Nach dem großen Polizeieinsatz am Donnerstagvormittag auf dem Parkplatz des Kulturspeichers in Würzburg laufen die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft Würzburg auf Hochtouren. Die Ermittler suchen nun auch nach Zeugen, die im Zusammenhang mit dem Einsatzgeschehen sachdienliche Hinweise geben können.

Großeinsatz in Würzburg: Was war passiert?

Am Donnerstag (22.11.2018) gegen 10.45 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken die Mitteilung ein, dass auf dem Kulturspeicher-Parkplatz am Alten Hafen in Würzburg ein Mann mit einem Messer unterwegs sein soll. Er soll laut der Mitteilung auch bereits Fahrzeuge beschädigt haben.

Polizist schießt Angreifer nieder

Ein Beamter der Polizeiinspektion Würzburg-Land war mit als Erster am Einsatzort. Der Mann mit dem Messer - wie sich später herausstellte, handelt es sich um einen 42-jährigen Würzburger mit deutscher Staatsangehörigkeit, der bereits vorher durch seine Straftaten bei der Polizei bekannt war - soll den Streifenpolizisten mit dem Messer angegriffen haben. Der Polizist musste von seiner Schusswaffe Gebrauch machen - mindestens ein Schuss aus der Dienstwaffe sei abgegeben worden. Dabei wurde der 42-Jährige schwer verletzt.

Zwei Verletzte bei Polizeieinsatz in Würzburg

Dem Ermittlungsstand nach sind die Verletzungen des Mannes nicht lebensbedrohlich. Er kam in eine Klinik und wird dort während seines stationären Aufenthalts von der Polizei bewacht. Der Polizeibeamte wurde bei dem Einsatz ebenfalls verletzt. Auch er kam in ein Krankenhaus, konnte jedoch nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Er wird momentan professionell betreut.

Nach Schusswaffengebrauch in Würzburg: Untersuchungen laufen

Polizei, Kriminalpolizei und ein Vertreter der Staatsanwaltschaft Würzburg befanden sich am Einsatzort. Gefahr für die Bevölkerung bestand der Polizei zufolge nicht. Der Bereich rund um das Museum im Kulturspeicher war am frühen Mittag großräumig abgesperrt worden. Auf dem Gelände eines ehemaligen Getreidelagers im alten Hafen der Stadt sind heute das Städtische Museum und das Museum für Konkrete Kunst, ein Tanztheater und eine Kabarettbühne untergebracht.

Bei der Suche nach den Hintergründen tappten die Ermittler zunächst im Dunkeln. "Derzeit ist für uns kein Motiv erkennbar", sagte ein Polizeisprecher. Die Ermittlungen im Zusammenhang mit dem polizeilichen Schusswaffengebrauch werden vom Bayerischen Landeskriminalamt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg geführt.

Tat soll rekonstruiert werden - Zeugen gesucht

Um die Abläufe exakt rekonstruieren zu können, bittet die Polizei nun auch um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am Donnerstagvormittag auf die Geschehnisse im Bereich des Parkplatzes am Kulturspeicher aufmerksam geworden ist oder wer sonstige sachdienliche Angaben machen kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0931/457-1732 zu melden.