Versteckt in Brückendämpfern, entdeckt in einer abgelegenen Halle: Ermittler finden in Unterfranken eine große Menge an Kokain. Nun sind die Urteile gegen zwei Drogenkuriere gefallen.
Update vom 29.04.2026: Riesige Kokain-Menge auf Acker gefunden - Urteile gegen Dealer gefallen
Rund neun Monate nach dem Fund einer enormen Menge Kokain in Unterfranken hat das Landgericht Würzburg drei mutmaßliche Drogenkuriere zu Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten hatten im Prozess die ihnen vorgeworfenen Taten im Wesentlichen eingeräumt. Im Fall von umfassenden und glaubwürdigen Geständnissen hatte die Jugendkammer zuvor einen Strafrahmen für die 20, 26 und 49 Jahre alten Männer in Aussicht gestellt.
Das Gericht verhängte am dritten Verhandlungstag Freiheitsstrafen: 10 Jahre für den 49-Jährigen, 7 Jahre für den 26 Jahre alten Angeklagten und 4 Jahre Jugendstrafe für den jüngsten Verdächtigen. Das Urteil erging wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Handeltreiben mit Betäubungsmitteln. Es ist noch nicht rechtskräftig.
Die Staatsanwaltschaft hatte für den ältesten Angeklagten 11 Jahre Haft gefordert, 8 Jahre für den 26-Jährigen sowie 5 Jahre und 8 Monate Jugendstrafe für den 20-Jährigen. Die Verteidiger hatten sich für neuneinhalb und sechseinhalb Jahre Haft für die beiden älteren Angeklagten ausgesprochen sowie für eine Bewährungsstrafe nach Jugendstrafrecht für den 20-Jährigen. Die Verdächtigen - zwei Franzosen und ein Schweizer - sollen zusammen mit noch unbekannten Komplizen dafür verantwortlich sein, dass rund 1,4 Tonnen Kokain nach Deutschland gelangten. Allein im unterfränkischen Abtswind waren im vergangenen Sommer 300 Kilogramm Kokain gefunden worden - im Wert von ungefähr 15 Millionen Euro.
Bisher noch unbekannte Bandenmitglieder sollen in Mexiko zwischen 100 und 300 Kilogramm hochreines Kokain in Hohlräume von stählernen Brückendämpfern verbaut haben. Diese sollten an eine Scheinfirma in Europa transportiert werden. Den Ermittlern zufolge sollen hierfür bundesweit mehrere Lagerhallen angemietet worden sein, unter anderem in Abtswind (Landkreis Kitzingen). Dort sollen die Brückendämpfer geöffnet und das Kokain entnommen worden sein. Die Anklage geht von einer Kokain-Menge von 1,4 Tonnen aus, die so nach Deutschland gelangte.
Im vergangenen Juli hatte ein Landwirt die Polizei gerufen, weil er an einer abgelegen stehenden Halle an der Autobahn 3 im Landkreis Kitzingen mehrere verdächtige, teils vermummte Menschen bemerkt hatte. Die Polizei fasste daraufhin die drei Angeklagten und stellte etwa 300 Kilogramm Kokain sicher.
Ursprungsmeldung: Enorme Kokain-Menge in Unterfranken entdeckt - was trotz Geständnissen unklar ist
Rund neun Monate nach dem Fund einer großen Menge Kokain in Unterfranken haben drei mutmaßliche Drogenkuriere vor Gericht die ihnen zur Last gelegten Taten zugegeben. Die Jugendkammer am Landgericht Würzburg hatte im Falle umfassender und glaubwürdiger Geständnisse einen Strafrahmen für die 20, 26 und 49 Jahre alten Angeklagten in Aussicht gestellt. Die Männer sollen zusammen mit noch unbekannten Komplizen dafür verantwortlich sein, dass etwa 1,4 Tonnen Kokain nach Deutschland geschmuggelt wurden. Allein im unterfränkischen Abtswind (Kreis Kitzingen) wurden im vergangenen Sommer 300 Kilogramm Kokain entdeckt - mit einem geschätzten Wert von rund 15 Millionen Euro.
Der 49 Jahre alte Schweizer soll nach Ansicht des Gerichts eine Haftstrafe zwischen neuneinhalb und elf Jahren erhalten. Für den 26-jährigen Franzosen sieht die Kammer eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb bis acht Jahren vor, und für den 20-Jährigen, der die Vorwürfe bereits vor der Verhandlung zumindest teilweise eingeräumt hatte, vier bis sechs Jahre Jugendstrafe. Auch der junge Mann ist Franzose.