"Kreativität kennt kaum Grenzen": Zoll deckt Drogen-Schmuggel in großem Stil auf

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Zoll aus Selb stoppt per Post verschickte Drogensendungen auf dem Weg nach Tschechien
Geburtstagskarte mit besonderem Inhalt: versteckte Betäubungsmittel.
Zoll aus Selb stoppt per Post verschickte Drogensendungen auf dem Weg nach Tschechien
Hauptzollamt Regensburg
Zoll aus Selb stoppt per Post verschickte Drogensendungen auf dem Weg nach Tschechien
Eine Zöllnerin bei der Kontrolle von Postsendungen mit dem mobilen Röntgengerät ("ScanVan").
Zoll aus Selb stoppt per Post verschickte Drogensendungen auf dem Weg nach Tschechien
Hauptzollamt Regensburg

Von Ecstasy bis zu Pilzen – die Kontrolle mit Röntgentechnik deckt kuriose Verstecke auf. So schützt der Zoll die Bevölkerung vor Drogen und neuen psychoaktiven Stoffen.

Bei der Kontrolle von Postsendungen aus den Niederlanden, die über Deutschland nach Tschechien weiterbefördert werden sollten, hat die Kontrolleinheit Verkehrswege (KEV) Selb des Hauptzollamts Regensburg vor Kurzem zahlreiche Betäubungsmittel und neue psychoaktive Stoffe sichergestellt. Insgesamt wurden 13 Strafverfahren eingeleitet.

Die Zöllnerinnen und Zöllner kontrollierten die Sendungen eines Postdienstleisters. Solche Kontrollen finden laut Polizeiangaben regelmäßig stichprobenweise statt. Dabei werden Pakete und Briefsendungen unter anderem mit moderner Röntgentechnik überprüft. Ergibt sich dabei der Verdacht auf eine Straftat oder Ordnungswidrigkeit, werden die Sendungen geöffnet und genauer untersucht.

Zoll aus Selb stoppt per Post verschickte Drogensendungen

Die Kreativität der Versender kennt dabei kaum Grenzen: Die Drogen waren unter anderem in Geburtstagskarten, einem kleinen Bluetooth-Lautsprecher sowie in verschiedenen Produktverpackungen versteckt.

Im Rahmen der Kontrolle leitete der Zoll neun Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und vier Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) ein. Dabei wurden folgende Betäubungsmittel und neue psychoaktive Stoffe sichergestellt:

Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz:

  • 93 Gramm halluzinogene Pilze mit dem Wirkstoff Psilocybin
  • eine Aufzuchtstation für halluzinogene Pilze
  • 40 Gramm Amphetamin
  • 10 Gramm Crystal
  • 60 Tabletten Diazepam
  • fünf Tabletten Bromazolam
  • 1,3 Gramm Kokain
  • 10 Gramm synthetische Cathinone (stimulierend wirkende synthetische Drogen)
  • 502 Ecstasy-Tabletten (210 Gramm netto)

Verstöße gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz:

  • 37,6 Gramm NEP
  • 50 Gramm 2-MMC
  • 1,2 Gramm Phen-F
  • sieben Blotter 1S-LSD
  • fünf Blotter 4-AcO-MET

Gegen die jeweiligen Adressaten der Sendungen wurden entsprechende Strafverfahren eingeleitet. Je nach Sachverhalt besteht der Verdacht eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in Verbindung mit Bannbruch oder gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz.

Besteht der Verdacht, dass Betäubungsmittel regelmäßig oder in größerem Umfang bestellt werden oder Hinweise auf einen gewerbsmäßigen Handel vorliegen, übernimmt das Zollfahndungsamt München die weiteren Ermittlungen.

"Kriminelle versuchen immer wieder, Drogen in scheinbar unauffälligen Postsendungen zu verstecken. Unsere regelmäßigen Kontrollen zeigen, dass der Zoll auch diesen Schmuggelweg konsequent überwacht. Jede sichergestellte Sendung verhindert, dass die Drogen ihr Ziel erreichen, und schützt die Bevölkerung vor den Gefahren dieser Stoffe", erklärt Günter Schnabel, Leiter der Kontrolleinheit Verkehrswege Selb.