Unbekannte haben auf einem fränkischen Weingut massiven Schaden angerichtet. Die Winzerfamilie sucht nun verzweifelt nach Zeugen und hat sogar eine Belohnung ausgerufen.
Das von der Familie Schwarz geführte Weingut am Ölspiel in Sommerhausen (Kreis Würzburg) wurde Opfer von heftigem Vandalismus. Wie Christian Schwarz am Donnerstag (20. August 2026) gegenüber inFranken.de berichtet, haben Unbekannte am vergangenen Wochenende auf einer Obstplantage des Weinguts gewütet und knapp 100 junge Zwetschgenbäume zerstört, indem sie sie einfach am Stamm durchgeschnitten haben. "Wir entdeckten den Schaden, als wir am Montagmorgen (17. August 2026) zur Zwetschgenernte in der Obstanlage ankamen", erinnert sich Schwarz.
"Wir waren schockiert von dem Anblick, da wir die Bäume heuer aufwendig vor der Trockenheit bewahrt haben und sehr viel Pflegearbeit leisten mussten", berichtet er. "Das hat nichts mehr mit einem Streich zu tun, sondern ist ein gezielter Anschlag", macht er seinem Ärger Luft. Noch immer sei die Winzerfamilie fassungslos und stehe gleichzeitig vor einem Rätsel. Denn obwohl der Vorfall bei der Polizei angezeigt wurde, sei bislang noch immer völlig unklar, wer für die Tat verantwortlich ist und welches Motiv dahintersteckt. Die Familie hat sich nun dazu entschieden, eine Belohnung von 1000 Euro für Hinweise auszusetzen, die zum Täter führen. Zumal die Bedeutung der Bäume über rein wirtschaftliche Aspekte hinausgehe.
Weingut am Ölspiel rätselt über unfassbare Tat - "benötigt sehr viel Wut"
"Für uns sind Obstbäume genauso wie Weinreben die Grundlage, die Einkommen garantiert und Kulturlandschaft und regionalen Obstanbau für die Gesellschaft sichert", erklärt Christian Schwarz gegenüber inFranken.de. "Der Angriff richtet sich somit einerseits gegen uns und den Wert der Bäume, andererseits aber auch gegen die Natur und die regionale Landwirtschaft", so Schwarz. Die Schadenshöhe, die sich durch Anschaffungskosten, einjährige Pflegearbeit und Ertragsausfall auf "einige tausend Euro" belaufe, sei für Schwarz deshalb "nur ein kleiner Teil der Tat". Viel schlimmer sei der "prinzipielle Schaden an der Natur" und am regionalen Obstanbau.
"Der heimische Obstbau ist aktuell sehr herausfordernd, denn neben den anspruchsvollen Trockenphasen geht es auch um günstige Obstimporte, die durch andere Anbaubedingungen günstigere Preise anbieten können", führt er aus. "Wenn das so weitergeht, gibt es in absehbarer Zukunft kaum noch heimisches Obst, und um diese Wertigkeit auch in den Vordergrund zu stellen, gibt es eine Belohnung, falls der Täter erwischt werden kann", erklärt Schwarz. Die unterfränkischen Bauern klagen generell über Ertragseinbußen aufgrund von "massivem Trockenstress".
Zumindest den Tatzeitpunkt könne Schwarz relativ klar, wenn auch nur grob, eingrenzen. Wie er berichtet, war zuletzt am Freitagabend (14. August 2026) jemand auf der Plantage, um die Bäume zu bewässern. Zu diesem Zeitpunkt sei noch alles in bester Ordnung gewesen. Somit müssen die Täter irgendwann im Zeitraum zwischen Freitagabend und Montagfrüh zugeschlagen haben. Doch alles Weitere sei nach wie vor ein Rätsel. "Wir wissen nicht, was die Gedanken bei dieser Person waren, und haben keine Anhaltspunkte, wer zu so etwas in der Lage ist", erklärt er. Eines stehe für ihn jedoch fest: "Es benötigt zumindest mal eine gute Astschere und sehr viel Wut über irgendwas, um so etwas anzurichten", so Schwarz.
Unbekannte fällen 100 Obstbäume - Winzerfamilie sucht Zeugen
Die betroffene Obstplantage des Weinguts am Ölspiel befindet sich in Sommerhausen Richtung Ochsenfurt zwischen Mainradweg und B13. Wer dort im Zeitraum zwischen Freitagabend (14. August 2026) und Montagmorgen (17. August 2026) etwas Verdächtiges beobachtet hat, wird gebeten, sich mit seinen Hinweisen an das Weingut am Ölspiel (Telefonnummer: 09333/221) oder an die Polizeiinspektion Ochsenfurt (Telefonnummer: 09331/8741-0) zu wenden.
Unterkriegen lassen wolle sich die Winzerfamilie durch die ganze Geschichte jedoch nicht. "Wir werden im Herbst wieder neue Bäume auspflanzen und hoffen, dass keiner auf dumme Ideen kommt", kündigt Christian Schwarz an.