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Lichtenfels
Gartensprechstunde

Die Aussaatzeit fängt an: Gemüsepflanzen für die Gartensaison säen

Mit den steigenden Temperaturen läutet sich die neue Gartensaison ein und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Besonders im Gemüsebeet gibt es schon einiges zu tun: Es ist wieder Aussaatzeit. Egal ob Chili, Paprika, Tomaten oder Salat - die meisten Sorten können ganz einfach auf der Fensterbank vorgezogen werden.
 
Gemüsesamen können jetzt schon ausgesät werden
Die Umweltstation in Lichtenfels gibt Tipps, wie Sie am besten Ihre Gemüsesamen für die neue Saison vorziehen können. Bild: congerdesign/pixabay.com Foto: congerdesign
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Wenn die Tage länger werden und die Sonne intensiver scheint, können Hobbygärtner schon einiges für die neue Gartensaison vorbereiten: Saatgut sichten und Gemüse säen und vorziehen. Wie das am besten gemacht wird, dafür gibt es Tipps von der Umweltstation des Landkreises Lichtenfels in Weismain. 

Bei Saatgut, das älter als zwei Jahre ist, empfiehlt sich eine Keimprobe: Streuen Sie zehn Samen auf einen Teller mit einem feuchten Küchentuch und decken ihn mit einem zweiten feuchten Tuch ab oder stellen Sie den Teller in eine Tüte, die Sie verschließen, so der Tipp der Umweltstation. So entsteht ein Gewächshausklima, in dem die Samen schnell keimen. Wenn von den zehn Körnern mehr als fünf aufgehen, können Sie das Saatgut noch benutzen. 

Was brauchen Sie für die Aussaat?

Für die Aussaat sollten Sie ein paar Dinge vorrätig haben:

  • Anzuchtsschale
  • Anzuchtserde
  • Sprühflasche
  • Pikierstab
  • Etiketten zum Makieren

 

Samenfeste Sorten wählen


Am besten beginnt man die Aussaat mit sogenannten samenfesten Gemüsesorten, das heißt die Nachkommen aus dem selbst geernteten Samen haben die gleichen Eigenschaften wie die „Mutterpflanzen“. Manche Initiativen haben sich dem Erhalt und der Verbreitung samenfester Sorten verschrieben. Zudem werden im Spätwinter immer mehr Tauschbörsen/-tage organisiert. 

Die Umweltstation rät weiter: Wählen Sie Gemüse-, Obst- und Blumenarten so aus, dass sie zum Klima ihres Wohnortes passen. Schauen Sie sich aber auch nach alten, robusten Lokalsorten um, die wieder gesammelt, vermehrt und angeboten werden. Gesundes Saatgut und die richtige Sortenwahl schaffen von Anfang an gute Voraussetzungen für eine kräftige Entwicklung der Pflanzen.

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Im letzten Februardrittel können Sie schon einige Gemüsesorten wie Tomaten, Kopfsalat und Kohlrabi in Töpfen/Schalen aussäen. Paprika und Chili sollten besser schon Ende Januar/Anfang Februar ausgesät werden, da die Samen lange Zeit (bis zu drei Wochen) zum Keimen und Wachsen benötigen. Ausgesät werden kann in flache Saatschalen aus Kunststoff oder Ton, in ausgediente Gemüseschalen oder alte Eierkartons.

Als Erde wird eine spezielle Anzuchterde (aus Naturschutzgründen am besten ohne Torf) verwendet, die wenig lösliche Nährstoffe und einen geringen Salzgehalt aufweist. Diese Aussaaterde wird in die sauberen Aussaatgefäße eingefüllt und leicht angedrückt. Dann streut man den Samen hinein, drückt ihn ebenfalls leicht an und bedeckt ihn mit der Erde in zwei- bis dreifacher Samenstärke. 

 

Für Gewächshausklima sorgen


Anschließend muss die Aussaat nochmals leicht angedrückt und vorsichtig mit einem Sprüher gegossen werden. Jede Schale/jeder Topf sollte noch mit dem Namen der Sorte und dem Datum versehen, mit einer Haube/Folie abgedeckt werden. Alternativ kann die Aussaatschale in eine Tüte gestellt werden, damit so Gewächshausklima entsteht. Die Samen brauchen es schön gleichmäßig feucht und warm zum Keimen. 

Tipp: Den ausgesäten Salat am besten zwei bis drei Tage kühl (zum Beispiel in den Kühlschrank) stellen, damit die Samen einen Anreiz zum Keimen bekommen. Anfang März, nach Ausbildung der Keimblättchen werden sie in Pflanztöpfchen (Durchmesser vier, besser sechs Zentimeter) pikiert – vereinzelt. 

Jetzt werden die Pflänzchen nicht mehr abgedeckt, damit sie abhärten und kompakt weiterwachsen. Sind dann die nächsten beiden Blätter gewachsen und die Pflanztöpfchen gut durchwurzelt, wird es Zeit, sie auszupflanzen. Am besten ins Frühbeet oder Gewächshaus mit einem Pflanzabstand von 25 mal 25 Zentimetern. Dazwischen kann man noch eine Reihe Frühradieschen, Kerbel oder Schnittsalat direkt aussäen.
 

Rechtzeitig umtopfen


Sind die Tomaten, Paprika und Chili aufgegangen und haben nach den Keimblättern zwei echte Laubblätter entwickelt, werden sie in Töpfe mit zehn Zentimetern Durchmesser pikiert. Dazu lockert man die Erde mit einem Pflanzholz und zieht die einzelne Pflanze heraus. Dann bohrt man mit dem Pflanzholz ein Loch in den mit Anzuchterde befüllten Topf.

Man senkt das Tomatenpflänzchen bis zu den Keimblättern hinein und drückt behutsam die Erde fest. Nach dem Angießen kommen die Pflanzen wieder auf die Fensterbank. Die Tomate mag es auch, mehrfach in immer größere Gefäße umgesetzt, „verschult“ zu werden. Haben Sie die Pflanzen lange genug gepäppelt, werden sie nicht von heute auf morgen nach draußen gesetzt, sondern etwa eine Woche lang allmählich abgehärtet.

Dazu werden sie etwas kühler gestellt, viel gelüftet oder tagsüber ins Freie an die Sonne gestellt. Die Pflanzen bekommen sonst nach der Pflanzung einen Schock und stocken im Wachstum. Erst nach den Eisheiligen Mitte Mai bis Anfang Juni können Tomaten, Paprika und Chili in den Garten gepflanzt werden. Hat man ein unbeheiztes Gewächshaus, ist das schon Mitte April bis Anfang Mai möglich. 

 

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