Sie wiegen gerade mal vier Kilogramm und sind so groß wie ein Schuhkarton: die Mini-Satelliten aus Würzburg. Sie starten heute ihre Reise in den Weltraum. 

Vom russischen Weltraumbahnhof Plessezk aus werden sie mit einer Sojus-Rakete in etwa 600 Meter Höhe in eine Umlaufbahn gebracht. Von dort aus sollen sie sich selbstständig untereinander koordinieren, die Erde ohne toten Winkel erfassen und so unseren Planeten in einem dreidimensionalen Raum darstellen können. Das verkündet die Julius-Maximilians-Universität Würzburg auf ihrer Website. 

Für den Notfall: Mini-Satelliten können hilfreich sein

Durch die 3D-Erdbeobachtung sollen Vulkanausbrüche, Erdbeben oder Schiffsbewegungen realisiert werden. Auch die Klimaforschung spielt eine große Rolle: "Die Kleinst-Satelliten-Messnetze im Orbit können rasch bessere Entscheidungsgrundlagen für Notfallsituationen und für Herausforderungen wie den Klimawandel bereitstellen", sagt Professor Klaus Schilling, Leiter des Lehrstuhls für Informatik VII der Uni Würzburg. Er hat zusammen mit seinem Team die Satelliten entwickelt. Unterstützung erhielt das Team von der Europäischen Union mit dem ERC Grant NetSat.

Auch wenn sich die Mini-Satelliten selbst koordinieren sollen, werden sie doch von Würzburg aus gesteuert: "Wir können über eine Funkverbindung Befehle hoch geben", so Daniel Eck, Geschäftsführer des Zentrums für Telematik. Das Zentrum für Telematik und die Uni Würzburg wollen mit Partnern aus fünf Kontinenten insgesamt neun Satelliten in die Umlaufbahn bringen. 

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) möchte Angaben zufolge per Video Grußworte an das Forscherteam schicken.