Aufgrund der Coronakrise kam es zu einem ungeahnten Ansturm auf Toilettenpapier. So sei von Februar bis März 2020 eine Verkaufssteigerung um 700 Prozent zu verzeichnen gewesen. Große Mengen wurden gehamstert, die Regale waren regelmäßig leergeräumt. Doch während auf der einen Seite Klopapier im Überfluss ist, greifen andererseits viele Haushalte auf Alternativen zurück - was Probleme für die Stadtwerke und die Kläranlagen mit sich bringt.

Die Stadt Würzburg hat in einer Pressemitteilung genau dieses Thema angesprochen. Darin wird dazu aufgefordert, zusätzliche Probleme zu vermeiden - Diese entstehen, wenn Haushalte verstärkt auf Küchen-, Papier- oder Feuchttücher zurückgreifen.

Klopapier-Alternativen sorgen für Verstopfungen

Problematisch an den Klopapier-Alternativen wie Küchen-, Papiertaschen- und Feuchttüchern ist das Material, aus dem sie zusammengesetzt sind. Klassisches Toilettenpapier zerreißt schnell und kann leicht gefiltert werden, bei Feuchttüchern ist das nicht der Fall. Daher sind Verstopfungen im eigenen Haushalt oder im Abwassernetz möglich. 

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Gelangen die Tücher in die Entwässerungsbetriebe, müssen sie dort "aufwendig aus dem Abwasser gefischt werden", wie es in der Pressemitteilung heißt. Erschwert wird diese Aufgabe derzeit durch die reduzierte Personalsituation. Denn in Würzburg arbeitet derzeit die gesamte Stadtverwaltung - also auch der Entwässerungsbetrieb - im Notbetrieb.

Christine Neuland, die Leiterin des Kanalbetriebs erklärt allerdings, dass sowohl die Abwasserreinigung als auch die Abwasserleitung in dieser Hinsicht "auf jeden Fall ordnungsgemäß und den gesetzlichen Anforderungen entsprechend sichergestellt" sei. 

"Desaster für die Umwelt" soll vermieden werden

Das bisherige Verhalten der Würzburgerinnen und Würzburger lobt Neuland: "Vermehrte Probleme mit Toilettenpapiersubstituten konnten wir noch nicht feststellen, das freut uns sehr."

Um diesen Zustand auch in der Zukunft beizubehalten, sendet Neuland noch einen Appell hinterher: "Bitte zwingen Sie unsere Mitbürger nicht durch Verknappung des Toilettenpapiers zu kreativen Hygiene-Ideen. Sonst kommen wir mit dem Minimalbetrieb, den wir stemmen müssen, nicht mehr zurecht und es ergeben sich zusätzliche und vermeidbare Probleme."

Diese entstehen eben dann, wenn weiter auf Klopapier-Alternativen zurückgegriffen werden muss. Sobald die Kläranlagen nicht wie gewünscht funktionieren, ist eine Reinigungsleistung in vollem Umfang nicht möglich. Kommt es so weit, wäre dies "letztlich auch ein Desaster für die Umwelt."