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Mythos Obst-Schale: Stecken in ihr tatsächlich die meisten Vitamine?

Obst ist gesund, das wissen wir alle. Doch wie gesund ist die Schale? Sollte ich das Obst mit Schale essen oder lieber schälen? Wie viel steckt hinter der Vitaminbombe Obst-Schale tatsächlich? inFranken.de klärt Vor- und Nachteile.
 
Wie gesund ist die Apfel-Schale?  Symbolfoto: Jasmine Lin/Pixabay.com
Ist die Schale des Apfels wirklich so gesund, wie es immer heißt? Hier erfahren Sie es. Symbolfoto: Jasmine Lin/Pixabay.com
  • Obst: Kann man die Schale mitessen? Ist das wirklich so gesund?
  • Vergleich Vitamingehalt mit Schalte oder nur Fruchtfleisch
  • positive Wirkung von Quercetin
  • Pestizide vermeiden

Das Obst gesund ist, wissen wir alle. Das belegen zahlreiche Studien und bestätigen etliche Experten, wie unter anderem auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Trotzdem herrscht bei vielen Menschen noch Zweifel. Ist es denn sinnvoll, Obst mit Schale zu verzehren? Und: Stimmt es wirklich, dass die meisten Vitamine direkt unter der Schale sitzen?

Wissenschaftlich bewiesen: Die gesundheitliche Wirkung von Obst

Dieser Frage hat sich der Wissenschaftler Antal Bognar bereits im Jahr 1997 angenommen. Zu diesem Zeitpunkt war er Professor bei der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Stuttgart. Er hat die unterschiedlichsten Sorten von Äpfeln und Birnen unter die Lupe genommen. Er schälte das Obst und bestimmte dann den Gehalt an Vitaminen und Nährstoffen. Einmal in der Schale, einmal im Fruchtfleisch.

Das Ergebnis: Der Experte konnte bei der Schale des Apfels einen bis zu siebenmal höheren Vitamingehalt im Vergleich zu dem Vitamingehalt im Fruchtfleisch feststellen. Selbst die Mineralstoffe und Eiweiße sind deutlich stärker in den Schalen von Äpfeln und Birnen vertreten als im Fruchtfleisch.

Besonders die Schale von Äpfeln hat im Vergleich zum Fruchtfleisch rund 70-mal mehr Quercetin. Quercetin wirkt sich vor allem positiv auf die Darmflora aus. Außerdem wird dem Pflanzenstoff sogar eine vorbeugende Wirkung gegen Krebs nachgesagt. Zudem beinhaltet die Apfelschale entzündungshemmende Ursolsäure. Die wiederum sorgt für gesunde Muskeln und beugt einem erhöhten Cholesterinspiegel vor.

Vitaminbombe: Obstschale mit deutlich mehr Vitaminen als Obst selbst

Ein Nachteil den Obst-Liebhaber bei Obst aus heimischem Anbau vorfinden können: Die Verwendung von Pestiziden. Die können sich, wenn sie von den Bauern verwendet werden, in der Schale festsetzen. Da können sie im schlimmsten Fall zu schweren allergischen Reaktionen führen. Der Gesundheitsbewusste Snack wird so schnell zum regelrechten Chemiecocktail.

Besonders häufig sind Pestizide bei Kernobst aus anderen EU-Ländern verwendet. Dort wird das Obst mit einer Wachsschicht länger haltbar gemacht, damit das Obst die langen Transportwege visuell unbeschadet übersteht. Wachs ist zwar per se nicht  gesundheitsschädlich, aber auch nicht gerade gesund.

Wer sichergehen möchte, dass er keine mit Wachs behandelten Früchte bekommt, der kann auf Bio-Obst zurückgreifen. Bei Bio-Produkten sind chemische Dünger und weitere Pestizide bereits beim Anbau des Obstes verboten.

Pestizide sind weit verbreitet: Das Obst trotzdem mit Schale essen?

Allerdings lassen sich die Pestizide auch bei nicht Bio-Obst effektiv bekämpfen. In den meisten Fällen ist es laut der DGE ausreichend das Obst mit lauwarmem Wasser gewissenhaft abzuspülen und anschließend zu trocknen.

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Damit werde bereits der Großteil von Rückständen der Schädlingsbekämpfungsmittel entfernt. Doch auch wenn einige Rückstände auf der Schale zurückbleiben sollten: Die DGE empfiehlt das Obst trotzdem mit Schale zu essen. Sie argumentieren damit, dass die hohe Nährstoffdichte in der Schale so gesund sei, dass der Nachteil der Rückstände aufgehoben werde.

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