Vom oberfränkischen Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge bis nach Cheb ist es nicht weit - wovon man hierzulande demnächst einmal mehr profitieren könnte.
Der Nordosten Bayerns möchte von den Plänen des Lkw-Produzenten Daimler Truck für eine neue Fertigungsstätte in Cheb (Eger) in Tschechien profitieren. Das Unternehmen selbst hatte im März 2026 verkündet, in den kommenden Jahren einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag in den neuen Standort zu investieren.
"Eine Investition dieser Größenordnung direkt vor unserer Haustür kann zu einem echten Standortvorteil für das Fichtelgebirge werden", äußerte der Wunsiedler Landrat Peter Berek (CSU) laut einer Mitteilung.
Daimler Truck investiert in tschechisches Montagewerk
"Diese Chance wollen wir nutzen. Wir haben viel zu bieten - für Unternehmen, die sich im Umfeld des neuen Werks ansiedeln möchten, genauso wie für Menschen, die dort arbeiten und im Fichtelgebirge leben wollen." Er fügte hinzu: "Eine Investition dieser Größenordnung wenige Kilometer von unserer Landkreisgrenze entfernt muss uns bewegen." Cheb, das Fichtelgebirge und die Region Karlsbad seien wirtschaftlich längst eng miteinander verflochten.
"Wir denken die Grenzregion inzwischen als gemeinsamen Wirtschaftsraum." Im Frühjahr hatte der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart angekündigt, einen Teil seiner Lkw-Fertigung nach Tschechien zu verlagern. Bis zum Ende des Jahrzehnts, wurde damals mitgeteilt, solle ein Montagewerk in Cheb entstehen. Geplant sei der neue Standort für eine Produktionskapazität von etwa 25.000 Einheiten pro Jahr. Rund 1.000 Arbeitsplätze seien vorgesehen.
Der Landkreis hat mittlerweile einen Arbeitskreis ins Leben gerufen, der sich mit den Auswirkungen der Ansiedlung im Nachbarland beschäftigen soll. Zudem will Wunsiedel die Beziehungen zur Stadt Cheb, zur Region Karlsbad, zu Wirtschaftsakteuren auf tschechischer Seite und zu Daimler Truck intensivieren. Man wolle die Möglichkeiten des Fichtelgebirges aktiv in die Gespräche einbringen. Dazu gehörten wirtschaftliche Potenziale ebenso wie die Wohn- und Lebensqualität der Region, hieß es weiter.