Zigaretten-Ärger: Das bringt diesen fränkischen Braumeister "so richtig auf die Palme"

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Zigaretten-Ärger bringt Braumeister aus Wunsiedel "so richtig auf die Palme"
Richard Hopf von Lang-Bräu in Wunsiedel weist auf das Problem hin, wenn Pfandflaschen mit Fremdkörpern zurückgegeben werden.
Zigaretten-Ärger bringt Braumeister aus Wunsiedel "so richtig auf die Palme"
Screenshot Lang-Bräu Schönbrunn vom 28.10.2026

Braumeister Richard Hopf aus Wunsiedel hält eine mit Zigaretten gefüllte Flasche in die Kamera. In einem Video erklärt er, warum sie ihn zur Weißglut treibt.

Dass Kunden ihre Pfandflaschen und Kästen zurückgeben – und zwar in möglichst gutem Zustand – ist für Brauereien sehr bedeutsam. Eine zurückgegebene Mehrwegflasche kann wieder befüllt werden. Das spart Kosten für neues Glas, das in der Herstellung teuer ist. Die Sortierung und Reinigung des Leerguts ist zudem aufwendig. Hohe Rückgabequoten mit wenig Verunreinigung senken diesen Aufwand.

Entsprechend wütend wird Braumeister Richard Hopf von der traditionsreichen Lang-Bräu im oberfränkischen Wunsiedel, wenn er etwa Zigaretten in einer Pfandflasche sieht. In den sozialen Medien spricht er regelmäßig verschiedene Themen rund um das Brauen an. "Was bringt einen Braumeister so richtig auf die Palme?", lautet der Titel eines Videos vom Mittwoch (28. Oktober 2026).

"Besonders schlimm". Brauer aus Wunsiedel möchte Pfandsünden vorbeugen

In die Kamera hält Hopf eine mit Zigarettenstummeln prall gefüllte Flasche. In Fällen, in denen Pfandflaschen als Abfallbehälter umfunktioniert würden, bekomme die Flaschenwaschmaschine Schwierigkeiten. Sie könne Teile dieser Fremdkörper nicht entfernen, wodurch ein Abfallglas entsteht, erklärt er. "Besonders schlimm sind die dünnen Folien aus Zigarettenverpackungen." Diese seien selbst für die Kontrollmaschinen schwer zu erkennen. "Deshalb hier ganz streng auf Mülltrennung achten", mahnt der Brauer. 

2025 geriet die von zwei Brüdern geführte Traditionsbrauerei aus traurigem Grund in die Schlagzeilen. Wegen einer verschärften Marktsituation und notwendigen millionenschweren Investitionen stellte die Familie den Betrieb zum 31. Mai 2025 ein. Wie es hieß, brauen Partner aber Getränke nach Lang-Bräu-Rezeptur noch für das Bräustüberl Schönbrunn im Wunsiedeler Stadtteil Schönbrunn.

Auch die Brauerei Hennemann aus dem Kreis Bamberg schloss im Juli 2026. Um dem Inhaber zu helfen, ruft der örtliche Rewe-Markt dazu auf, Kästen und Flaschen für "einen sauberen Abschluss" zurückzubringen. Immerhin haben Leergut und Kisten einen Vermögenswert.

Bier-Experte aus Oberfranken moniert: Pfandrechnung ist veraltet

Richard Hopf sprach in einem Video vom April über Pfandanhebung. Diese sehe das Team "grundsätzlich als sinnvoll an". Die heutigen Pfandsätze stammen demnach aus einer Zeit, in der Kästen und Flaschen deutlich günstiger waren als heute. Beim aktuellen Kastenpfand von 1,50 Euro brutto und dem Mehrwegflaschenpfand von 8 Cent brutto seien das bei 20 Flaschen insgesamt 3,10 Euro brutto.

"Wenn man sich aber anschaut, was ein leerer Kasten mit Flaschen heute tatsächlich kostet, dann liegt man inzwischen bei ungefähr 10 Euro netto", betont er. Ein neuer leerer Plastikkasten kostet ihm zufolge rund 6 Euro netto, die Flaschen schlagen demnach mit etwa 20 Cent netto pro Stück zu Buche. "Genau da sieht man, dass der heutige Pfandwert mit dem tatsächlichen Wiederbeschaffungswert leider nicht mehr viel zu tun hat."

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