Gefährliche Folgen veganer Ernährung für Kinder: Risiken und Expertenrat

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Babys beziehungsweise Kinder und vegane Ernährung – diese Kombination ist aus unterschiedlichen Aspekten nicht die beste Idee und kann sogar gefährlich werden.

Du möchtest dein Baby oder Kind vegan ernähren und fragst dich, ob das gesund machbar ist? Generell solltest du dir darüber im Klaren sein, dass solch eine Ernährungsweise nicht nur Herausforderungen, sondern auch Risiken mit sich bringen kann. Denn in unterschiedlichen Lebensphasen benötigt der Körper unterschiedliche Nährstoffe.

Warum vegane Ernährung bei Kindern?

Eine vegane Ernährung für Kinder kann ethische, umwelt- und gesundheitliche Gründe haben, wie Tierschutz oder weniger gesättigte Fette. Vor allem mit dem Start der Beikost wünschen sich Eltern eine gesunde Ernährungsweise ohne Zucker, Zusatzstoffe und Milcheiweiß.

Studien wie die VeChi-Youth-Studie der DGE zeigen, dass vegane Kinder oft mehr Obst, Gemüse, Nüsse und Hülsenfrüchte essen und dafür weniger zu Süßigkeiten oder Fertigprodukten greifen. Das freut natürlich vor allem die Eltern.

Wenn Kinder viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte essen, fördert dies langfristig gesunde Essgewohnheiten. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts ist jedes siebte Kind in Deutschland übergewichtig bis stark übergewichtig. Besonders in einer Region Frankens sind die Menschen besonders dick. So gewöhnst du dein Kind früh an nährstoffreiche pflanzliche Kost, die vor Krankheiten schützen kann.

Herausforderungen und Risiken bei veganer Ernährung von Kindern

Was sich vielversprechend und gesund anhört, birgt aber auch Gefahren. Das solltest du dir als Elternteil bewusst sein, wenn du dich dafür entscheidest, dein Kind vegan zu ernähren.

Bei veganer Ernährung für Kinder drohen Mängel an kritischen Nährstoffen wie Vitamin B12, Eisen, Zink, Jod, Kalzium, Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Protein, da diese in pflanzlichen Quellen schwerer verfügbar sind.

Kinder haben im Wachstum einen hohen Bedarf an Nährstoffen und bauen keine Reserven auf. Das kann bei einer Mangelernährung zu Anämie, Entwicklungsstörungen oder kleinerer Körpergröße führen. Zudem füllen zu viele Ballaststoffe den Magen ohne ausreichend Kalorien. Ferner besitzen pflanzliche Milchalternativen oft weniger Eiweiß oder Kalzium – beides ist wichtig für ein starkes Knochenwachstum.

Das raten Experten

Die DGE rät vom rein veganen Ernährungsstil im Kindesalter ab. Der Grund: Das Risiko für einen Nährstoffmangel mit irreversiblen Folgen ist im Wachstum zu hoch. Vegane Ernährung ist nur bei sorgfältiger Planung und Kontrolle geeignet. Hier solltest du dich unbedingt von Ernährungsberatern oder Kinderärzten begleiten lassen.

Wichtig ist hier, regelmäßig die Blutwerte deines Kindes zu prüfen. Generell wird von Kinderärzten nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei schweren und vielfältigen Lebensmittelallergien, zu einer veganen Ernährung geraten.

Anders verhält es sich mit einer vegetarischen Ernährung mit Milch und Eiern. Diese gilt als sicherer Kompromiss. Kinder, die sich rein vegetarisch ernähren, sollen von positiven Effekten wie einem geringeren Herzrisiko und weniger Übergewicht profitieren. Doch Langzeitdaten fehlen bisher.

So sieht eine gesunde und ausgewogene Ernährung aus

Wenn du dein Kind von Beginn an gesund und ausgewogen ernähren möchtest, darfst – und sollst – du ruhig auch zu tierischen Produkten greifen. Wie bei vielen Dingen kommt es hier auf die Menge an.

  • Kombiniere Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Gemüse und Obst für Protein, Eisen und Zink.
  • Starte Beikost ab dem 5. Monat entspannt mit püriertem Obst, Gemüse und Getreide neben Muttermilch, variiere breit und beziehe Kinder ein, um Akzeptanz zu fördern.
  • Statt rotem Fleisch (Schwein, Rind) sollte mehrmals die Woche Fisch und Geflügel auf dem Teller deines Kindes landen.
  • Verzichte häufiger auf Zucker und verwende zum Süßen gesündere Alternativen wie eher Ahornsirup oder Honig. Achtung: Letzterer ist erst für Kinder ab einem Jahr geeignet.

Bei einer rein veganen Ernährungsweise ergänze B12-Präparate (5–25 µg/Tag für Kinder) und angereicherte Pflanzendrinks. Nutze Leinsamen, Algenöl oder Walnüsse für Omega 3, jodiertes Salz für Jod, grünes Blattgemüse und Sesam für Kalzium sowie Sonne oder Supplements für Vitamin D. Verabreiche Ergänzungsmittel aber nie selbstständig, sondern immer nach Rücksprache mit einem Kinderarzt.

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