Bernhard Teuber aus Marktredwitz hat eine krebskranke Frau. Als diese sich mit Nasenbluten in einem akuten Notfall befand, begann eine mühsame Suche nach einem Arzt im Umland. "Ein Skandal erster Ordnung", findet er.
- Marktredwitz: Krebskranke Frau von Bernhard Teuber bekommt plötzlich starkes Nasenbluten
- Akuter Notfall: Hoher Blutverlust kann schnell gefährlich werden
- Keine HNO-Praxis erreichbar: Paar sucht vergeblich nach Arzt in Umgebung
- "Dann verblutet so ein Mensch": Odyssee für Ehepaar endet erst in Sachsen
Es war ein Erlebnis, das Bernhard Teuber aus Marktredwitz auch mit zeitlichem Abstand noch kaum fassen kann. Als sich seine Frau in einem gefährlichen Zustand befindet, kann er in der Umgebung keinen einzigen Arzt ausfindig machen. "Es ist ein Skandal", fasst er seine Sicht im Gespräch mit inFranken.de am Montag (17. Januar 2022) zusammen.
Schock für krebskranke Frau in Marktredwitz: "Kein HNO-Arzt im gesamten Umfeld erreichbar."
Teubers 76-jährige Frau ist krebskrank und habe eines Vormittags plötzlich starkes Nasenbluten bekommen. Eine Situation, die dem Paar Sorgen bereitet habe. Diese habe auch der behandelnde Arzt aus Weiden geteilt, der Teuber am Telefon erklärt habe, dass ein hoher Blutverlust für seine Frau gefährlich werden könne. Die Ader müsste gegebenenfalls verödet werden, habe das Paar erfahren.
Nach dem Telefonat sei das Paar zur Notaufnahme ins Klinikum gefahren, doch hier sei ihnen gesagt worden, dass sich die nächste HNO-Abteilung in Plauen befände. Das Angebot sei gefallen, die Patientin mit einem Notarztwagen dorthin zu fahren. Teuber habe es aber vorgezogen, eine Praxis in der Nähe zu finden, doch vergebens.
Dass es der Montag vor Weihnachten war, sei keine Entschuldigung dafür. "Es war kein HNO-Arzt im gesamten Umfeld erreichbar." Auch über die Nummer des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes habe er keine hilfreiche Auskunft erhalten, erzählt Teuber.
Marktredwitzer nach Arzt-Odyssee fassungslos: "Dann verblutet so ein Mensch"
Am Nachmittag habe das Nasenbluten etwas nachgelassen. Abends habe ihm das Krankenhaus Bethanien in Plauen zwar angeboten, noch in der Nacht zu kommen, doch in dieser Zeit habe Glatteisgefahr geherrscht, schildert Teuber. Mit nassen Tüchern habe das Paar dem Nasenbluten noch etwas entgegengewirkt und entschieden, am nächsten Tag nach Plauen zu fahren.
Wie der Arzt aus Weiden habe der dortige Onkologe die Gefahr erkannt. Die Entscheidung sei dann gegen eine Verödung gefallen, da konservative Mittel wie Salben aufgrund der durchlebten Chemo schonender seien.
Also laut Artikel sollte die Frau mit einem "Notarztwagen" in eine entsprechende Fachklinik gebracht werden, was abgelehnt wurde. Dann traute man sich später nicht wegen Glatteis zu fahren und wartet bis zum nächsten Tag und dann schimpft man darüber??
Darüber hinterher zu lästern hilft den Leuten auch nicht .
Es sind ältere Mitbürger die oft noch anders denken als Jüngere .
Vermulich wollten sie niemanden zur " Last fallen ".
Das sehe ich ganz anders, margotchen. Wenn mir im Notfall angeboten wird mit dem Notarztwagen in eine Fachklinik gefahren zu werden, dann kann es eigentlich nix besseres geben und mir würde nicht im Traum einfallen das Angebot auszuschlagen.. Wenn ich aber stur bin, beratungsresistent und den eigenen Willen durchsetzen will, dann ist das für mich auch in Ordnung. Sich aber dann im Nachgang öffentlich zu beschweren, das geht gar nicht.
Wenn sie niemandem zur Last fallen wollten, dann darf man sich hinterher aber auch nicht beschweren, dass einem keiner hilft. Hilfe ist bereits ganz am Anfang angeboten worden. Hätten sie das Angebot, sich in eine Fachklinik verlegen zu lassen, angenommen, wäre die Sache noch am Nachmittag erledigt gewesen.