"Außerordentliche Bereitschaft": Wie Würzburg und seine Landwirte bedrohte Feldhamster schützen

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Würzburg: Wie Landwirte und Stadt bedrohte Feldhamster schützen - "außerordentliche Bereitschaft"
Sechs Infoschilder informieren zukünftig über Feldhamsterausgleichsflächen im Würzburger Stadtgebiet. V. l. n. r. : Biologin Dr. Heike Lenz (Gartenamt), Stadtrat und Landwirt Wolfgang Roth, ...
Würzburg: Wie Landwirte und Stadt bedrohte Feldhamster schützen - "außerordentliche Bereitschaft"
Stadt Würzburg, Gartenamt, Friederike Reiser-Dobler

Die Stadt Würzburg und ihre Landwirte tragen zum Schutz des Feldhamsters, einer bedrohten Tierart, bei.

Wie die Stadt Würzburg in folgender Pressemeldung erklärt, galt der Feldhamster in den 70er Jahren noch als Ernteschädling auf den Feldern, seit 2020 ist er nicht nur lokal, sondern weltweit vom Aussterben bedroht. In ganz Bayern beschränken sich seine Lebensräume zwischenzeitlich auf Mainfranken, hier schwerpunktmäßig den Würzburger Raum sowie Kitzingen und Schweinfurt.

Die Ursachen des Rückgangs sind vielfältig und komplex, jedoch gefährdet besonders der Verlust von Lebensräumen mit ausreichend Schutz und Nahrung das Überleben der kleinen Wühler.

Im Stadtgebiet Würzburg werden von mehreren engagierten Landwirten derzeit ca. 30 Hektar Ackerflächen feldhamsterfreundlich bewirtschaftet.

Auf diesen Flächen stehen Feldhamstern über ihren gesamten Aktivitätszeitraum hinweg Getreide, Luzerne und weitere Pflanzenarten als Nahrungsangebot zur Verfügung. Bis zum Beginn seines Winterschlafes im Herbst kann der Feldhamster so seinen eigenen Nahrungsbedarf decken und sich auch für die Jungenaufzucht und die Anlage seines Wintervorrats ausreichend mit Energie versorgen. Zudem findet der Feldhamster ausreichend Versteckmöglichkeiten, um sich vor seinen zahlreichen Fressfeinden in Sicherheit zu bringen.

„Im Vergleich zu herkömmlich bewirtschafteten Äckern lassen sich auf den ausgewiesenen Flächen deutlich mehr Feldhamsterbaue nachweisen. Diese Entwicklung freut uns besonders, denn zum Erhalt der Artenvielfalt ist das Fortbestehen intakter Lebensräume wichtig und muss unbedingt gefördert werden“, erläutert Bürgermeister Martin Heilig die Hintergründe der Zusammenarbeit mit den Landwirten.

Schilder informieren vor Ort

Interessante Fakten zur Lebensweise des Feldhamsters sowie zu einer hamsterfreundlichen Feldwirtschaft finden Interessierte zukünftig an Infoschildern in Lengfeld und Versbach. Stellvertretend für die teilnehmenden Landwirte nahm Stadtrat Wolfgang Roth von Bürgermeister Heilig, Gartenamtsleiter Dr. Grob und der Biologin Dr. Lenz eines von sechs Schildern in Empfang.

„Wir danken unseren Landwirten für ihre außerordentliche Bereitschaft, sich aktiv am Schutz dieser bedrohten Tierart zu beteiligen“, erklärte Heilig im Rahmen des Zusammentreffens. Fast automatisch kommen die Maßnahmen der Landwirte zahlreichen weiteren Arten der Agrarflur, wie Feldhasen oder Rebhühnern zu Gute, was die Artenvielfalt weiter fördert.