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Finanziell abgesichert in schweren Zeiten: Wie sinnvoll ist es, Gold zu kaufen?

Während der Inflation Gold zu kaufen und so zu sparen, kann als Teil deines Portfolios eine gute Anlage sein. Die Verbraucherzentrale sieht allerdings mehr Nachteile als Vorteile.
Gold ist eine alte Wertanlage, die in der jetzigen Zeit allerdings mit Vorsicht zu genießen ist.
Gold ist eine alte Wertanlage, die in der jetzigen Zeit allerdings mit Vorsicht zu genießen ist. Foto: Zlaťáky.cz/unsplash.com
  • Die Inflation ist erheblich gestiegen
  • Die Zinsen auf Fest- und Tagesgeld sind niedrig
  • Menschen suchen alternative Sparformen, wie Gold
  • Vorteile von Gold als Geldanlage
  • Nachteile von Gold als Geldanlage

Energie, Lebensmittel, Produkte zum täglichen Gebrauch: Alles ist teurer geworden. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) lag die Inflationsrate im September bei plus 10 Prozent. Sie hat sich damit im Vergleich zum Vormonat sprunghaft erhöht. Im August lag die Inflationsrate bei 7,9 Prozent. Die steigende Inflation ist auch für Sparer*innen ein Problem. Gerade, wenn du dein Geld auf einem Festgeld- oder Tagesgeldkonto sparst, verlierst du durch den sogenannten Realzins Geld. Viele denken deshalb über alternative Sparmethoden nach, zum Beispiel die Investition in Gold. Laut BullionVault stieg das Interesse von Privatpersonen, in Gold zu investieren, nachdem im Juli der Goldpreis gesunken war. Aus einer Umfrage des Online-Anbieters für Edelmetalle im August ging hervor, dass fast 40 Prozent der Befragten als Grund für ihr Handeln die Inflation nennen. Doch wie sicher ist Gold als Geldanlage? Darüber klärt die Verbraucherzentrale (VZ) auf.

Gold: Nur in Verbindung mit anderen Sparformen eine gute Geldanlage

Laut Verbraucherzentrale unterlag der Goldpreis in den letzten 20 Jahren großen Schwankungen. Die VZ-Expertinnen sehen in Gold demnach alles andere als eine sichere Geldanlage.

Auch wenn die Investition in Gold - ob in Barren oder Münzen - mit Risiken verbunden ist, solltest du sie nicht pauschal ausschließen. Die Verbraucherschützer*innen raten dazu, Gold als Teil eines Anlagemix zu kaufen - zum Beispiel mit bestehenden Zinspapieren und Aktienfonds zu kombinieren. Das kann das Gesamtrisiko deiner Geldanlage senken.

Du willst gar nicht investieren, sondern dein Geld zu Hause lagern? Ob du das überhaupt darfst, erfährst du hier.

Das spricht für Gold als Geldanlage

Laut Verbraucherzentrale gibt es nur drei Gründe, in Gold zu investieren:

  • Krisenwährung: Gold hat in der Vergangenheit Krisen, wie Kriege und Wirtschaftskrisen, überstanden.
  • Weniger Gesamtrisiko: Aktienmärkte können zusammenbrechen, Papiergeld an Wert verlieren. Gold hingegen kann in deinem Finanzportfolio ein stabiles Element sein.
  • Knappes Gut: Im Gegensatz zu Papiergeld kann Gold nicht in beliebig hoher Menge hergestellt werden.

Wie du mit Aktien der Inflation entgegenwirken kannst, erfährst du hier.

Das spricht gegen Gold als Geldanlage

Die Nachteile von Gold als Geldanlage überwiegen:

  • Kleine Mengen sind teuer: Der Großhandelspreis für eine Feinunze Gold liegt bei rund 1.800 Euro. Private Anleger*innen kaufen Gold allerdings in einer Bank oder bei einem Goldhändler. Diese wollen natürlich mitverdienen. Der Verkaufspreis für eine Feinunze liegt bei etwa sechs Prozent über dem Ankaufspreis. Dabei sind die Preise gestaffelt. Wenn du zum Beispiel nur ein Zehntel einer Unze kaufen willst, musst mit einer Differenz von rund 20 Prozent rechnen.
  • Lagerung ist teuer: Es ist zu empfehlen, Gold nicht zu Hause zu lagern. Ob es gegen Diebstahl versichert ist, hängt von den Bedingungen deiner Hausratsversicherung ab. Besser ist, wenn du es im Schließfach einer Bank lagerst. Diese verlangt dafür Gebühren.
  • Währungsrisiko: Beim Verkauf von Gold spielen Währungsschwankungen eine Rolle. Gold wird in US-Dollar gehandelt. Das bedeutet, dass du nach dem Verkauf, die erhaltenen Dollar in Euro umtauschen musst. Bei einer Abwertung der US-Währung verlierst du deshalb Geld.
  • Keine Zinsen und Dividenden: Gold "arbeitet" nicht. Das heißt: Es liegt einfach da. Du hast keine Chancen, vom Erfolg von Unternehmen zu profitieren, wie zum Beispiel bei Aktienfonds. Der Gewinn hängt einzig und alleine vom Goldkurs ab. Beim Verkauf solltest du auch unbedingt zusätzliche Kosten, wie Schließfachgebühren und Versandkosten berücksichtigen. Erst wenn du diese abziehst, siehst du, ob du beim Verkauf Gewinn machst.
  • Starke Schwankungen: Den Goldkurs kannst du als Laie nicht so beobachten wie den Aktienmarkt. Der Kurs hängt von der Nachfrage ab. Diese reagiert auf Ereignisse, wie beispielsweise die Coronapandemie.

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Fazit

Wenn du dich bei der Geldanlage nicht zu hundert Prozent auf Gold verlässt, kann es dein Portfolio bereichern. Die Nachteile von Gold als Anlageform überwiegen allerdings gegenüber den Vorteilen. Für Kleinanleger entstehen darüber hinaus hohe Kosten.

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