Antikörper gegen Coronavirus: Die Forschung rund um das neuartige Coronavirus kommt nur langsam voran. Nachdem kürzlich ein erstes Gegenmittel seinen Weg in den europäischen Raum gefunden hat, sollen weitere Erkenntnisse, die bei der Eindämmung des Virus helfen, gefunden werden.

Denn noch immer bleiben wichtige Fragen ungeklärt. Wie hat sich das Virus in der Bevölkerung tatsächlich verbreitet? Wer trägt bereits Antikörper in sich? Wie verändern sich Antikörper im Laufe der Zeit? Und welche Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie lassen sich in Bezug auf Körper, Geist und Seele ausmachen?

Neue Studie zu möglichen Coronavirus-Antikörpern der Uniklinik Würzburg

Diesen Fragen nimmt sich die Julius-Maximilian-Universität Würzburg in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg und das Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie (IKE-K) an. Die Studie läuft bereits seit dem 16. Juni und verspricht eine möglichst genaue Abbildung der Würzburger Bevölkerung.

Möglich wird das durch den bereits sehr detaillierten Datensatz einer Herzinsuffizienz-Studie namens "STAAB": Für diese wurden die Vorstufen einer Herzinsuffizienz mit Unterstützung der Stadt Würzburg untersucht. Insgesamt 5000 Würzburgerinnen und Würzburger zwischen 30 und 79 Jahren wurden ausgewählt und sind repräsentativ für die Gesamtbevölkerung der Stadt.  Auf Basis der STAAB-Datenerhebung sind bereits einige internationale Publikationen zur Entstehung, Entwicklung und Verbreitung der Volkskrankheit Herzinsuffizienz entstanden.

Nun soll mit dem Würzburger STAAB-Covid-Programm geklärt werden, wie häufig akute Covid-19 Infektionen in der Würzburger Bevölkerung auftreten und wie stark die Immunität gegen das Virus bereits ausgeprägt ist. Das STAAB-Covid Programm ist in mehreren Etappen geplant. Zunächst sollen Basis-Untersuchungen durchgeführt werden. Später sollen Nachuntersuchungen folgen, um die Entwicklung über einen größeren Zeitraum festhalten zu können.

Studienergebnisse bereits in diesem Jahr möglich

Durch diese Methodik könne der „natürliche Durchseuchungsgrad“ repräsentativ über den Verlauf der Pandemie hinweg abgebildet werden. Erste Ergebnisse zum aktuellen Stand der Infektionen sowie ein Status quo, was das Ausbilden etwaiger Antikörper angeht, sollen bereits im September 2020 veröffentlicht werden können. 

Um an der Studie teilnehmen zu können, benötigen die Forscher von den Patienten 23 Milliliter Blut, einen Rachenabstrich, einen ausgefüllten Fragebogen sowie das Einverständnis, die erhobenen Daten anonym zu analysieren. 

Wie die Forscher mitteilen, würde davon nicht nur die Allgemeinheit profitieren, auch ein persönlicher Vorteil sei gegeben. Durch die Blut-Untersuchung erfahre man, ob man bereits unerkannt an der neuartigen Lungenkrankheit erkrankt sei und mögliche Antikörper gebildet habe.