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Feiertag Mariä Himmelfahrt - aber nicht für jeden: Wer heute frei hat - und was überhaupt gefeiert wird

Am heutigen Montag, 15. August 2022, ist der Feiertag Mariä Himmelfahrt. Doch nicht überall in Franken haben Arbeitnehmer heute frei. Wir erklären, in welchen Regionen der Feiertag auch ein freier Tag ist, wo gearbeitet werden muss - und welche Bräuche es gibt.
Mariä Himmelfahrt am 15. August: katholischer Feiertag
Mariä Himmelfahrt ist ein katholischer Feiertag: Im Franken hat deshalb am 15. August nicht jeder automatisch frei. Foto: Peter Kneffel/dpa
  • Am 15. August 2022 wird Mariä Himmelfahrt gefeiert
  • Wo kann man am Feiertag einkaufen?
  • Mariä Himmelfahrt fällt dieses Jahr auf einen Montag
  • Der Feiertag spaltet Bayern
  • Nur 1704 von den 2056 Gemeinden im Freistaat haben frei

Am Montag, 15. August, ist Mariä Himmelfahrt - ein Feiertag, der Bayern und damit auch Franken spaltet. Aber was wird an Mariä Himmelfahrt eigentlich gefeiert? Und warum haben nicht alle Bürger am Feiertag frei? Hier erfährst du, wer am Montag ausschlafen darf - und wer nicht. 

Feiertag Maria Himmelfahrt am 15. August: Was wird eigentlich gefeiert?

Mit Gottesdiensten und Kräuterweihen begehen die Katholik*innen in Bayern den Feiertag Mariä Himmelfahrt. Beim Marienfest geht es um die Aufnahme Marias in den Himmel. Dabei werden zu Sträußen gebundene Heilpflanzen, Kräuter und Getreideähren, die Gläubige zu den Gottesdiensten mitbringen, gesegnet. Der Brauch geht angeblich auf einen Bericht des Mönchs Johannes von Damaskus zurück, wonach das Grab Marias von "wundersamen Kräuterduft" erfüllt gewesen sei. Auch eine Legende aus dem 14. Jahrhundert behauptet, die Grabtücher Marias hätten "gleich Balsam und der Blume der Lilien" geduftet. Für katholische Christ*innen hat die Maria, die Mutter von Jesu, einen hohen Stellenwert. Sie wird besonders verehrt. Der 15. August erinnert daran, dass auch sie heilig ist. Nach ihrem Tod soll sie direkt in den Himmel gekommen sein. In der Bibel wird zwar von Maria erzählt, nicht aber über ihre Himmelfahrt.

Während die einen ausschlafen und einen freien Tag genießen können, müssen viele andere Arbeitnehmer*innen regulär ihrem Job nachgehen. Warum haben nicht alle in Franken frei? Generell ist es an katholischen Feiertagen, wie Mariä Himmelfahrt, so, dass es sich nach der Zahl katholischer Personen, die in einer Kommune ihren Hauptwohnsitz haben, richtet, ob es dort einen Feiertag gibt. Auf welche Städte und Gemeinden das zutrifft, hat das Bayerische "Landesamt für Statistik" bei der Volkszählung im Jahr 2011 festgestellt. Demnach haben die Bewohner*innen von 1704 der insgesamt 2056 Gemeinden im Freistaat Bayern am 15. August frei. Die Menschen in den übrigen 352 Gemeinden müssen also ganz normal zur Arbeit gehen.

Wie sieht es in Franken aus? Grob gesagt: In Unterfranken überwiegen die Katholik*innen mit einem Bevölkerungsanteil von 87 Prozent, dort ist Mariä Himmelfahrt ein Feiertag. In den meisten Gemeinden der evangelisch geprägten Regierungsbezirke Oberfranken und Mittelfranken hingegen ist Mariä Himmelfahrt kein Feiertag - denn dort sind nur 46,3 Prozent beziehungsweise 18,1 Prozent mehrheitlich katholisch.

Einkaufen an Mariä Himmelfahrt: Wo haben die Geschäfte offen?

In den 1704 überwiegend katholischen Gemeinden in Bayern herrscht Feiertagsruhe. Die Geschäfte sind geschlossen. Anders sieht es in den 352 evangelisch geprägten Gemeinden im Norden Bayerns aus, insbesondere in Mittel- und Oberfranken. Hier ist Mariä Himmelfahrt kein gesetzlicher Feiertag, die Geschäfte haben also regulär geöffnet.

In den fränkischen Großstädten Nürnberg, Fürth und Erlangen beispielsweise haben die Läden offen. Auch in Bayreuth, Hof und Ansbach kann man am Montag einkaufen gehen.

Werktag und Feiertag in Oberfranken: Wer hat am 15. August frei?

In diesen Städten und Gemeinden in Oberfranken ist der 15. August ein Feiertag:

  • Landkreis Bamberg:
    Altendorf, Bamberg, Bischberg, Breitengüßbach, Buttenheim, Frensdorf, Gundelsheim, Hallstadt, Heiligenstadt in Oberfranken, Hirschaid, Kemmern, Litzendorf, Memmelsdorf, Oberhaid, Pettstadt, Pommersfelden, Rattelsdorf, Scheßlitz, Strullendorf, Viereth-Trunstadt, Zapfendorf, Schlüsselfeld, Baunach, Gerach, Lauter, Reckendorf, Königsfeld, Stadelhofen, Wattendorf, Stegaurach, Walsdorf, Burgwindheim, Ebrach, Burgebrach, Schönbrunn im Steigerwald, Lisberg, Priesendorf
  • Landkreis Coburg:
    Seßlach
  • Landkreis Lichtenfels:
    Altenkunstadt, Bad Staffelstein, Burgkunstadt, Ebensfeld, Hochstadt am Main, Lichtenfels, Marktgraitz, Marktzeuln, Weismain
  • Landkreis Bayreuth:
    Ahorntal, Aufseß, Fichtelberg, Hollfeld, Kirchenpingarten, Mehlmeisel, Pegnitz, Plankenfels, Pottenstein, Waischenfeld
  • Landkreis Kronach:
    Kronach, Nordhalben, Pressig, Reichenbach, Steinbach am Wald, Steinwiesen, Stockheim, Teuschnitz, Tschirn, Wallenfels, Wilhelmsthal
  • Landkreis Kulmbach:
    Kupferberg, Ludwigschorgast, Marktleugast, Marktschorgast, Presseck, Stadtsteinach
  • Landkreis Wunsiedel:
    Nagel
  • Landkreis Forchheim:
    Dormitz, Ebermannstadt, Eggolsheim, Effeltrich, Forchheim, Gößweinstein, Hallerndorf, Hausen, Heroldsbach, Hetzles, Kirchehrenbach, Kleinsendelbach, Kunreuth, Langensendelbach, Leutenbach, Neunkirchen am Brand, Obertrubach, Pinzberg, Poxdorf, Pretzfeld, Unterleinleiter, Weilersbach, Weißenohe, Wiesenthau

Mittelfranken: Hier ist der 15. August ein gesetzlicher Feiertag 

Innerhalb Frankens ist Mittelfranken der Verlierer, was den Feiertag angeht. Denn die Region ist hauptsächlich protestantisch. Schön für die, die freihaben: Sie können zum Shoppen nach Nürnberg fahren. In diesen Städten und Gemeinden in Mittelfranken ist der 15. August ein Feiertag:

  • Landkreis Erlangen-Höchstadt:
    Adelsdorf, Bubenreuth, Gremsdorf, Großenseebach, Hemhofen, Herzogenaurach, Heßdorf, Höchstadt an der Aisch, Marloffstein, Röttenbach, Wachenroth
  • Landkreis Nürnberger Land:
    Neuhaus an der Pegnitz, Neunkirchen am Sand, Schnaittach, Simmelsdorf
  • Landkreis Ansbach:
    Arberg, Aurach, Burgoberbach, Dürrwangen, Herrieden, Mitteleschenbach, Ornbau, Wilburgstetten, Wolframs-Eschenbach
  • Landkreis Neustadt an der Aisch:
    Markt Bibart, Oberscheinfeld, Scheinfeld
  • Landkreis Roth:
    Abenberg, Allersberg, Greding, Heideck, Hilpoltstein, Röttenbach, Spalt
  • Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen:
    Ellingen, Gnotzheim, Pleinfeld, Raitenbuch

Wer hat in Unterfranken an Mariä Himmelfahrt frei?

In Unterfranken überwiegen die Katholik*innen mit 87 Prozent ganz deutlich. Hier wird Mariä Himmelfahrt also in den allermeiste Gemeinden gefeiert und dementsprechend haben die meisten Menschen am 15. August einen freien Tag im Kalender. 

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  • Landkreis Aschaffenburg:
    Alzenau, Aschaffenburg, Bessenbach, Blankenbach, Dammbach, Geiselbach, Glattbach, Goldbach, Großostheim, Haibach, Heigenbrücken, Heinrichsthal, Heimbuchenthal, Hösbach, Johannesberg, Kahl am Main, Karlstein, Kleinostheim, Kleinkahl, Krombach, Laufach, Mainaschaff, Mespelbrunn, Mömbris, Rothenbuch, Sailauf, Schöllkrippen, Sommerkahl, Stockstadt am Main, Waldaschaff, Weibersbrunn, Westerngrund, Wiesen
  • Landkreis Bad Kissingen:
    Aura an der Saale, Bad Bocklet, Bad Brückenau, Bad Kissingen, Burkardroth, Elfershausen, Euerdorf, Fuchsstadt, Hammelburg, Maßbach, Motten, Münnerstadt, Nüdlingen, Oberthulba, Oerlenbach, Oberleichtersbach, Ramsthal, Riedenberg, Schondra, Sulzthal, Rannungen, Thundorf in Unterfranken, Wartmannsroth, Wildflecken
  • Landkreis Rhön-Grabfeld:
    Bad Königshofen im Grabfeld, Bastheim, Bischofsheim a.d.Rhön, Burglauer, Fladungen, Großbardorf, Großeibstadt, Hausen, Hendungen, Heustreu, Hohenroth, Hollstadt, Mellrichstadt, Oberstreu, Stockheim, Herbstadt, Sulzdorf an der Lederhecke, Niederlauer, Nordheim vor der Rhön, Oberelsbach, Rödelmaier, Salz, Sandberg, Schönau an der Brend, Strahlungen, Sulzfeld, Trappstadt, Unsleben, Wollbach, Saal an der Saale, Wülfershausen
  • Landkreis Haßberge:
    Aidhausen, Breitbrunn, Bundorf, Burgpreppach, Ebelsbach, Ebern, Eltmann, Gädheim, Haßfurt, Hofheim i.UFr., Kirchlauter, Knetzgau, Oberaurach, Pfarrweisach, Rauhenebrach, Riedbach, Sand am Main, Stettfeld, Theres, Wonfurt, Zeil am Main
  • Landkreis Miltenberg:
    Altenbuch, Amorbach, Bürgstadt, Collenberg, Dorfprozelten, Eichenbühl, Elsenfeld, Erlenbach am Main, Eschau, Faulbach, Großheubach, Großwallstadt, Hausen, Kirchzell, Kleinheubach, Kleinwallstadt, Klingenberg am Main, Laudenbach, Leidersbach, Miltenberg, Mömlingen, Mönchberg, Neunkirchen, Niedernberg, Obernburg am Main, Röllbach, Rüdenau, Schneeberg, Stadtprozelten, Sulzbach am Main, Weilbach, Wörth am Main
  • Landkreis Würzburg:
    Aub, Bergtheim, Bieberehren, Bütthard, Eibelstadt, Eisenheim, Eisingen, Erlabrunn, Estenfeld, Frickenhausen am Main, Gaukönigshofen, Gelchsheim, Gerbrunn, Geroldshausen, Giebelstadt, Greußenheim, Güntersleben, Hausen bei Würzburg, Helmstadt, Hettstadt, Höchberg, Holzkirchen, Kirchheim, Kist, Kleinrinderfeld, Kürnach, Leinach, Margetshöchheim, Neubrunn, Oberpleichfeld, Ochsenfurt, Prosselsheim, Randersacker, Riedenheim, Rimpar, Röttingen, Rottendorf, Sonderhofen, Tauberrettersheim, Theilheim, Thüngersheim, Unterpleichfeld, Veitshöchheim, Waldbüttelbrunn, Waldbrunn, Würzburg, Zell am Main
  • Landkreis Schweinfurt:
    Bergrheinfeld, Dingolshausen, Dittelbrunn, Donnersdorf, Euerbach, Frankenwinheim, Geldersheim, Gerolzhofen, Gochsheim, Grafenrheinfeld, Grettstadt, Kolitzheim, Lülsfeld, Michelau im Steigerwald, Niederwerrn, Oberschwarzach, Poppenhausen, Röthlein, Schonungen, Schwanfeld, Schweinfurt, Stadtlauringen, Sulzheim, Üchtelhausen, Waigolshausen, Wasserlosen, Werneck, Wipfeld
  • Landkreis Main-Spessart:
    Arnstein, Aura im Sinngrund, Birkenfeld, Bischbrunn, Burgsinn, Erlenbach bei Marktheidenfeld, Esselbach, Eußenheim, Fellen, Frammersbach, Gemünden am Main, Gössenheim, Gräfendorf, Hafenlohr, Himmelstadt, Karbach, Karlstadt, Karsbach, Kreuzwertheim, Lohr am Main, Marktheidenfeld, Neuendorf, Neuhütten, Neustadt am Main, Obersinn, Rechtenbach, Retzstadt, Rieneck, Roden, Rothenfels, Schollbrunn, Steinfeld, Thüngen, Triefenstein, Urspringen, Wiesthal, Zellingen

Diese Einteilung beruht noch auf den Daten des Zensus 2011. Änderungen können auftreten, wenn die Daten des Zensus 2022 abschließend ausgewertet wurden. Bisher gelten jedoch noch die Zahlen aus dem Jahr 2011.

Mariä Himmelfahrt: Welche Bräuche gibt es an dem Feiertag?

Am 15. August finden vielerorts Wallfahrten mit Lichterprozessionen statt. Zudem gibt es in vielen Regionen die sogenannte Kräuterweihe. Seit dem 10. Jahrhundert gibt es diesen Brauch an Maria Himmelfahrt schon. Ab dem 10. Jahrhundert erzählte man sich, dass das Grab von Maria nach Kräutern gerochen hat. Später hieß es, dass ihre Grabtücher nach Lilien geduftet haben. Da Maria immer wieder in Verbindung mit Kräutern und Blumen gebracht wird, gibt es nachweislich seit dem 10. Jahrhundert den Brauch der Kräuterweihe. Schon die Ägypter, Griechen, Römer und die germanischen Völker kannten die Heilkraft bestimmter Pflanzen. Im Mittelalter wurde der Brauch christianisiert, indem die Wirkung der Gewächse auf Gott und die Fürsprache Marias zurückgeführt wurde. Die christliche Legende, die der Kräuterweihe zu Grunde liegt, dreht sich um die Himmelfahrt Marias: Als die Apostel nach drei Tagen das Grab der Muttergottes öffneten, fanden sie statt des Leichnams duftende Blumen und Kräuter darin, schreibt das Ordinariat Würzburg.

In vielen Gegenden, auch in Franken, werden am 14. August für Mariä Himmelfahrt Kräuterbuschen oder auch Wurzbüschel gebunden. Die Zahl der Kräuter schwankt je nach Region von sieben bis 99. In den meisten Kräuterbuschen ist in der Mitte eine Königskerze. Am 15. August werden die Kräuterbuschen in die Kirche gebracht und vom Pfarrer geweiht. Die Tradition besagt, dass geweihte Kräuter vor Krankheiten und Unglücken wie Feuer oder Unwetter schützen. Deshalb werden die Kräuterbündel nach der Weihe im Haus in den Herrgottswinkel gehängt. Der Herrgottswinkel findet sich in Zimmerecken mancher katholischer Haushalte. Hier werden ein Kreuz, aber auch Heiligenbilder oder Blumen aufgestellt.

Zu Mariä Himmelfahrt beginnt der "Frauendreißiger", der bis zum Fest Mariä Geburt am 8. September beziehungsweise bis Mariä Schmerzen am 15. September gezählt wird. In dieser Zeit sind die hiesigen Kräuter voll ausgereift. Die teils darin vorhandenen Gifte sollen ihre Schärfe verloren haben. Auch dieses christliche Brauchtum lässt sich auf das Fasten der Germanen vor den Erntefesten zurückführen. An zahlreichen Wallfahrtsorten im Bistum Würzburg werden Mariä Himmelfahrt und die folgenden Marienfeste besonders feierlich begangen. Beeindruckend ist die Feier am Maria Ehrenberg in der Rhön.

Katholisch in evangelischer Gemeinde: So kannst du trotzdem frei bekommen

Wenn man katholisch ist und in einer evangelischen Kommune arbeitet, kann man in Absprache mit den Arbeitgeber*innen auch zu Hause bleiben. Das legt das "Bayerische Feiertagsgesetz" fest. In speziellen Fällen darf ein*e Arbeitgeber*in die Abwesenheit aber auch untersagen. Die Ausnahmen sind ebenfalls im Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage in Bayern (Artikel 4) festgelegt. Dabei ist unwichtig, ob man katholisch, evangelisch oder konfessionslos ist oder eine ganz andere Religion ausübt. 

Mariä Himmelfahrt ist im Saarland und in Bayern ein gesetzlicher Feiertag.

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