Die sich seit dem Frühjahr auch in Europa ausbreitenden Affenpocken haben Oberfranken erreicht. Wie das Landratsamt Wunsiedel im Fichtelgebirge am Donnerstag (30. Juni 2022) mitteilt, hat sich bei einer Person der Verdacht einer Infektion mit den sogenannten Affenpocken bestätigt. Vor einigen Wochen war in Ansbach der erste Fall der Infektionskrankheit in Franken aufgetreten.

Laut Angaben des Landratsamtes in Wunsiedel befinde sich die betroffene Person in häuslicher Isolation und werde durch das Gesundheitsamt des Landkreises betreut. Das Gesundheitsamt am eigentlichen Wohnort der betroffenen Person sei ebenfalls informiert worden.

Verdacht von Affenpocken bestätigt sich: Keine engen Kontaktpersonen im Landkreis Wunsiedel

Den Ermittlungen des Gesundheitsamts zufolge habe die erkrankte Person im Landkreis Wunsiedel keine engen Kontaktpersonen, so die Behörde weiter. Zu Alter, Geschlecht und Aufenthaltsort des Infizierten machte das Landratsamt zunächst keine Angaben. Keine Informationen gibt es derzeit auch darüber, wie es zu der Infektion kam.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft die Affenpocken als eine seltene, vermutlich vor allem von Nagetieren auf den Menschen übertragene Viruserkrankung ein. Eine Weitergabe von Mensch-zu-Mensch ist nach aktuellen Erkenntnissen nur bei sehr engem Kontakt möglich.

Aktuell (Stand 30. 6. 2022) seien 969 Affenpocken-Fälle aus allen 16 Bundesländern übermittelt worden, erklärt das RKI

WHO besorgt: Risiko von Affenpocken-Ausbreitung unter Schwangeren und Kindern

Unterdessen bleibt der Ausbruch von Affenpocken-Infektionen in mehr als 50 Ländern für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine ernsthafte Bedrohung. "Ich bin besorgt, dass die Übertragungen anhalten, denn das würde darauf hindeuten, dass sich das Virus etabliert und Hochrisikogruppen wie Kinder, immungeschwächte Personen und schwangere Frauen treffen könnte", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstag in Genf. Ein Notfallausschuss aus unabhängigen Experten hatte sich vergangene Woche noch mehrheitlich dagegen ausgesprochen, eine "Notlage von internationaler Tragweite" auszurufen. In Kürze soll eine Entscheidung fallen, ob das  Virus eine neue Bezeichnung bekommt - weil der Name "Affenpocken" irreführend sein soll.

Nach dem Willen der Ständigen Impfkommission (Stiko) in Deutschland sollen bestimmte Menschen eine Impfung gegen Affenpocken erhalten

red/dpa

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