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Gesundheit

Alzheimer heilen: Neue Behandlungsmethode gegen Demenz entwickelt

Rund 1,2 Millionen Deutsche leben mit Alzheimer. Die Krankheit gilt als häufigste Form der Demenz - bisher konnte noch kein Heilmittel gefunden werden. Eine Behandlung durch elektromagnetische Impulse scheint vielversprechend. Doch was hat es damit auf sich?
 
Heilung von Alzheimer durch elektromagnetische Impulse? NeuroEM Therapeutics forscht. Symbolbild: Adobe Stock
Heilung von Alzheimer durch elektromagnetische Impulse? NeuroEM Therapeutics forscht. Symbolbild: Adobe Stock

Alzheimer betrifft rund 1,2 Millionen Menschen in Deutschland und ist somit die häufigste Form der Demenz. Sie wurde erstmals im Jahre 1906 wissenschaftlich beschrieben und es ist bis heute niemandem gelungen, ein Heilmittel zu finden. Das Forschungsinstitut NeuroEM Therapeutics aus Phoenix führte nun eine klinische Studie durch, in der sie elektromagnetische Impulse gegen Alzheimer einsetzten. Sie kamen zu spannenden Ergebnissen:

Verklumptes Protein und Ansammlung von Proteinplaques ausschlaggebend für Alzheimer

Um effizient forschen zu können, haben Wissenschaftler sich bei der Suche nach der Ursache von Alzheimer auf zwei Faktoren beschränkt: die Ansammlung von Proteinplaques (Amyloid-Beta) sowie die Verklumpung des Proteins "Tau" im Gehirn der Betroffenen. Beide Faktoren werden mit der Abtötung von Neuronen im Hirn in Verbindung gebracht und führen somit zu einer fortschreitenden kognitiven Dysfunktion.

 

Um Alzheimer heilen - oder zumindest bessern - zu können, muss also eine Lösung gegen beide Ursachen gefunden werden. NeuroEM Therapeutics probierte sich aktuell an einer neuen Methode, welche mit Hilfe von elektrischen Impulsen gegen die Verklumpung des Proteins und die Proteinplaques vorgehen soll.

Transkranielle elektromagnetische Behandlung (TMS) getestet

Als transkranielle elektromagnetische Behandlung, oder auch transkranielle Magnetstimulation (TMS), bezeichnet man ein Vorgehen, bei dem "durch den Schädel hindurch" Bereiche des Gehirns mit Hilfe starker Magnetfelder stimuliert oder auch gehemmt werden.

Genau dies passierte auch in der Studie. Insgesamt acht Patienten mit einer leichten oder mittelschweren Form von Alzheimer trugen zur Behandlung eine Kopfbedeckung mit befestigten Magneten, welche elektromagnetische Impulse aussendeten. Der Sinn der Behandlung ist, dass die Proteinverklumpungen, welche bekanntlich kognitive Dysfunktion auslösen, durch die magnetische Stimulation abgebaut werden sollen.

Während der Testphase trugen die Teilnehmer die Kopfbedeckung zwei Mal täglich für jeweils eine Stunde über einen Zeitraum von zwei Monaten. Forscher meinen, dass zuvor blockierte Nervenzellen wieder funktionieren sollten, sobald die toxischen Verklumpungen der Proteine abgebaut wurden.

Sieben Patienten reagieren Positiv auf Behandlung

Nach der zweimonatigen Testphase kamen die Forscher zu einem positiven Ergebnis: sieben der acht Patienten wiesen eine Verbesserung ihrer Leistung in Bezug auf Gedächtnis, Verhalten, Stimmung, Aufmerksamkeit und Sprache auf.

Den Patienten wurde in der Studie ein Alzheimer-Schweregrad auf einer Skala von null bis 70 zugeordnet. Die Testphase brachte bei sieben der acht Patienten eine Verbesserung um mindestens vier Punkte auf der Skala. In der Regel kann man davon ausgehen, dass Betroffene sich in der Bewertung pro Jahr um etwa vier Punkte verschlechtern. Durch die Therapie wurde die Krankheit demnach um ein Jahr aufgehalten.

Die Studie und neue Form der Behandlung steht jedoch immer noch ganz am Anfang der Forschung und es kann noch nicht von einem Heilmittel für Alzheimer gesprochen werden. Wissenschaftler sind aber motiviert, die Studie weiter voranzutreiben und in der Zukunft an mehr Patienten auszutesten.