Würzburg will in Zukunft keine sexistischen und gewaltverherrlichende Lieder bei städtischen Festen und Veranstaltungen spielen. Dies teilt die SPD-Stadtratsfraktion am 12. August mit. Hintergrund ist ein Antrag der Fraktion im Stadtrat. 

Der Antrag sei zwar abgelehnt worden - denn die Stadt sei für  die "Ausgestaltungen von Verträgen mit Festveranstalter*innen" nicht verantwortlich. Jedoch habe nun Kommunalreferent Wolfgang Kleiner mitgeteilt, dass die Stadt zumindest bei städtischen Veranstaltungen festlege, dass "jede Art von Liedgut, das rassistisch, sexistisch oder extrem ist, bei einer musikalischen Veranstaltung nicht zulässig und untersagt ist sowie nicht (ab-)gespielt werden darf." Das soll künftig auch in Verträgen festgehalten werden, wie die dpa ergänzend berichtet.

Donaulied: Auch in Passau und Erlangen ist ein Verbot Thema

Hintergrund ist die Diskussion um das Donaulied, welches eine Passauer Studentin bereits im Jahr 2020 per Petition aus den Festzelten und Kneipen der Stadt verbannen wollte. Sie hatte damals viel Zuspruch - aber auch Hassnachrichten - bekommen. In der Folge hatten sich auch andere Städte zu dem Thema "Bierzelt-Sexismus" geäußert. Einen Beschluss des bayerischen Landtags hatte es aber nicht gegeben. Stattdessen seien die jeweiligen Kommunen für ein Verbot zuständig. 

In Erlangen hatten sich daraufhin die Grünen Anfang des Jahres dafür starkgemacht, das Donaulied nicht mehr bei der Erlanger Bergkirchweih zu spielen. "Das Donaulied normalisiert und verherrlicht sexualisierte Gewalt", hatte Carla Ober, Grünen-Sprecherin für Gleichstellung und Queerpolitik, damals gesagt.

In einer weit verbreiteten Version des Donauliedes heißt es: "Ich machte mich über die Schlafende her, Ohohoholalala, sie hörte das Rauschen der Donau nicht mehr, Ohohoholalala" oder "Mein Mädchen, mein Mädchen, was regst du dich auf, Ohohoholalala, für mich war es schön und für dich sicher auch, Ohohoholalala".

Dazu passend: Donaulied ist ein wertloses Kulturgut: Warum reden wir überhaupt noch darüber? Ein Kommentar