Holunderbeeren: Worauf man bei der Zubereitung unbedingt achten sollte

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Holunderbeeren - warum man sie nicht roh essen kann und sollte
Schwarzer Holunder strotzt vor Vitaminen: Roh gegessen lösen die Beeren aber Durchfall und Erbrechen aus.
Holunderbeeren - warum man sie nicht roh essen kann und sollte
CC0 / Pixabay / Hans

Holunderbeeren gelten als heimisches Superfood – doch roh verzehrt bergen sie Gesundheitsrisiken. Wir erklären, wie die wertvollen Inhaltsstoffe sicher genutzt werden können.

Der Schwarze Holunder zählt zu den bekanntesten Heil- und Nutzpflanzen Mitteleuropas. Seine dunklen Beeren schmücken nicht nur Hecken und Waldränder, sondern bieten auch ein bemerkenswertes Nährstoffprofil: reich an Vitaminen, Mineralstoffen und antioxidativ wirkenden Farbstoffen. Doch trotz ihrer gesundheitlichen Vorzüge bringen Holunderbeeren eine wichtige Einschränkung mit sich: Roh verzehrt können sie giftig wirken.

Warum sind rohe Holunderbeeren giftig?

Rohe Holunderbeeren enthalten laut ÖKO-Test das cyanogene Glykosid Sambunigrin, das im menschlichen Körper zu Blausäure umgewandelt werden kann. Dieser sekundäre Pflanzenstoff dient dem Schwarzen Holunder als natürlicher Fraßschutz, kann bei Menschen jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden führen. Typische Symptome nach dem Verzehr größerer Mengen roher Beeren sind laut MDR Übelkeit, Erbrechen, Durchfall sowie Bauchkrämpfe.

Zwar gelten reife Beeren als weitgehend Sambunigrin-frei, doch selbst dann können empfindliche Personen und Kinder auf den Rohverzehr mit Unwohlsein reagieren. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen betont, dass einige wenige rohe Beeren bei gesunden Erwachsenen meist keine Symptome auslösen. Dennoch wird vom rohen Verzehr grundsätzlich abgeraten.

Um das Gift unschädlich zu machen, sollten Sie die Beeren mindestens 20 Minuten bei über 80 Grad Celsius erhitzen. Erst dann sind die Glykoside zersetzt und die Holunderbeeren sicher genießbar, ob als Saft, Mus, Gelee oder Sirup.

Welche gesundheitlichen Vorteile bieten gekochte Holunderbeeren?

Trotz des notwendigen Erhitzens bleiben Holunderbeeren ein nährstoffreiches Lebensmittel mit bemerkenswertem Gesundheitspotenzial. Sie enthalten pro 100 Gramm unter anderem Vitamin C, Vitamin A, B-Vitamine, Kalium, Calcium und Eisen.

Besonders hervorzuheben ist ihr hoher Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen wie Anthocyanen und Flavonoiden. Diese Farbstoffe wirken antioxidativ und entzündungshemmend und können freie Radikale im Körper neutralisieren. Zudem regen sie die Nierentätigkeit an und wirken mild abführend. Allerdings ist zu beachten: Das hitzeempfindliche Vitamin C geht beim Kochen größtenteils verloren. Dennoch bleiben die wertvollen Anthocyane und Mineralstoffe erhalten, sodass Holunderprodukte wie Saft oder Sirup eine sinnvolle Ergänzung zur gesunden Ernährung darstellen.

In vielen fränkischen Gärten gedeihen Heidelbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Himbeeren – und diese heimischen Beeren gelten als wahre Nährstoffbomben. Wieso diese Früchte so wertvoll für die Gesundheit sind und welche positiven Effekte sie auf unseren Körper haben, erklärt Ernährungsexpertin Anne in einem separaten Artikel.

Wie erkenne ich reife und essbare Holunderbeeren?

Nicht alle Holunderarten sind essbar: Während Schwarzer und Roter Holunder nach dem Erhitzen verzehrt werden können, sind die Beeren des Zwergholunders (Attich) giftig. Der Schwarze Holunder wächst als hoher, stark verzweigter Strauch mit hängenden Fruchtdolden, der Zwergholunder hingegen bildet hochstehende Rispen und verholzt nicht.

Ernten Sie nur vollreif gefärbte Beeren. Diese sind tief dunkelviolett bis schwarz und prall. Grüne oder rötliche Früchte enthalten deutlich mehr Sambunigrin und sollten Sie vor der Verarbeitung entfernen. Schneiden Sie am besten ganze Dolden ab und trennen Sie die Beeren anschließend mit einer Gabel von den Stielen.

Achtung: Da der Saft stark färbt, empfiehlt sich das Tragen von Gummihandschuhen bei der Ernte. Verarbeiten Sie die Beeren möglichst schnell nach dem Pflücken, da sie nicht lange haltbar sind. Wer keinen Strauch in der Nähe hat, kann Holunder auch im eigenen Garten anpflanzen – die Pflanze ist anspruchslos und eignet sich gut als Teil einer natürlichen Hecke.

Übrigens werden "Blaubeere" und "Heidelbeere" oft gleichgesetzt, doch tatsächlich unterscheiden sich die beiden Beerenarten. Wir erklären, wie sie sich hinsichtlich Geschmack und gesundheitlicher Wirkung unterscheiden.