine Zeit lang auf Fructose zu verzichten. Nach einer Phase von fructose- und sorbitfreien Kost kann wieder mit kleinen Mengen begonnen werden, um herauszufinden, ob und welche Nahrung ohne Beschwerden vertragen wird. Mittlerweile gibt es zahlreiche Listen mit Lebensmitteln und Produkten, die Fructose und Fruktane enthalten.

Etwa 20 Prozent der Menschen mit einer Fruktoseintoleranz besitzen gleichzeitig eine Laktoseunverträglichkeit. Hier ist genau darauf zu achten, denn die typischen Beschwerden beider Erkrankungen können sich ähneln und sollten ärztlich abgeklärt werden. Oft ist hier eine Ernährungsberatung sinnvoll, wo zusammen mit den Patienten ein individueller Speiseplan erarbeitet werden kann. Oft kann eine minimale Umstellung einen großen Erfolg bringen. Beim Einkaufen sollte stets die Zutatenliste kontrolliert werden, da auch bereits kleinste Mengen an Zuckeraustauschstoffen die Intoleranz begünstigen können. Es gibt auch frei verkäufliche Produkte für Menschen* mit einer erworbenen Fruchtzuckerintoleranz, die Fruchtzucker in leichter verdauliche Bestandteile umwandeln und bereits bei einer leichten Intoleranz unterstützend wirken können. 

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