Siemens Healthineers präsentiert "Technologiesprung, wie ihn unsere Branche nur selten erlebt"

2 Min
Siemens Healthineers will Krebs mit innovativer Lösung bekämpfen
Die Strahlentherapie-Lösung Accela verfügt über einen neu entwickelten Multileaf-Kollimator.
Siemens Healthineers
Siemens Healthineers
Siemens Healthineers will Krebs mit innovativer Lösung bekämpfen
Siemens Healthineers hat die Strahlentherapie-Lösung Accela auf der Astro 2026 vorgestellt.
Siemens Healthineers
Siemens Healthineers
Siemens Healthineers will Krebs mit innovativer Lösung bekämpfen
Der Stand von Siemens Healthineers auf der Astro 2026.
Siemens Healthineers
Siemens Healthineers

Siemens Healthineers setzt im Kampf gegen eine furchtbare Krankheit auf eine innovative Strahlentherapie-Lösung. Der fränkische Medizintechnikhersteller spricht vom "Beginn eines neuen Kapitels".

Siemens Healthineers hat eine neue Strahlentherapie-Lösung vorgestellt. Das System namens Accela soll bestimmte stereotaktische Bestrahlungen ermöglichen, während die Patienten nur einmal den Atem anhalten müssen. Nach Angaben des Medizintechnikherstellers mit Sitz in Erlangen ist auch die gezielte Bestrahlung mehrerer Stellen im Körper in nur 60 Sekunden möglich. KI-gestützte Planungsprogramme sollen dem Behandlungsteam helfen, eine gute Balance zwischen hoher Behandlungsqualität und kurzer Behandlungsdauer zu finden.

In Forchheim hat die Siemens-Tochter unlängst eine völlig neue Halbleiterfabrik in Betrieb genommen. Laut Unternehmensangaben ist sie die erste ihrer Art in Europa.

Neue Strahlentherapie-Lösung von Siemens Healthineers 

Accela, die neue Strahlentherapie-Lösung von Siemens Healthineers, basiert nach Angaben des Unternehmens auf der Plattform NeoArc. Die Neuerung soll ein breites Spektrum an Anwendungen abdecken und die Planung sowie Durchführung komplexer Bestrahlungen unterstützen.

Strahlentherapie (Radiotherapie) bekämpft Tumore gezielt mit ionisierender Strahlung. Sie schädigt das Erbgut der Krebszellen, kann aber auch gesundes Gewebe beeinträchtigen, wie unter anderem der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums erklärt. Meist wird von außen bestrahlt. Je nach Krebsart kommt die Behandlung allein oder etwa in Kombination mit Chemotherapie zum Einsatz, wie unter anderem die Deutsche Krebsgesellschaft erklärt. Mögliche Nebenwirkungen hängen davon ab, welche Körperregion bestrahlt wird. Ausführliche Informationen zum Thema Strahlentherapie bietet der Internetauftritt der Deutschen Krebsgesellschaft. 

Wie Siemens Healthineers in seiner am 27. September 2026 veröffentlichten Pressemitteilung festhält, sollen bei stereotaktischen Behandlungen einzelne Bestrahlungen innerhalb eines Atemanhaltezyklus möglich sein. Mehrziel-Behandlungen mit stereotaktischer Körperstrahlentherapie (SBRT) könnten in rund 60 Sekunden durchgeführt werden. Siemens Healthineers zufolge sollen dadurch die Behandlungszeiten sinken. KI-gestützte Planungswerkzeuge und Algorithmen sollen medizinisches Fachpersonal bei der Abwägung zwischen Behandlungsqualität und Geschwindigkeit unterstützen. Der Chef von Siemens Healthineers will KI gezielt gegen tödliche Krankheiten einsetzen – hält gute Ärzte aber für unverzichtbar.

"Schneller als bisherige Systeme": Unternehmen spricht von außergewöhnlichem Technologiesprung

Zur Ausstattung zählen laut Unternehmen ein großflächiges HyperSight-Kegelstrahl-CT-Bildgebungsfeld und ein neu entwickelter Multileaf-Kollimator. Siemens Healthineers nennt außerdem eine Gantry-Rotationsgeschwindigkeit von bis zu 2,5 Umdrehungen pro Minute, Dosisraten von bis zu 40 Gray pro Minute sowie eine 8-Megavolt-Einstellung ohne Ausgleichsfilter (flattening filter-free).

Dee Khuntia, Chief Medical Officer bei Varian, dem Cancer-Care-Geschäft von Siemens Healthineers, bezeichnete den neuen Strahlentherapie-Ansatz als grundlegende Weiterentwicklung. "Accela ist ein Technologiesprung, wie ihn unsere Branche nur selten erlebt", wird er in der Verlautbarung des fränkischen Medizintechnikherstellers zitiert.  Khuntia verweist darin auch auf mögliche Auswirkungen der Lösung auf die biologische Reaktion auf Strahlentherapie.

"Es ist schneller als bisherige Systeme, basiert auf einer grundlegend modernen Architektur und läutet einen Generationswechsel in der Behandlungsplanung ein. Am meisten begeistert mich jedoch sein Potenzial, die biologische Reaktion auf die Strahlentherapie zu beeinflussen. Das ist kein schrittweiser Fortschritt, sondern der Beginn eines neuen Kapitels", so Khunti.

Steigende Krebszahlen: Siemens Healthineers will mit Accela Kapazitäten schaffen

Nach Angaben der Siemens-Tochter wurde Accela gemeinsam mit NeoArc über mehrere Jahre in Zusammenarbeit mit Krebsforschungs- und Behandlungszentren entwickelt und evaluiert. Zu den genannten klinischen Partnern gehören die Mayo Clinic, das Siteman Cancer Center der Washington University School of Medicine, das Universitätsspital Zürich, das Seidman Cancer Center der University Hospitals Cleveland Medical Center, das Maastro Maastricht Radiation Oncology Institute, das Mass General Brigham Cancer Center und das Memorial Sloan Kettering Cancer Center.

Arthur Kaindl, Leiter von Varian, führt die Entwicklung auf die Bildgebungskompetenz, die Präsenz in der Radioonkologie sowie auf Software- und KI-Lösungen des Unternehmens und dessen klinische Kooperationen zurück. "Unser besonderer Dank gilt den tausenden Kolleginnen und Kollegen, deren Engagement und Innovationsgeist uns in den vergangenen acht Jahren hierher gebracht haben", so Kaindl. 

Siemens Healthineers sieht Accela als Möglichkeit, zusätzliche Behandlungskapazitäten angesichts steigender Krebszahlen, komplexerer Therapien und knapper Personalressourcen bereitzustellen.

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen