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Ab wann sind Autos und Motorräder Oldtimer? Echte Klassiker, Baujahresklassen und H-Kennzeichen

Oldtimer sind echte Hingucker auf Deutschlands Straßen. Aber wann spricht man bei einem Auto eigentlich von einem Oldtimer? Und welche Kennzeichen gibt es für welche Raritäten?
 
Lenkrad eines Oldtimers
Blick in einen Oldtimer: Welche Kriterien müssen vorhanden sein, damit ein Fahrzeug als Oldtimer gilt? Foto: Melk Hagelslag/Pixabay.com

Steht am Ende des Nummernschildes ein „H“, dann hat man einen Oldtimer vor sich.  Aber wann spricht man überhaupt von einem Oldtimer? Laut ADAC ist ein Oldtimer ein gut gepflegtes Auto oder Motorrad mit Sammler- und Liebhaberwert, das mindestens vor 30 Jahren erstmals zugelassen wurde. Damit es das H-Kennzeichen bekommt, muss ein Auto bestimmte Kriterien erfüllen. Diese regelt eine Oldtimer-Richtlinie des Bundesverkehrsministeriums.

Zum einen muss das Fahrzeug verkehrssicher und vorschriftsmäßig ausgestattet sein, aber auch als kulturhistorisch wertvoll eingestuft sein. Es sollte sich weitestgehend in einem originalen Zustand befinden und gut erhalten und gepflegt sein.

Definition Oldtimer: Wie alt muss ein Auto sein?

Neben dem H-Kennzeichen gibt es auch das rote 07-Kennzeichen. Das rote 07-Kennzeichen reicht aus, wenn man damit nur an Veranstaltungen teilnimmt, die der Präsentation von Oldtimer-Fahrzeugen und der "Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes" dienen. Dann muss man aber ein Fahrtenbuch führen. Alternativ ist eine Kombination von H-Zulassung und Saisonkennzeichen möglich.

Für ein Oldtimer-Gutachten werden mehrere Bereiche am Auto geprüft:

  • Fahrzeugidentität
  • Aufbau / Karosserie
  • Rahmen und Fahrwerk
  • Motor und Antrieb
  • Bremsanlage
  • Lenkung
  • Reifen / Räder
  • Elektrische Anlage
  • Innenraum
  • Spezifische Besonderheiten bei Krafträdern
  • Spezifische Besonderheiten bei Nutzfahrzeugen

Cadillac, Renau alpine a 110, Ford Transit Oldtimer

Wie komme ich an ein Oldtimer-Gutachten? Ein amtlich anerkannter Sachverständiger, Prüfer oder Prüfingenieur muss ein Gutachten für die Einstufung als Oldtimer erstellen (etwa bei DEKRA, GTÜ, KÜS oder TÜV). Hier finden Sie die Richtlinie für die Begutachtung von Oldtimern.

Was kostet ein Oldtimer-Gutachten? Neben den Gebühren für die Zulassungsstelle und Kosten für die Nummernschilder muss man die Kosten für die H-Abnahme mit einrechnen. Je nach Prüfstelle kann man Kosten zwischen 80 und 200 Euro einplanen.

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Wie werden Oldtimer kategorisiert? Es gibt sogenannte Baujahresklassen, sie sollen einen Vergleich der Fahrzeuge in Bezug auf ihren technischen Entwicklungsstand ermöglichen. Je nach Event oder Veranstaltung werden aber auch andere Klassifizierungen verwendet.

  • Klasse A: bis einschließlich 1904 – Ancestor
  • Klasse B: 1905 bis 1918 – Veteran
  • Klasse C: 1919 bis 1930 – Vintage
  • Klasse D: 1931 bis 1945 – Post Vintage
  • Klasse E: 1946 bis 1960 – Post War
  • Klasse F: 1961 bis 1970 – keine spezielle Bezeichnung
  • Klasse G: 1971 bis 1991 (Fahrzeuge mindestens 30 Jahre alt)

Oldtimer und Youngtimer

Ein sogenannter „Youngtimer“ sei laut ADAC zwischen 20 und 30 Jahre alt und habe eine geringe Jahreslaufleistung. 

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Brauche ich ein H-Kennzeichen? Niemand muss für seinen Oldtimer ein H-Kennzeichen beantragen. Wer ein H-Kennzeichen besitzt, kann gewisse Vorteile genießen: Man zahlt zum Beispiel manchmal eine günstigere Kfz-Steuer. Für Oldtimer mit H-Kennzeichen gilt laut ADAC ein jährlicher Steuersatz von pauschal 191,73 Euro (Pkw und Lkw), 46,02 Euro (Zweirad). Vom ADAC heißt es aber: „In Bezug auf die Kfz-Steuer rechnet sich ein H-Kennzeichen nicht unbedingt für Kleinwägen und Motorräder bis zur Mittelklasse.“ Einen Überblick über die Kraftfahrzeugkennzeichen finden Sie beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

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