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Die Big 5 im Vergleich

E-SUVs im Test: Welches Modell überzeugt bei Reichweite und Verbrauch am meisten?

Jaguar, BMW oder doch lieber ein Skoda? Das Team von Nextmove testete fünf große Elektro-SUVs und kam zu überraschenden Ergebnissen.
Im ersten Halbjahr 2021 war Tesla mit großem Abstand der Marktführer bei Elektroautos, mittlerweile haben die anderen Anbieter nachgezogen.
Im ersten Halbjahr 2021 war Tesla mit großem Abstand der Marktführer bei Elektroautos, mittlerweile haben die anderen Anbieter nachgezogen. Symbolbild. Foto: CC0 / Pixabay / Jteder
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  • Nextmove als Elektro-Auto-Tester
  • Testbedingungen
  • Testergebnisse
  • Die getesteten Fahrzeuge im Überblick

Der Youtube-Channel des Teams von Nextmove, Deutschlands führender Elektroauto-Vermietung und zuständigen Elektromobilitäts-Experten, nahm fünf große Elektro-SUVs unter die Lupe. Die Autos wurden auf ihre Reichweite und Leistung getestet, die Bedingungen waren für alle Teilnehmer gleich und der Test fand auf einer Autobahn um Leipzig statt. Untersucht wurden auch die tatsächliche Reichweite des Akkus und die Kosten fürs Aufladen am Schnelllader. Vor dem eigentlichen Beginn wurden alle ausgewählten Autos durch Aufwärmrunden auf der Rundstrecke am Porsche-Werk Leipzig warm gefahren, sodass jedes Fahrzeug die gleiche Akkutemperatur hatte und somit ein fairer Vergleich möglich war. Beim Vergleich fünf großer Elektro-SUVs gab es überraschende Ergebnisse.

Testbedingungen

Ins Rennen um die längste Akkulaufzeit und gleichzeitig günstigste Ladeeinheit gingen Modelle von Skoda, BMW, Mercedes, Polestar und Jaguar. Nachdem die Autos auf eine annähernd gleiche Betriebstemperatur gebracht wurden, ging es auf einer Autobahn bei Leipzig mit möglichst konstanter Geschwindigkeit los. Der ursprünglich geplante Teststreckenverlauf musste zwar aufgrund von Umleitungen wegen Bauarbeiten kurzfristig geändert werden, die Bedingungen blieben jedoch relativ stabil, bei einer Außentemperatur von 8 Grad Celsius bei leichtem Nieselregen.

Ob Normal- oder Komfort-Modus blieb den Fahrern selbst überlassen, lediglich der Eco- und Sparmodus waren nicht gestattet, die Innentemperatur betrug 20 Grad, der Betrieb von Sitz oder Lenkrad-Heizung stand den Fahrern frei. Nach dem Warmfahren wurden die Akkus aller Fahrzeuge wieder voll aufgeladen. Hier konnte ein erster Vergleich getätigt werden, denn manche Autos besaßen nicht mal eine Akku-Anzeige in Prozent, während andere die Akkutemperatur sogar ansagen.

Beim Schnellladen bezogen sich die Tester auf das Laden an IONITY Stationen unter verschiedenen, herstellerbedingten Gegebenheiten. Das Durchschnittstempo wurde bei jedem Fahrzeug durch den Tempomat auf 130 km/h festgelegt. Nötige Beschleunigungen auf die Testgeschwindigkeit nach verkehrsbedingten Bremsungen wurden langsam, ohne Nutzung vom Kickdown durchgeführt. Die Fahrer sollten in Sichtkontakt bleiben und einen Abstand von 100 Metern zueinander halten. Die tatsächliche Durchschnittsgeschwindigkeit lag am Ende verkehrsbedingt bei 110 km/h. Die Ergebnisse waren zum Teil überraschend.

Testergebnisse

Die "Big 5" zählen allesamt zu den schwereren SUVs in der Elektro-Kategorie, das günstigste Modell gibt es ab 43.950 €, das teuerste Auto der Testreihe ist ab 77.300 € zu erwerben. Getestet wurden der Skoda Enyaq iV80, der Polestar 2 LR, der Mercedes EQC 400, der BMW iX3 und der Jaguar I Pace EV400 S. Am Ende mussten sich alle teilnehmenden Autos noch in einem direkten Vergleich mit dem Tesla Model Y Performance messen, der in einem früheren Test vor allem in puncto Sparsamkeit überzeugen konnte.

Gefahren wurde auf einer Teststrecke von 115 Kilometern, die Auswertung der Bordcomputer ergab interessante Ergebnisse hinsichtlich Verbrauch, Reichweite und den zu erwartenden Stromkosten, wobei hier verschiedene Faktoren zu beachten sind, wie Abos der jeweiligen Anbieter und Lademöglichkeiten. In Bezug auf den Preis ist der Skoda Enyaq iV80 mit einem Einstiegspreis von 43.950 € das günstigste Elektroauto dieser Kategorie. Es folgt der Polestar 2 LR für 51.500 €, dann der Mercedes EQC 400 für 66.069 €, sowie der BMW iX3 mit einem Preis von 66.300 €. Das teuerste Modell ist der Jaguar I Pace EV400 S mit 77.300 €. Doch ist der teuerste Wagen auch der effizienteste und sparsamste, oder zahlt man hauptsächlich mehr für die Marke?

Im Bereich Verbrauch überraschte der Skoda Enyaq iV80, er verbrauchte im Vergleich 23,1 kwh auf 100 Kilometer, die Batterie hat eine insgesamte Reichweite von 333 Kilometern und damit die längste Reichweite der getesteten Fahrzeuge. Der Polestar 2 LR belegt den zweiten Platz, mit einem Verbrauch von 23,4 kwh auf 100 Kilometer, bei einer Akku-Reichweite von 321 Kilometern. BMW iX3 und Mercedes EQC 400 haben ähnliche Ergebnisse, der Verbrauch liegt bei 26,0 und 27,4 Kwh und einer Reichweite von durchschnittlich 290 Kilometern. Der Jaguar I Pace liegt im Bereich der Reichweite auf den oberen Rängen, mit 310 Kilometern nähert er sich zwar den Werten von Skoda und Polestar an, wobei der durchschnittliche Verbrauch deutlich höher anzusetzen ist, mit 27,3 kwh auf 100 Kilometer bildet er hier das Schlusslicht.

"Kosten und Nutzen"

Für die Tester waren weiter die Kosten interessant: hier wurde die Testreichweite in Relation zum Kaufpreis gesetzt, welche dann die Kosten pro Kilometer ergaben. Auch bei diesem Test ging der Skoda als deutlicher Testsieger hervor. Bei diesem Fahrzeug kostet 1 Kilometer 8 Cent. Bei den Ladekosten teilen sich BMW und Mercedes den zweiten Platz, hier kostet 1 Kilometer 11 Cent. Mit Ladekosten von 12 Cent pro Kilometer ist der Polestar dagegen hier der zweitteuerste Vertreter im Testfeld. Die teuerste Reichweite bietet das Modell der Marke Jaguar, dort kostet 1 Kilometer Reichweite 14 Cent. Bei diesem Test ist zu beachten, dass der Strompreis zum Teil bereits beim Kauf miteingeplant war und verschiedene Stromanbieter differenzierte Tarife anbieten, welche sich letztendlich auf den errechneten Wert auswirkten. 

Abschließend wurde noch das WLTP (Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure) angewendet, die ist ein "weltweites, harmonisiertes Testverfahren für leichtgewichtige Nutzfahrzeuge", weiter ist es ein Prüfverfahren, welches den Verbrauch eines Fahrzeuges bestimmt. Der Testwert wurde von den nextmove-Testern in Relation zum WLTP gesetzt und in einer Prozentzahl angegeben. Bei diesem Prüfverfahren ging diesmal der Mercedes als Sieger hervor, hier war das Ergebnis zu WLTP 72,7 Prozent, alle anderen Modelle beliefen sich auf durchschnittlich 65 Prozent der vom Hersteller angegebenen Reichweite.

Elektroautos gibt es inzwischen viele, im Vergleich der fünf großen Elektro-SUVs überzeugte vor allem das Modell der Marke Skoda, der Enyaq iV80, wobei die anderen getesteten Fahrzeuge nicht unbedingt wesentlich schlechter bewertet wurden. Der Preis ist jedoch nicht immer ausschlaggebend, hier kommt es auf die individuellen Vorlieben und persönlichen Wünsche des Fahrers an.

Die getesteten Fahrzeuge im Überblick

  • Skoda Enyaq iV80

Gewicht: 2075 kg

Akku netto: 77 kWh

WLTP Reichweite: ca. 500 Kilometer

Leistung/Antrieb: 150 kW, Heckantrieb

Bereifung: 21 Zoll Sommerreifen

Höchste Geschwindigkeit: 160 km/h

Preis Testfahrzeug: ca. 43.950 Euro

Fazit: Die Reichweite entsprach beim Skoda ungefähr 66 Prozent der vom Hersteller angegebenen Reichweite. Auch bei den Ladekosten schneidet der Skoda am günstigsten ab, er befindet sich sogar auf dem Niveau des Tesla Model Y, das in einem früheren Test ebenfalls auf einen Wert von 8 Cent pro Kilometer kam.

  • Polestar 2 LR

Gewicht: 2248 kg

Akku netto: ca. 75 kWh (geschätzt)

WLTP Reichweite: ca. 470 Kilometer

Leistung/Antrieb: 300 kW, 4x4

Bereifung: 19 Zoll Sommerreifen

Höchste Geschwindigkeit: 205 km/h

Preis Testfahrzeug: ca. 51.500 Euro

Fazit: Der Verbrauch des Polestar liegt trotz deutlich höherem Gewicht, Allrad und doppelter Leistung nur wenig höher als der gute Verbrauchswert des Skoda, auch im Bereich der Reichweite erbrachte der Polestar überraschende Ergebnisse. Beim Platzangebot schneidet der chinesische Teilnehmer allerdings schlechter ab, jedoch besitzt er aufgrund der geringsten Bauhöhe einen deutlichen Vorteil in puncto Luftwiderstand. Die tatsächliche Reichweite belief sich auf 321 Autobahn-Kilometer, nur wenige Kilometer unter dem Spitzenwert des Skoda, dies entspricht 68 Prozent der vom Hersteller angegebenen Reichweite und damit dem zweiten Platz im Testvergleich.

  • Mercedes EQC 400

Gewicht: 2495 kg

Akku netto: ca. 80 kWh

WLTP Reichweite: ca. 400 Kilometer (geschätzt)

Leistung/Antrieb: 300 kW, 4x4

Bereifung: 19 Zoll Winterreifen

Höchste Geschwindigkeit: 180 km/h

Preis Testfahrzeug: ca. 66.069 Euro

Fazit: Der Verbrauch des Mercedes lag im Test laut Bordcomputer im Schnitt bei 27,4 kWh auf 100 Kilometer. Der schwerste E-SUV im Testfeld hatte damit auch das höchste Ergebnis im Testfeld undbelegte beim Test nur den 4. Rang in Bezug auf die Reichweite. Der Test ergab hier einen errechneten Mittelwert auf Grundlage der tatsächlich gefahrenen Kilometer von 292 Autobahn-Kilometern, was ungefähr 73 Prozent der von Mercedes angegebenen Reichweite entspricht und so am nächsten an die Herstellerangabe reicht. Bei den Ladekosten liefert der Mercedes den zweitgünstigsten Wert.

  • BMW iX3

Gewicht: 2260 kg

Akku netto: ca. 74 kWh

WLTP Reichweite: ca. 450 Kilometer

Leistung/Antrieb: 210 kW, Heckantrieb

Bereifung: 19 Zoll Winterreifen

Höchste Geschwindigkeit: 180 km/h

Preis Testfahrzeug: ca. 66.300 Euro

Fazit: Der BMW lag im Test laut Bordcomputer bei dem dritthöchsten Verbrauch mit durchschnittlich 26,0 kWh auf 100 Kilometern, womit das Modell den schlechtesten Wert im Test erbrachte. Auch im Bereich der Reichweite konnte der BMW nicht überzeugen, mit nur etwa 63 Prozent der angegebenen Reichweite liegt er auf dem letzten Platz. Der Test ergab einen errechneten Mittelwert auf Grundlage der tatsächlich gefahrenen Kilometer von 284 Autobahn-Kilometern.

  • Jaguar I Pace EV400 S

Gewicht: 2280 kg

Akku netto: ca. 85 kWh (geschätzt)

WLTP Reichweite: ca. 470 Kilometer

Leistung/Antrieb: 294 kW, 4×4

Bereifung: 18 Zoll Winterreifen

Höchste Geschwindigkeit: 200 km/h

Preis Testfahrzeug: ca. 77.300 Euro

Fazit: Der teuerste der getesteten Wagen belegte meist die hinteren Ränge. Laut Bordcomputer lag der Verbrauch auf 100 Kilometern im Schnitt bei 27,3 kWh, was dem zweithöchsten Verbrauch im ganzen Testfeld entspricht. Mit einer Reichweite von 310 Kilometern auf der Autobahn und 66 Prozent des WLTP in Relation zur versprochenen Reichweite des Herstellers, gehört das Luxusauto zum oberen Mittelfeld, während er im Bereich der Ladekosten mit 14 Cent das Schlusslicht bildet.

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