ICE legte Notbremsung ein: Prozess gegen mutmaßliche "Querdenker" in Franken

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ICE legte Notbremsung ein: Prozess in Würzburg gegen mutmaßliche "Querdenker"
In Würzburg hat am Mittwoch (24. April 2024) ein neuer Prozess begonnen: Im Mittelpunkt stehen zwei mutmaßliche Anhänger der Querdenker-Szene.
ICE legte Notbremsung ein: Prozess in Würzburg gegen mutmaßliche "Querdenker"
Collage inFranken.de: NEWS5 / Bauernfeind (NEWS5) ; Sebastian Gollnow/dpa(beide Symbol)

In Würzburg hat heute ein ungewöhnlicher Berufungsprozess begonnen: Im Mittelpunkt stehen zwei mutmaßliche Anhänger der "Querdenker"-Szene. Ihnen wird unter anderem "gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr" vorgeworfen.

Die Tat liegt mehr als drei Jahre zurück, ein erstes Urteil in der Sache mehr als ein Jahr: Nun beginnt am Mittwoch (24. April 2024, ab 9 Uhr) vor dem Landgericht Würzburg die Berufungsverhandlung gegen zwei mutmaßliche Anhänger der sogenannten Querdenker-Szene. Die Angeklagten sollen im Kampf gegen die Corona-Maßnahmen im Januar 2021 einen ICE in Unterfranken gefährdet haben, um überregionale Aufmerksamkeit zu erregen. 

Das Amtsgericht Gemünden am Main hatte im Dezember 2022 den 39-Jährigen und seine 63 Jahre alte mutmaßliche Komplizin wegen "fahrlässigen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr und Nötigung" schuldig gesprochen. Der Mann erhielt eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Die Frau wurde unter anderem zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt, ausgesetzt zur Bewährung, Bewährungszeit drei Jahre.

Angeklagte legen Berufung gegen Haftstrafe ein - darum geht es in dem Prozess

Sowohl die beiden Angeklagten als auch die Staatsanwaltschaft hatten Berufung gegen die Entscheidung eingelegt, daher wird die Sache nun erneut verhandelt. Dies sollte eigentlich schon im vergangenen Juli geschehen - der Prozess war aber damals kurzfristig wegen der Erkrankung der Verteidigung verschoben worden. 

Das Duo hatte der Anklage zufolge im Januar 2021 geholfen, fünf an Holzlatten befestigte Plakate über die Gleise auf der Bahnstrecke Gemünden-Waigolshausen aufzustellen. Auf den Transparenten war unter anderem in roter Farbe geschrieben zu lesen: "Achtung Gleisbruch 2km" und "Diesmal Fake". Ein aus Schweinfurt kommender ICE mit 62 Fahrgästen durchfuhr eine dieser Konstruktionen mit einer Größe von etwa 1,50 mal 4,50 Meter.

Der Lokführer leitete eine Notbremsung ein. Verletzt wurde niemand. Die Ermittler gingen rasch davon aus, dass Gegner der Corona-Maßnahmen für die Aktion verantwortlich sein könnten.