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Stilles Wasser bei Stiftung Wasentest: So schlecht sind Edelmarken wirklich

Geschmack, Qualität, Verpackung - die Stiftung Warentest hat in einem aktuellen Test insgesamt 32 stille Mineralwässer untersucht. Viele der günstigen Discounter-Marken schneiden dabei besonders gut ab, wohingegen zwei besonders teure Alternativen enttäuschen.
 
Mineralwasser
Welches Mineralwasser ist die beste Wahl? Edelmarken schneiden bei Stiftung Warentest erstaunlich schlecht ab. Foto: pixabay/Symbolbild
  • 32 stille Mineralwasser im Test bei Stiftung Warentest
  • Einige besonders günstige Mineralwasser-Sorten schneiden mit "sehr gut" ab 
  • Überraschende Testergebnisse: Teures Bio-Wasser bekommt ein "mangelhaft

Stille Wasser sind tief... gesund und lecker? Laut Stiftung Warentest ist das nicht unbedingt der Fall. Leider gestalten sich die Preise von Flaschenwasser oft nicht gerade niedrig. Aber sind diese Kosten vielleicht sogar gerechtfertigt, oder zahlt man in manchen Fällen nur für den Namen? Dieser Frage ist ein aktueller Test der Stiftung Warentest nachgegangen und hat im Zuge dessen stille Mineralwässer von diversen Anbietern überprüft. Die Noten "sehr gut" bis "mangelhaft" wurden dabei vergeben - einige Marken haben überrascht! 

Großes Angebot - große Unterschiede: Welche Mineralwässer wurden getestet? 

Ausreichend Wasser zu trinken ist vor allem im Sommer besonders wichtig, da die hohen Temperaturen die Schweißproduktion ankurbeln und der Körper so mehr Wasser verliert. Abhilfe schafft dabei das riesige Angebot an Mineralwässern im Supermarkt, das zuweilen überfordernd sein kann.

Die Stiftung Warentest hat daher in einer aktuellen Testreihe 32 Mineralwässer aus dem Handel unter die Lupe genommen. Untersucht wurden einige Eigenmarken der Discounter und deutschlandweit verkaufsstarke sowie regionale Marken. Zudem wurden auch fünf europäische Sorten überprüft.

Unter den Proben befanden sich auch bio-zertifizierte Produkte. Mit diesem Label kann ein Mineralwasser ausgezeichnet werden, wenn es bestimmte Schadstoffgrenzen deutlich unterschreitet und nicht aufbereitet werden muss. Außerdem ist ein ökologischer Landbau sowie die Förderung des Wasserschutzes Bedingung für ein Bio-Gütesiegel. 

Wasser im Test: Worauf wurde das Mineralwasser getestet und wie bewertet?

Aus den folgenden sechs Kategorien bildeten die Tester ein Qualitätsurteil, das die Endnote für die verschiedenen Wasser-Marken bestimmt.

Wir fassen für euch die Ergebnisse zu den einzelnen Kriterien zusammen: 

  • Geschmack: Hier schneiden alle getesteten Produkte mit "sehr gut" bis "gut" ab, eine Ausnahme stellt die "Landpark Bio-Quelle" dar, welche wegen eines kunststoffartigen Geschmacks nur mit einem "ausreichend" bewertet wird.
  • kritische Stoffe (zum Beispiel Überprüfung auf Arsen oder Blei): Auch hier bewegen sich die Noten im Raum "sehr gut" bis "gut", einzige Ausnahme ist die Sorte "Bio Still" von Rieser Urwasser, welches wegen ungefährlicher Rückstände ein "ausreichend" erhält.
  • mikrobiologische Qualität (Überprüfung auf Keime und Krankheitserreger): Alle Wässer erhielten ein "sehr gut", mit einer Ausnahme: Die Marke Voss bekommt die Note "gut". 
  • oberirdische Verunreinigung (zum Beispiel Überprüfung auf Rückstände von Pflanzenschutz- und Düngemittel): Bei vier der getesteten Wässer wurde die Frage nach oberirdischen Verunreinigungen mit "Ja" beantwortet. Dazu gehören die "Mecklenburger Quelle" von Netto, "Gut und Günstig Still" von Edeka, "Tip Naturell" von Real und "Bio Still" von Rieser Urwasser.
  • Verpackung (unter anderem Handhabung und Umweltverträglichkeit): rangiert insgesamt im Bereich "sehr gut" bis "gut", jedoch bildet auch hier das Mineralwasser von Rieser Urwasser  einer Ausnahme mit der Note  "ausreichend". 
  • Deklaration (Überprüfung der Etikettenangaben und Werbeaussagen auf Richtigkeit und Vollständigkeit):  In dieser Kategorie reicht die Notenspanne von "gut" bis "ausreichend", die Ausnahmen sind die Edelmarken Healsi und Voss sowie Rieser Urwasser mit einem "mangelhaft". 

Die Testsieger und die Testverlierer der untersuchten Mineralwässer

Dass die günstigen Discounter-Eigenmarken mit jeweils 13 Cent pro Liter an Qualität einbüßen, hat der Test der Stiftung Warentest widerlegt. So wurde beispielsweise den Wässern von Lidl, Penny, Rewe und Kaufland die Note "sehr gut" erteilt. Mit einem "gut" schneiden die teureren Marken, wie Adelholzener, Evian, Gerolsteiner oder Volvic, ab. Hier rangiert die Preisspanne zwischen 59 und 95 Cent pro Liter. 

Besonders enttäuschend in fiel die Gesamtnote für das Wasser der Marke Healsi aus Portugal (Preis: 3,40 Euro) aus, dessen Flasche durch seine Kristall-Optik besonders edel wirkt. Mit einem Qualitätsurteil der Note "ausreichend" bestätigt sich der Grundsatz, dass man nie etwas nach seiner äußeren Form bewerten sollte. Das Gleiche gilt für das bekannte Wasser der Marke Voss aus Norwegen. Es wird in einer zylinderförmigen Glasflasche angeboten, die von einem ehemaligen Kreativdirektor des Modelabels Calvin Klein entworfen wurde. Mit 3,60 Euro zahlt man hier mehr für das Design als für den Inhalt, denn auch geschmacklich schneiden die beiden Edelmarken schlechter ab, als die deutlich günstigeren Discounter-Wässer. 

Der Testverlierer für diese aktuelle Analyse ist das Mineralwasser "Bio Still" der Marke Rieser Urwasser. Das ist deshalb so bemerkenswert, weil es mit einem Bio-Siegel verkauft wird - und dennoch Rückstände eines Pestizid-Abbauprodukts gefunden wurden. Dies ist zwar laut Stiftung Warentest unbedenklich, könnte allerdings für einen unzureichenden Schutz der Quelle stehen. Den Testern zufolge hat der Hersteller den Verkauf des Mineralwassers derzeit eingestellt.

Nähere Informationen zum konkreten Testablauf und der Durchführung sind hier einzusehen (kostenpflichtig).

Und wer sich nach dieser Vorstellung der Testergebnisse immer noch überfordert fühlt im Angebotsdschungel, für den bleibt noch die Alternative Leitungswasser. Inwiefern das Wasser aus dem Hahn vielleicht sogar vorteilhafter ist als Flaschenwasser, lest ihr hier

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