• Die Altkleidersammlung und der Sinn dahinter
  • Was passiert mit den Sachen?
  • Woran erkennt man schwarze Schafe?
  • Wie spende ich richtig?

Der Schrank quillt über. Die Kinder sind aus den Sachen herausgewachsen. Es passt nicht mehr oder man möchte mit der Kleidung eines Verstorbenen anderen Menschen helfen. Hier kann die Altkleidersammlung helfen. Vielerorts stehen die entsprechenden Container der Sammelorganisationen, in welche die Sachen eingeworfen werden können. Oder aber es liegt ein Zettel im Briefkasten, der eine Sammlung ankündigt, oft auch mit entsprechenden Säcken oder Eimern für Schuhe. Also alles einpacken und spenden. Es soll ja Hilfsbedürftigen zugutekommen, also Menschen mit wenig Geld oder denen, die durch eine Katastrophe alles verloren haben. Zusätzlich wird auch die Umwelt entlastet, denn jedes weiter verwendete Kleidungsstück landet erst einmal nicht auf dem Müll. Was sich zunächst einmal gut anhört, birgt allerdings gewisse Risiken. Oft liest man von schwarzen Schafen, welche die gesammelte Kleidung nicht weiter spenden, sondern in die Industrie verkaufen, wo daraus Lappen hergestellt werden oder aber sogar in andere Länder exportieren, wo sie auf Flohmärkten zum Verkauf angeboten werden. Aber auch beim Spenden selber gibt es einiges zu beachten. Was kann ich spenden? Wie erkenne ich eine seriöse Organisation? Wo kann ich sehen, wo meine abgelegte Kleidung landet? 

Was kann ich spenden?

Jedes Jahr werden bundesweit über 1,3 Millionen Tonnen Altkleider gesammelt. Davon gehen rund 12 Prozent letztlich in die Verbrennung, insgesamt 26 Prozent werden recycelt oder zu Putz- oder Dämmstoffen verarbeitet. Alles andere wird entweder an Bedürftige ausgegeben oder als Secondhand-Kleidung weiterverkauft. Es werden allerdings immer wieder Klagen laut, dass der Anteil an nicht verwertbaren Textilien zunimmt. Diese müssen dann meist der thermischen Verwertung zugeführt werden, nachdem man sie mit der Hand aussortiert hat. 

Oft gelangen solche Textilien aus Unwissenheit in die Sammelbehälter. Was darf oder sollte gespendet werden? 

  • Bekleidung (sauber und tragbar)
  • Haus- und Heimtextilien (Bettwäsche, Tischwäsche, Badtextilien, Bettdecken aus Federn)
  • Schuhe (tragbar, paarweise gebündelt)
  • Taschen (funktionstüchtig) Handtaschen, Schultaschen, Sporttaschen, Rucksäcke

Was auf keinen Fall in eine Sammlung gehört

Bei Kuscheltieren sollte man generell nachfragen, einige Betreiber nehmen sie an, andere lehnen dies ab, da die Hygiene hier nicht gewährleistet werden kann.

Auf keinen Fall in die Sammlung gehören:

  • Verschmutzte, kaputte oder nasse Bekleidung
  • Textilreste, Schneidereiabfälle
  • Bettdecken, die nicht aus Federn, sondern aus Hohlfasern (Polyester) sind
  • Teppiche, Teppichboden
  • Matratzen
  • Defekte Taschen
  • Abfälle
  • Elektrogeräte, Töpfe usw.

Was geschieht mit meiner Spende und wie erkenne ich ein seriöses Unternehmen?

Wenn die Altkleider eingesammelt wurden, werden diese zunächst sortiert. Dies ist ein Prozess, der von Hand durchgeführt werden muss. Dabei werden tragfähige oder benutzbare Textilien von allem anderen getrennt. Das Aufkommen ist laut dem BRK höher als der tatsächliche Bedarf. Was nicht in den Kleiderkammern landet, wird verkauft, um damit die Kosten für die Sammlungen sowie Mieten und Strom zu bezahlen. Überschüsse werden laut den Statuten verwendet. Aus den verkauften Waren werden beispielsweise neue Textilien oder auch Teppiche hergestellt, aber auch Dämmstoffe für das Baugewerbe.

Vieles landet allerdings auch auf Märkten in den "Dritte-Welt-Ländern". Dem Vorwurf, dass man so seinen Müll loswerden wolle, steht entgegen, dass viele Länder nicht in der Lage sind, die Bevölkerung mit neuen Textilien zu versorgen oder dass die Bevölkerung oft genug nicht in der Lage ist, sich diese leisten zu können. Somit sind diese Textilien auch an der richtigen Adresse. Dadurch können auch unter Umständen dort wichtige und wertvolle Arbeitsplätze entstehen. Anders hingegen sieht es bei den unseriösen Unternehmen aus. Dort werden oft die Textilien nur gewogen und dann an die Verwerter verkauft. Damit sind diese für die Weiterbenutzung verloren. 

Doch woran erkenne ich ein seriöses Sammelunternehmen? Verlässliche Kleidersammler haben oft ein Siegel auf dem Container oder dem Handzettel, den sie in die Briefkästen werfen. Da wäre als Erstes das DZI-Spendensiegel, welches belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht. Organisationen, die dieses Siegel tragen, haben sich dazu verpflichtet, transparent zu arbeiten, sparsam zu wirtschaften und sachlich und wahrhaftig zu informieren. Es gibt entsprechende Kontroll- und Aufsichtsstrukturen. Ferner das Label FairWertung, ein Dachverband von rund 130 gemeinnützigen Organisationen.

Weitere Organisationen

Diese haben sich dazu verpflichtet, sozial- und umweltverträgliche Standards einzuhalten. Dazu zählt beispielsweise, dass die Organisation gemeinnützig ist und mit ihrer Arbeit keine eigenwirtschaftlichen Ziele verfolgt, dass Erträge aus dem Verkauf unmittelbar und mittelbar sozialen, diakonischen oder karitativen Zwecken zugeführt werden und dass wahrheitsgemäße Angaben über Zweck und Verwendung der Kleidersammlung gemacht werden.

Als Letztes das BVSE Qualitätssiegel Alttextilsammlung. Die Mitgliedsunternehmen haben sich dazu verpflichtet, für Transparenz bei der Sammlung, nachvollziehbare Verwertungswege und den Schutz der Umwelt zu sorgen. Die abgegebenen Kleidungsstücke werden so weit wie möglich als Second-Hand-Kleidung wiederverwendet. Kleidung, die nicht mehr tragbar ist, wird den Angaben zufolge hochwertig verwertet.

Unternehmen, die das Siegel tragen, werden regelmäßig von einem externen und unabhängigen Sachverständigen überprüft. Weiterhin, so die Verbraucherzentrale, sollte eine deutsche Adresse mit einer Festnetznummer in Deutschland auf dem Container oder dem Handzettel vorhanden sein. Bei unseriösen Sammlern fehlen diese Angaben in der Regel oder man erreicht unter der Nummer nur einen Anrufbeantworter. Ich kann also, sofern ich diese Punkte beachte, meine Textilien mit gutem Gewissen spenden.

Welche Alternativen zur Spende gibt es?

Neben den bereits erwähnten Sammelunternehmen gibt es darüber hinaus auch kirchliche Organisationen, die gebrauchte Textilien annehmen und entsprechend verteilen. Auf Tauschbörsen oder den diversen Kleinanzeigenportalen kann man seine gebrauchten Sachen zu Geld machen, was allerdings mit einem gewissen Aufwand verbunden ist.

Manche Städte bieten auch Kleiderbörsen an, die ähnlich wie Flohmärkte funktionieren. Auch einige Bekleidungsgeschäfte nehmen inzwischen gebrauchte Kleidung wieder zurück. Diese Unternehmen verkaufen die Textilien entweder als Secondhand-Ware oder aber in Verwertungsunternehmen. 

Es ist jedoch am einfachsten, seine gebrauchten Textilien in die an vielen Orten aufgestellten Container zu werfen. Wer sich an den erwähnten Punkten orientiert, kann davon ausgehen, dass seine Sachen entweder weiter getragen oder aber umweltbewusst recycelt oder entsorgt werden.