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Leckeres aus dem Garten

Tomaten anpflanzen: Tipps für Anbau und Ernte

Tomaten aus dem eigenen Garten sind nicht nur lecker, sondern bringen auch jede Menge Spaß. Aber nicht bei jedem bring der eigene Tomatenanbau auch den erwünschten Ertrag. Das kann viele Gründe haben. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Anbau von Tomaten, damit dieses Jahr nichts mehr schiefgehen kann.
 
Tomaten aus dem eigenen Garten
Die Tomate ist im Gemüsebeet ein Muss. Mit diesen Tipps gelingt der Anbau garantiert. Foto: Alexei_other/pixabay.com
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Mit einem eigenen Gemüsebeet füllt man nachhaltig den Kühlschrank mit leckeren Obst- und Gemüsesorten. Tomaten aus dem Supermarkt kommen häufig aus den Niederlanden oder Spanien und müssen somit mit Lkws nach Deutschland transportiert werden. Die Gewächshäuser werden häufig beheizt und der Wasserverbrauch beim Anbau ist enorm. Das Thema Selbstversorgung mit Gemüseanbau im Hochbeet, im Garten oder auf Balkon und Terrasse wird immer beliebter.

Durch den heimischen Anbau haben Tomaten auch mehr Zeit zum Reifen und ihr Geschmack wird viel intensiver und aromatischer als bei Tomaten aus dem Supermarkt. Vor allem ältere Sorten, die einen individuellen Geschmack und eine ganz neue Aromatik mitbringen, findet man im Supermarkt nicht. Dabei ist ein erfolgreicher Anbau gar nicht so schwer. Wir beantworten heute die am häufigsten gestellten Fragen zum Tomatenanbau:

Welcher Standort ist am besten?

Für intensiv aromatische Tomaten benötigt man eine gute Basis. Dazu zählt ein durchlässiger, humusreicher, und vor allem nährstoffreichen Boden. Da Tomaten Starkzehrer sind, ziehen sie besonders viele Nährstoffe aus dem Boden. Daher sollte man bei der Bodenvorbereitung darauf achten ausreichend Kompost oder ökologischen Tomatendünger mit einarbeiten, um so eine Grundversorgung an Nährstoffen für die Tomaten zu sichern.

Tomaten kann man sowohl im Freiland, in Kübeln oder im Gewächshaus anpflanzen. Grundsätzlich brauchen Tomaten viel Platz, also sollte man beim Einpflanzen auf genügen Abstand und Platz achten. Will man Tomaten in Töpfen, Kübeln oder Pflanzsäcken anbauen, sollte man Pflanzgefäße mit mindestens 10 bis 20 Liter Fassungsvermögen wählen fassen. Im Gewächshaus oder auf dem Beet sollte der Abstand zwischen den Pflanzen rund 50 Zentimeter betragen. Tomaten haben zudem ungern nasse Füße. Beim Anbau in Pflanzgefäßen sollte man deshalb darauf achten, dass Gieß- oder Regenwasser gut ablaufen kann und keine Staunässe entsteht. 

Am besten eignet sich ein sonniger, warmer und Wettergeschützter Standort. Empfehlenswert ist zudem eine Überdachung für Tomaten, die im Freiland angebaut werden, denn Tomaten mögen keine Bewässerung von oben. Damit die Pflanzen auch noch stabil stehen können, wenn sie bereits Früchte tragen, sollte man den Pflanzen eine Rankhilfe als Stütze anbieten. 

Auch interessant: So gelingt der Tomatenanbau auf dem Balkon 

Welche Tomatensorten sind richtig lecker?

Bei der Auswahl der passenden Tomatensorte greifen viele Hobbygärtner inzwischen gerne auf alte Sorten zurück. Bei der Auswahl ist es jedoch wichtig, auf samenfeste Sorten zu achten. Denn nur sie lassen sich sortenrein durch Aussaat vermehren, sodass man die gleichen Tomaten problemlos erneut ziehen kann.

Samenfeste Sorten sind aus der klassischen Auslesezüchtung entstanden, das heißt, dass nur die Samen der besten Sorten gesammelt und im nächsten Jahr wieder ausgesät wurden. In der klassischen Landwirtschaft werden hingegen häufig sogenannte F1 Sorten verwendet. Diese unterscheiden sich kurzgefasst in der Genetik dadurch, dass zwei reinerbige Elterngenerationen von Tomatenpflanzen miteinander gekreuzt werden, um homogene Sorten mit guten Eigenschaften zu erzielen. Wichtige Eigenschaften sind beispielsweise ein relativ gleichzeitiger Reifezeitpunkt und ungefähr gleich große Früchte.

Im eigenen Garten ist der Ertag zwar auch wichtig, allerdings haben die Pflanzen mehr Zeit, um zu reifen und man freut sich schließlich auch über kleinere Früchte. Daher lohnt es sich, beim Tomatenanbau auch auf alte, samenfeste Sorten zurückzugreifen, da man mit dem Kauf auch den Erhalt des Saatguts unterstützt. Hat man kein Gewächshaus zur Verfügung, empfiehlt es sich, geeignete Sorten für das Freiland zu wählen, die toleranter gegen die Kraut- und Braunfäule sind. Tolle samenfeste Sorten sind beispielsweise:

  • Ochsenherztomate
  • Yellow Giant
  • Green Zebra
  • Black Cherry
  • Goldene Königin
  • Mexikanische Honigtomate

Viele Gärtnereien bieten inzwischen samenfestes Saatgut aber auch bereits vorgezogene alte Sorten an. Ihre nächstliegende Gärtnerei kann Sie dabei individuell beraten.

Extra Tipp: Pflanzen man nicht nur eine, sondern gleich mehrere Tomatensorten an, kann man eine große Vielfalt an Früchten von Kirsch- bis hin zu Fleischtomaten ernten. Die Früchte lassen sich später vielseitig verwenden

Was muss man beim Pflanzen von Tomaten beachten?

Tomatensamen benötigen zur Keimung Wärme und Licht. Es empfiehlt sich daher erst Mitte bis Ende März auszusäen, da die Tomaten so nicht so schnell vergeilen. Obwohl Tomaten Starkzehrer sind, sollte die Aussaat in nährstoffarmer Erde erfolgen.

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Zur Keimung ist neben der Feuchtigkeit eine Temperatur von 20 bis 25 Grad anzustreben. Sehr wichtig ist eine möglichst konstante Temperatur (auch nachts) und gleichbleibende Feuchtigkeit, aber keine Nässe. Der Platz auf der Fensterbank über dem Heizkörper mag tagsüber ideal seien.

Nachts jedoch bei ausgeschalteter Heizung ist es der kühlste Platz im Raum. Ein sehr guter Schutz vor schwankender Feuchtigkeit ist es, die Saatschalen in eine offene Plastiktüte zu stellen. Diese wird oben locker und noch luftdurchlässig mit einem einfachen Knoten versehen. So mit entsteht ein Minigewächshaus.

So bilden die zarten Pflänzchen kräftigere Wurzeln aus, da sie aktiv nach Nährstoffen suchen müssen. Sobald sich etwa 3-4 Blättchen gebildet haben, kann die erste Dünung erfolgen. Gut geeignet ist dafür die halbe Konzentration eines organischen Gemüsedüngers, der über das Gießwasser zugefügt wird. Das wiederholt man etwa alle zwei Wochen bis die Jungpflanzen schön kräftig geworden sind. Ab diesem Zeitpunkt kann man die Pflanzen auch pikieren und in einzelne Töpfe setzen.

Wann dürfen die Tomatenpflanzen nach draußen?

Wenn es bereits nicht mehr so kalt ist, kann man die Pflanzen auch tagsüber schon nach draußen stellen. Durch den Wind und die Wetterbedingungen gewinnen sie nochmal extra an Stärke.
Aber Vorsicht: Sie sollten nicht direkt in der prallen Sonne stehen, weil die noch empfindlichen Blätter schnell Verbrennungen erleiden können.

Jungpflanzen kann man etwa ab Mitte Mai (nach den Eisheiligen) ins Freiland setzen. Dabei pflanzt man die jungen Tomaten möglichst tief ein, so können sich am Stängel Adventivwurzeln bilden und die Pflanze hat einen besseren Stand.  Sollte nach dem Einpflanzen noch Frost drohen, können die Pflanzen mit Tomatenvlies abgedeckt werden. Nach dem Einsetzen in Gemüseerde sollte man mit der nächsten Düngung etwa 3 Wochen warten, da die frische Erde ja bereits Nährstoffe enthält. Danach kann wieder in normaler höherer Konzentration weitergedüngt werden.

Wie wachsen die Tomatenpflanzen am besten?

Eine regelmäßige Düngung ist bei Tomaten das A und O! Die Pflanzen brauchen große Mengen an Nährstoffen in Form von Dünger. Doch zu viel davon schadet den Pflanzen.  Generell gilt: lieber regelmäßig in normaler Konzentration als hin und wieder zu viel. Pro Quadratmeter oder pro Pflanze im Topf kann man mit drei Liter Kompost oder Flüssigdünger plus 150 Gramm Hornspäne oder -mehl im Jahr rechnen.  Pflanzen, die während des Wachstums regelmäßig gedüngt wurden sind kräftiger, größer und vor allem ertragreicher als Pflanzen, die nicht gedüngt wurden.

Neben der regelmäßigen Düngung empfiehlt es sich die Tomaten in der Wachstumsphase auszugeizen. Da die Vegetationsperiode in er Regel kurz ist und die Pflanze ihre volle Kraft zur Fruchtbildung nutzen soll, sollte man regelmäßig ausgeizen, also die Seitentriebe in den Blattachseln des Hauptsprosses entfernen.  So konzentriert sich die Tomate auf die Fruchtbildung an einer Sprossachse.
Auch die Blätter unter den untersten Früchten sollten entfernt werden, damit die Luft besser zirkulieren kann. 

Beim regelmäßigen Gießen der Tomaten, sollte man darauf achten, dass kein Spritzwasser auf die Blätter kommt, denn dort bildet sich sonst schnell mal Kraut- und Braunfäule. Die Wurzeln der Tomatenpflanzen sollten weder austrocknen noch in Staunässe stehen. 

Wie geht man mit einem Schädlingsbefall an Tomatenpflanzen vor?

Die bekannteste Krankheit bei Tomaten ist die Kraut- und Braunfäule. Um ihr entgegenzuwirken sollte man die Pflanzen nur von unten gießen und sie vor Regen schützen. Bei Befall rollen sich die Blätter ein und werden schwarz, später werden die Früchte braun und faulen.

Braune Stellen an den Früchten kann aber auch auf Blütenendfäule hindeuten. Dabei handelt es sich nicht um eine Krankheit, sondern um eine Mangelerscheinung. Der Pflanze fehlt der Nährstoff Kalzium. Für einen gesunden Kalziumhaushalt sollte man regelmäßig in normaler Konzentration düngen. 

Schädlinge wie Blattläuse oder Spinnmilben entfernt man am einfachsten mit Nützlingen. Einen ausführlichen Artikel zum Thema Nützlinge im Garten finden Sie 

Wie erntet man Tomaten am besten?

Tomaten werden an ihrem grünen „Hut“ geerntet. Dieser hat eine Sollbruchstelle und die Früchte lassen sich so einfach ablösen. Am intensivsten schmecken Tomaten wen sie an der Pflanze voll ausgereift sind und intensiv duften.
Im Herbst kann es vorkommen, dass einige Tomaten noch grün sind. Man kann sie dennoch ernten und sie im Haus, an einem dunklen Ort nachreifen lassen. Neben einem Apfel reifen sie besonders schnell, da Äpfel ein reifebeschleunigendes Gas abgeben. 

Wie bleiben abgeerntete Tomaten länger frisch?

Die frisch geernteten Früchten lassen sich am besten außerhalb des Kühlschrankes lagern. Durch eine zu kühle Lagerung können Tomaten ihr Aroma verlieren. Bei Zimmertemperatur reifen sie nach und schmecken noch intensiver. 

Für mehr Tipps zur Lagerung lesen Sie hier: Tomaten lagern: im Kühlschrank oder nicht?

Kann man Tomatensamen aus dem letzten Jahr noch verwenden?

Tomatesaatgut verliert auch nach mehreren Jahren kaum an Keimfähigkeit. Sie können also die Samen aus dem letzten Jahr ohne Probleme verwenden. Falls Sie Saatgut übrighaben sollen, können Sie es in Papiertüten packen und an dunklen, kühlen und trockenen Orten lagern. Ein Keller wäre hierfür zum Beispiel ideal.

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