• In Würzburg (Unterfranken) schoss ein Polizeischüler am 28. Februar 2019 auf seinen Kollegen
  • Der Polizei-Azubi wurde lebensgefährlich verletzt und starb im Krankenhaus.
  • Laut den Behörden hat sich bei dem Unfall versehentlich ein Schuss gelöst
  • Nun begann der Prozess vor dem Amtsgericht Würzburg
  • Ein Urteil fiel am gleichen Tag

Update vom 14.07.2020, 16 Uhr: Gericht verurteilt 21-Jährigen nach Jugendstrafrecht

Im Prozess um den tödlichen Schuss auf einen Polizeischüler in Würzburg ist am Dienstagnachmittag (14. Juli 2020) ein Urteil gefallen. Der 21-Jährige wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Zur Tatzeit im Februar 2019 war der Mann 19 Jahre alt. 

Alle Zeugen hätten das ausgesagt, was die Ermittlungen ergeben und der Angeklagte gestanden hatte, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag vor dem Amtsgericht Würzburg.

Der 21-Jährige war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Februar 2019 hatte er in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg mit seiner Dienstwaffe versehentlich einem zwei Jahre älteren Kollegen in den Hinterkopf geschossen. Der junge Polizeibeamte starb kurz darauf in einer Klinik. Der damals 19-Jährige habe nicht gewusst, dass sich noch eine Kugel im Lauf befand.

Die Staatsanwaltschaft hatte im Plädoyer eine Bestrafung nach dem Erwachsenenstrafrecht gefordert. Laut Richter wurde unter anderem eine Jugendstrafe verhängt, weil sich der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch in der Ausbildung befand. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. 

Update vom 14.07.2020, 11.10 Uhr: 21-Jähriger gesteht tödlichen Schuss auf Kollegen

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizeischülers auf einen Kollegen hat der Schütze die Anklage in vollem Umfang eingeräumt. Niemals hätte er es für möglich gehalten, dass sich im Lauf der Dienstwaffe noch eine Kugel befinde, erklärte der Angeklagte am Dienstag vor dem Amtsgericht Würzburg in einer schriftlichen Stellungnahme, die sein Verteidiger vorlas. Er gestand, beim Entladen und bei der Kontrolle der Waffe nachlässig gehandelt zu haben.

Der damals 19-jährige Polizei-Azubi hatte im Februar 2019 in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg versehentlich seinen zwei Jahre älteren Kollegen in den Hinterkopf geschossen. Der junge Polizeibeamte starb kurz darauf in einer Klinik. Der mittlerweile 21-jährige Schütze wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt.

Seit dem Vorfall ist er vom Dienst beurlaubt. In der Stellungnahme gab er an, dass er gerne Polizeibeamter geworden wäre und wüsste, dass dies nicht mehr möglich werden könne. Ein Urteil sollte noch am heutigen Dienstag fallen.

Update vom 12.07.2020, 07.00 Uhr: Prozess beginnt gegen Polizeischüler nach tödlichem Schuss auf Kollegen

Nach dem tödlichen Schuss auf einen Polizeischüler in Würzburg beginnt am Dienstag (14.07.2020) der Prozess gegen den Schützen vor dem Amtsgericht Würzburg. Dem 21-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Der Polizei-Azubi soll im Februar 2019 in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg mit seiner Dienstwaffe versehentlich seinen zwei Jahre älteren Mitschüler getroffen haben.

Der junge Polizeibeamte starb kurz danach in einer Klinik. Die Staatsanwaltschaft geht von einem tragischen Unfall aus.

Der damals 19-Jährige habe aus «Nachlässigkeit» seine Waffe nicht ordnungsgemäß entladen. Das Gericht will nun herausfinden, wie die Patrone im Lauf bei der Entladung und Kontrolle der Dienstwaffe nicht bemerkt werden konnte. Es ist der einzige Verhandlungstermin, der für diesen Prozess vorgesehen ist.

Das Opfer war im März 2019 in seinem Heimatort Bergrheinfeld (Landkreis Schweinfurt) unter großer Anteilnahme bestattet worden. Zur Trauerfeier und Urnenbeisetzung kamen laut Polizei rund 750 Menschen. Auch Polizeifunktionäre und Staatssekretär Gerhard Eck (CSU) waren anwesend.

Update vom 06.11.2019, 16.19 Uhr: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizeischülers auf einen Mitschüler hat die Staatsanwaltschaft den Schützen wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Der zur Tatzeit 19 Jahre alte Mann soll sich vor dem Jugendschöffengericht des Würzburger Amtsgerichts verantworten.

„Die Anklage legt dem Beschuldigten zur Last, am 28.02.2019 fahrlässig die tödliche Verletzung eines damals zwei Jahre älteren Kollegen verursacht zu haben“, berichtete Oberstaatsanwalt Boris Raufeisen am Dienstag. Das tödliche Geschehen sei „als Folge eines mehrfachen persönlichen Versagens des Beschuldigten zu bewerten“. Weitere Details nannte die Würzburger Staatsanwaltschaft nicht.

Der angeklagte Polizeiazubi hatte damals in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg mit seiner Dienstwaffe den Mitschüler getroffen. Der schwer verletzte junge Polizeibeamte war damals vom Notarzt noch in ein Klinik gebracht worden, wo er kurz darauf starb. Die Schussabgabe sei nach ersten Ermittlungen „unbeabsichtigt“ gewesen, hieß es damals. Die Waffe sei nicht richtig entladen gewesen.

In der Folge hatte das Landeskriminalamt in München die Untersuchung des Falls übernommen. Das Amtsgericht muss nun prüfen, ob die Anklage zur Verhandlung zugelassen wird.

Update vom 27.08.2019, 15.55 Uhr: Tathergang bleibt weiter ungeklärt

Sechs Monate nach dem tödlichen Schuss eines Polizeischülers auf einen Mitschüler in Würzburg ist der Tathergang weiter ungeklärt. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Dienstag. Am 28. Februar hatte ein 19-jähriger Polizeiazubi in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei mit einem Schuss aus der Dienstwaffe einen 20-jährigen Mitschüler getroffen – vermutlich aus Versehen. Der 20-Jährige starb kurz darauf.

Der Schuss habe sich unabsichtlich gelöst, da die Waffe nicht richtig entladen gewesen sei, hieß es nach dem Vorfall von Polizei und Innenminister. Ob sich dieser Verdacht bestätigt hat und wie es genau dazu kommen konnte, bleibt ein halbes Jahr später zunächst weiter unklar. Den aktuellen Ermittlungsstand gibt die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Sie ermittle weiter wegen fahrlässiger Tötung und rechne noch dieses Jahr mit einer Anklage.

Die Bayerische Bereitschaftspolizei hat nach Angaben eines Sprechers die Dienstanweisungen für Waffen überprüft. Eine Änderung sei aber nicht nötig gewesen, da die Sicherheitsstandards ohnehin hoch seien. Allerdings gebe es inzwischen zusätzliche Unterrichtseinheiten, um für Waffensicherheit zu sensibilisieren. „Mit dem Vorfall ging ein Ruck durch die ganze Polizei“, sagte der Sprecher.


Bereitschaftspolizisten müssen ihre Waffe laut Beamten nach Dienstende entladen und die Munition abgeben. Eine nicht abgegebene Patrone hätte dem Dienstführer auffallen müssen, sagte ein Sprecher der Bayerischen Polizeigewerkschaft nach dem Todesfall. Eventuelle dienstrechtliche Vergehen will die Bereitschaftspolizei aber erst nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft prüfen.

Update 06.03.2019, 13.34 Uhr: Ermittlungen dauern an

Im Fall des erschossenen Polizeischülers in Würzburg ziehen sich die Ermittlungen in die Länge. "Wir werden frühestens in zwei Monaten etwas sagen können", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Würzburg am Mittwoch auf Anfrage mit.

Am vergangenen Donnerstag war ein 20-jähriger Polizei-Azubi in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei von einem 19-jährigen Mitschüler erschossen worden. Die Ermittler schließen ein Versehen nicht aus.

Ungeklärt blieb zunächst, unter welchen Umständen sich der Schuss löste - und warum niemandem aufgefallen war, dass sich noch Munition in der Waffe befand. Polizeianwärter müssen ihre Waffen stets nach dem Dienst entladen und die Munition abgeben. Der Dienstführer zähle die abgegebene Munition eigentlich durch, heißt es.

Die Staatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben bei ihren aktuellen Ermittlungen auch, ob jemand seiner Dienstpflicht nicht ausreichend nachgekommen ist. Die Polizei sagte auf Anfrage, bislang kein Disziplinarverfahren eingeleitet zu haben. Sie warte wie üblich erst die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab. Nach Informationen des bayerischen Innenministeriums kommt es allein in der Bereitschaftspolizei bis zu sieben Mal pro Jahr zu unbeabsichtigten Schüssen.

Update 02.03.2019 14.09 Uhr: Warum war die Waffe geladen?

Nach dem Tod eines Auszubildenden der Bereitschaftspolizei in Würzburg durch den Schuss aus einer Dienstwaffe eines Kollegen laufen die Ermittlungen weiter. Der genaue Ablauf des Unglücks war auch am Samstag unklar, wie es aus Ermittlerkreisen hieß.

Ein 19 Jahre alter Polizeischüler soll am Donnerstagabend in einer Unterkunft der Bereitschaftspolizei den 20-Jährigen nach ersten Ermittlungen versehentlich erschossen haben.

In den Wechselschichten müssen Polizeianwärter nach Angaben von Beamten ihre Waffen stets nach dem Dienst entladen und die Munition abgeben. Bei Antritt des neuen Dienstes holen sie die Munition demnach wieder ab. Ungeklärt ist in dem Fall nach Angaben aus Ermittlerkreisen, warum sich in der Waffe zu dem Zeitpunkt des Vorfalls Munition befand, die der Auszubildende an sich hätte abgeben müssen - und warum das Fehlen dieser Munition nicht auffiel.

Update 02.03.2019 9.59 Uhr: Innenminister Herrmann zu Unglücksurache: "Waffe nicht richtig entladen"

Nach dem tragischen Unfall mit einem erschossenen Polizei-Azubi in Würzburg hat sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zur möglichen Unglücksursache geäußert: "Nach momentanem Stand der Dinge sieht es danach aus, dass ein Polizeikollege seine Waffe nicht richtig entladen hat und noch ein Schuss im Lauf war", sagte Herrmann am Freitag in München. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass die Kugel den jungen Mann am Kopf traf. Gegen den 19-jährigen Schützen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Wie genau es zu der Tragödie kam, wollte die Polizei am Freitag mit Verweis auf aktuelle Ermittlungen nicht bekanntgeben. Herrmann ging davon aus, dass es sich um menschliches Versagen handelte: "Alle Polizeibeamten lernen, wie man seine Waffe richtig entlädt. Das gehört standardmäßig zum Programm und es ist überaus bedauerlich, wenn klare Vorschriften über das Handling mit der Waffe nicht richtig beachtet werden."

Bereitschaftspolizisten müssen ihre Waffe nach Dienstende immer entladen. Nur leere Pistolen dürften mitgenommen werden, sagte Herrmann. Das sei auch in diesem Fall so beabsichtigt gewesen. "Es kann passieren, dass ein Kollege zwar das Magazin aus der Waffe nimmt, aber vergisst, dass die Pistole noch geladen ist", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall. Nur so könne er sich erklären, warum sich auf dem Zimmer ein Schuss lösen konnte. "Der Dienstführer hätte in diesem Fall aber bemerken müssen, dass eine Patrone zu wenig abgegeben wurde", sagte Schall.

Einen Zusammenhang mit den neuen Polizeipistolen sah Herrmann nicht. Damit die Beamten in Gefahrensituationen schneller reagieren können, haben die Waffen keine zusätzliche Sicherung mehr - einmal geladen, kann man einfach den Abzug betätigen. Klar sei aber: "Völlig unbeabsichtigt kann sich ein Schuss nicht lösen, es muss jemand den Abzug betätigt haben. Die Waffe kann nicht von alleine losgegangen sein", sagte Herrmann.

"Die geladenen Waffen sind saugefährlich", bestätigte auch Schall. Strengere Regeln brauche es aber nicht: "Die Vorschriften reichen aus, wenn sich alle daran halten." Er bedauere den "tragischen Fall" sehr, menschliches Versagen könne man aber nie ganz verhindern.

Tatsächlich kommt es immer wieder zu unbeabsichtigt abgegebenen Schüssen. Wie etwa vor rund einer Woche in Würzburg: Dort hatte ein Polizist eine Fensterscheibe durchschossen, weil er dachte, dass seine Waffe nicht geladen sei. Im Dezember 2017 wurde nahe dem Weihnachtsmarkt in Hannover ein Schuss aus einer Maschinenpistole ausgelöst, als ein Polizist die Waffe an einen anderen überreichte. Das Projektil schlug wegen eines Bedienungsfehlers auf dem Boden ein, niemand kam zu Schaden.

Doch sind auch schon Menschen verletzt und getötet worden. Im August 2014 etwa löste sich bei einer Fahrzeugkontrolle im brandenburgischen Cottbus versehentlich ein Schuss. Der Fahrer wurde am Kopf getroffen und fiel ins Koma. Der Polizist wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In Hamburg wiederum wurde im März 2010 ein Zivilfahnder vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen, nachdem sich bei einem Einsatz unbeabsichtigt ein Schuss löste und einen 27-Jährigen tötete.

Nach Informationen des bayerischen Innenministeriums kommt es allein in der Bereitschaftspolizei bis zu sieben Mal pro Jahr zu unbeabsichtigten Schüssen. Bei Tausenden Beamten und dem täglichen Umgang mit Munition sei dies aber generell nicht überraschend. Trotzdem wolle man mögliche Konsequenzen genau überprüfen, betonte Herrmann am Freitag. Entscheidend sei, dass auch scheinbar entladene Waffen noch einmal überprüft werden und in dieser Situation nie auf Menschen gerichtet sein dürfen.

In der Unterkunft, in der sich das Unglück abspielte, sind insgesamt einige Hundert Polizisten untergebracht. "Nachvollziehbarerweise sind die anderen Kolleginnen und Kollegen ganz erheblich von den Geschehnissen betroffen", sagte Zimmer. Bereits in der Nacht sei eine Betreuung der Kollegen und Angehörigen organisiert worden.

Update: Polizei-Azubi starb durch Kopfschuss

Der tödlich verletzte Würzburger Polizeischüler ist an einem Kopfschuss gestorben. Wie aus Ermittlerkreisen am Freitag verlautete, war aber unklar, ob die Kugel aus der Waffe eines anderen Polizeischülers den 20-Jährigen direkt traf oder ob es ein Querschläger war. Ein Schussgutachten sollte klären, wohin der 19-jährige Schütze am Donnerstagabend schoss. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die beiden jungen Männer befanden sich kurz vor Dienstbeginn in einem Zimmer der Bereitschaftspolizei, als sich der Schuss - offenbar unabsichtlich - löste, wie es von der Polizei hieß. Der angeschossene Polizeischüler erlag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.

Update: Ermittlungen eingeleitet

Gegen den 19-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Dies berichtet die Deutsche-Presse-Agentur. Wie genau es zu der Tragödie kam, wollte die Polizei am Freitag mit Verweis auf aktuelle Ermittlungen nicht bekanntgeben. Herrmann ging davon aus, dass es sich um menschliches Versagen handelte: "Alle Polizeibeamten lernen, wie man seine Waffe richtig entlädt. Das gehört standardmäßig zum Programm und es ist überaus bedauerlich, wenn klare Vorschriften über das Handling mit der Waffe nicht richtig beachtet werden."

Bereitschaftspolizisten müssen ihre Waffe nach Dienstende immer entladen. Nur leere Pistolen dürften mitgenommen werden, sagte Herrmann. Das sei auch in diesem Fall so beabsichtigt gewesen. "Es kann passieren, dass ein Kollege zwar das Magazin aus der Waffe nimmt, aber vergisst, dass die Pistole noch geladen ist", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall. Nur so könne er sich erklären, warum sich auf dem Zimmer ein Schuss lösen konnte. "Der Dienstführer hätte in diesem Fall aber bemerken müssen, dass eine Patrone zu wenig abgegeben wurde", sagte Schall.

Update zur Tragödie in Würzburg: Dienstwaffe falsch entladen - Azubi erschießt Kollegen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich zum tragischen Unfall im unterfränkischen Würzburg geäußert: Wie die Deutsche-Presse-Agentur berichtet, sagte Herrmann, dass der Tod des Polizeischülers vermutlich auf eine falsch entladene Dienstwaffe zurück gehe. Die Polizei müsse die genaue Ursache des tödlichen Unfalls noch klären, aber vermutlich habe der Polizei-Azubi eine Kugel im Lauf der Waffe vergessen und nur das Magazin entnommen. Dies sagte Herrmann bei der Begrüßung neuer Polizisten am Freitagvormittag (1. März 2019) in München.

Herrmann appellierte auf der Veranstaltung zudem an die jungen Polizisten: "Nehmen Sie alles, was Sie in ihrer Ausbildung zum Entladen ihrer Waffe gelernt haben, sehr sehr ernst."

Tragischer Unfall in Würzburg - Polizei-Azubi erschießt jungen Kollegen

Bei einem tragischen Unglück wurde am Donnerstagabend (28. Februar 2019) ein Polizeischüler in Würzburg angeschossen und dadurch lebensgefährlich verletzt.Wenig später starb der Auszubildende der Bereitschaftspolizei im Würzburger Klinikum an seinen schweren Verletzungen.

Nun ermittelt die örtliche Polizei, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Die Behörden gehen allerdings bisher davon aus, dass der junge Bereitschaftspolizist den Schuss am Donnerstagabend versehentlich auslöste.

Um 21.32 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein Notruf aus der Bereitschaftspolizeiabteilung ein. Ein anderer Polizeischüler hatte in der Unterkunft der III. Bereitschaftspolizeiabteilung einen einen Schuss gehört. Als er in ein Nachbarzimmer eilte, fand der Polizeischüler dort einen seiner beiden Kollegen lebensgefährlich verletzt, den anderen im Schockzustand vor.

Tragödie in Würzburg: Vorbereitung auf gemeinsame Wache - plötzlich löst sich Schuss

Nach ersten Erkenntnissen hatten sich die beiden auf ihren Wachantritt vorbereitet. Dabei muss es zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen sein. Die Kugel traf dann den Kollegen. Durch den sofort verständigten Rettungsdienst samt Notarzt wurden Erste Hilfe Maßnahmen eingeleitet. Der ältere der beiden Auszubildenden wurde in eine Klinik eingeliefert, wo er allerdings trotz aller Bemühungen weniger später starb. Der Verunglückte war laut Polizei um die 20 Jahre alt, genauso wie sein Azubi-Kollege - ein genaues Alter wollten die Behörden zunächst nicht nennen.

Wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte, war zunächst völlig unklar. Hauptkommissar Zimmer sagte dazu: "Das ist einer der zentralen Punkte der Ermittlungen: Was sind die genauen Umstände, die dazu geführt haben, dass es zu dieser nach jetzigem Stand unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen ist?"

Die ersten Maßnahmen vor Ort übernahmen Beamte der Kripo Würzburg. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen führt das Bayerische Landeskriminalamt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg. Es besteht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung. Solche Unfälle passieren leider immer wieder bei der Polizei: Erst Ende des Jahres hatte ein Polizist in Bonn seinem Kollegen aus Versehen in den Hals geschossen - der 23-Jährige starb wenig später.

Würzburg: Schock bei der Bereitschaftspolizei nach tragischem Unfall

Die anderen Schüler der Bereitschaftspolizei und andere Mitarbeiter stehen erheblich unter Schock. Seitens der Bereitschaftspolizei und des Polizeipräsidiums Unterfranken wurden unverzüglich Betreuungsmaßnahmen organisiert. "In einer ruhigen Minute wird man sicherlich mal innehalten", erklärt Hans Zimmer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken gegenüber News5. rowa/tu/dpa