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Gelbe Schilder an Tankstellen: Das steckt dahinter

Ab Oktober wird es an einigen Tankstellen in Deutschland neue gelbe Schilder geben. Was ist darauf zu sehen und wie können die Hinweise Autofahrern helfen? inFranken.de klärt auf.
Gelbe Schilder an Tankstellen - was bedeuten sie?
Ab Oktober soll ein Energiekostenvergleich an Tankstellen Autofahrer darüber informieren, wie viel sie mit einem anderen Antrieb zahlen müssten. Foto: Monika Skolimowska (ZB)
  • Ab diesem Oktober wird es neue Hinweisschilder an Tankstellen in Deutschland geben
  • Die gelben Schilder informieren über unterschiedlichen Kraftstoffverbrauch
  • Nicht alle Tankstellen müssen die Schilder aufhängen

Im Kampf gegen den Klimawandel wird aktuell ein Wandel der Automobilbranche diskutiert: Elektrizität oder Wasserstoff sollen Benzin als Kraftstoff allmählich ersetzen. In diesem Zusammenhang wird ab Oktober an größeren Tankstellen in Deutschland ein gelbes Schild zu sehen sein: Eine Informationstafel mit Angaben zum Kraftstoffverbrauch, beispielsweise pro 100 Kilometer für einen Mittel- oder Oberklassewagen: Superbenzin (11,42 Eur Euro), Super E 10 (11 Euro), Diesel (7,48 Euro), Stromer (4,84 Euro), Erdgas H (6,39 Euro), Autogas (4,96 Euro) sowie Wasserstoff (7,60 Euro) sind die Durchschnittswerte, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie darauf errechnet hat.

Vergleichstafeln geben Richtwerte zum jeweiligen Kraftstoffverbrauch an 

Diese Angaben basieren auf einer Auswertung der jeweils drei meistverkauften Fahrzeugmodelle in den Segmenten Kleinwagen/Kompaktklasse und Mittel-/Oberklasse und der jeweiligen benötigten Antriebsenergie nach WLTP (Worldwide harmonised Light vehicle Test Procedure), wie es in einem Energiekostenvergleich des Ministeriums heißt. 

Es handelt sich dabei also nur um Richtwerte. Der individuelle Fahrstil des Einzelnen und der damit verbundene Effekt auf den Verbrauch bleibt unberücksichtigt. Das ist jedoch nicht der einzige Kritikpunkt an den Übersichtstafeln: "Es fehlt die Information, dass bei E-Autos der durchschnittliche Haushaltsstrompreis zugrunde gelegt ist", wird ein Sprecher des Mineralölwirtschaftsverband (MWV) auf der Internetseite web.de zitiert. "Öffentliches und vor allem schnelles Laden ist meist teurer, und das reduziert den Preisunterschied zum Benziner erheblich." Das Wirtschaftsministerium rechtfertigt seine Berechnung mitunter damit, dass mehr als 80 Prozent der Ladevorgänge in Sachen E-Mobilität zuhause stattfänden. Mittelfristig soll die Berechnung jedoch auch das Laden unterwegs miteinbeziehen.

Ein weiterer Schwachpunkt ist, dass nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums erst einmal nur die Durchschnittspreise des zweiten Quartals angegeben sind. Seither haben sich die Spritpreise im bundesweiten Durchschnitt jedoch erhöht, wie sich aus Zahlen des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) ergibt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt die neuen Übersichtstafeln indes: "Der Vergleich macht deutlich, dass die Elektromobilität für viele Autofahrerinnen und -fahrer nicht nur eine klimafreundliche, sondern auch eine finanziell attraktive Alternative ist", steht auf der Internetseite web.de.

Welche Tankstellen müssen künftig gelbe Schilder aufhängen?

Für Tankstellen mit sieben Mehrfachzapfsäulen ist die neue Informationstafel verpflichtend - entweder auf einem Monitor oder im Schildformat. Der Tankstellenverband ZTG schätzt, dass es also nur etwa 1500 der 14500 Tankstellen in Deutschland betrifft. Das sei "das einzig gute" an der neuen Regelung, zitiert web.de den ZTG-Geschäftsführer Jürgen Ziegner, der das Plakat für "so überflüssig wie einen Kropf" hält. "Es nutzt mir ja wenig, wenn ich unterwegs bin und tanken muss, und dann erfahre, wie viel ich zuhause für den Strom gezahlt hätte", kritisiert er.

Was sich sonst noch alles im Oktober in Deutschland ändert, lest ihr hier.