Bezahlbarer Sprit: Söder will zentrale Regelung an deutschen Tankstellen kippen

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Die hohen Spritpreise treiben Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder um. Er will dauerhaft niedrige Preise - und stellt eine zentrale Regelung an deutschen Tankstellen nun in Frage.

CSU-Chef Markus Söder fordert eine grundlegende Reform der deutschen Energiesteuern. "Wir müssen über die CO2-Bepreisung und alle Preisregeln sprechen, die Energie in Deutschland staatlich teurer machen", sagte der bayerische Ministerpräsident vor der Sitzung des Bundesrates in Berlin. Er lobte die Schritte zur Absenkung der Spritpreise. Doch das ist ihm nicht genug. "Wir müssen grundlegend überlegen, wie wir dauerhaft die Energiepreise senken können." 

Es brauche ein "großes Paket", welches dauerhaft Entlastungen bei den hohen Energiepreisen bringe, so Söder. Es könne nicht sein, dass die deutsche Politik alle drei Monate hin und her schwanke, ob sie eingreife oder nicht.

Warum Söder nicht mit sinkenden Spritpreisen rechnet

Statt einer weiteren "Einmaloperation" brauche es eine grundsätzliche Regelung auf Dauer. "Denn die Weltlage ist, wie sie ist. Es gibt keinen Hinweis, dass sich das alles in den nächsten Monaten automatisch entspannt." Tanken müsse in Deutschland aber wieder bezahlbar sein. 

Bundestag und Bundesrat wollen den nächsten Tankrabatt auf den Weg bringen. Er soll die Steuern auf Benzin und Diesel um knapp 17 Cent senken, um Autofahrer zu entlasten. Aus Söders Sicht helfe die Erhöhung der Pendlerpauschale im nächsten Jahr zwar ebenfalls gegen die hohen Kosten für Spritpreise, "aber das allein reicht nicht. Es braucht eine Energiesteuerreform."

Weg mit der 12-Uhr-Regel an Tankstellen?

Zudem sei es richtig, "Instrumente, die nicht funktioniert haben, zu beerdigen". Die 12-Uhr-Regel sei letztlich gescheitert und habe keine Entlastung gebracht. Deswegen unterstütze Bayern den Antrag und die Idee, diese 12-Uhr-Regel jetzt endlich zu kippen. "Wir müssen das grundsätzlicher anpacken."

Günstiger hat die 12-Uhr-Regel das Tanken zwar allen Experten zufolge nicht gemacht. Doch das Preiskarussell an den Tankstellen hat sie deutlich verlangsamt. Hoch und runter: Tausende von Preisänderungen waren es in Summe jeden Tag alleine an den Tankstellen in der Region. Mitterweile wissen Autofahrer: Zwischen 10 und 12 Uhr ist es zuverlässig am günstigsten. Keine Preislotterie mehr an der Zapfsäule also.

Söder wiederholte erneut, dass er auch grundsätzlich mit der Idee einer Übergewinnsteuer einverstanden sei, "wenn sie auf europäischer Ebene funktioniert". Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) müsse das jetzt nachweisen. Auch gegen einen Spritpreisdeckel habe er nichts einzuwenden, jedoch gebe es von Fachleuten immer wieder Zweifel, ob das Modell funktioniere.

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Vorschaubild: © Christophe Gateau/dpa