Allerdings wurde seine Tatbeteiligung laut Ermittlerangaben bisher nicht ausreichend nachgewiesen. "Ich habe nix gemacht", beteuerte der 49-Jährige vor Gericht. "Soweit ich mich erinnern kann, war ich sehr angetrunken." Der Zeuge berichtete, er habe an dem Abend gefeiert und bis 22.00 Uhr mehr als eine Flasche Wodka konsumiert. Ob er nach Mitternacht noch auf der Straße war und Feuerwerk gezündet habe, wisse er nicht mehr.
Weitere Zeugen sollen vernommen werden
Später habe er sich jedoch auf Videoaufnahmen von Mobiltelefonen erkannt, die ihm die Polizei gezeigt habe. Auf diesen sind zwei Männer nach Mitternacht zu sehen, die mit Pyrotechnik hantieren. Andere Zeugen berichteten, sie hätten zwar zwei Männer mit Feuerwerk gesehen, seien sich aber unsicher, wer letztlich welche Rakete gezündet habe. Ein ermittelnder Polizist äußerte sich zur Brandursache: "Ich bin mir sicher, dass es definitiv eine Rakete der beiden Personen gewesen sein muss." Letztlich ergebe sich jedoch aus den Videoaufnahmen nicht, wer es gewesen sei.
Das Amtsgericht hatte ursprünglich nur einen Prozesstag geplant. Da sich die Zeugenaussagen teils widersprechen und bisher nicht geklärt wurde, wer die entscheidende Rakete gezündet hat, sollen weitere Zeugen vernommen werden. Der Prozess wird am 26. Oktober fortgesetzt.
Ursprungsmeldung vom 14.10.2026, 11.06 Uhr: Silvesterrakete brachte Seniorin den Tod - "ich wollte das nicht"
Geständnis am Amtsgericht Würzburg: In der letzten Silvesternacht kam es zu einem tragischen Vorfall, bei dem eine pflegebedürftige Frau durch ein Feuer ums Leben kam. Eine Rakete hatte einen Brand auf ihrem Balkon ausgelöst.
Rund zehn Monate später gestand ein Mann vor dem Amtsgericht Würzburg, die Rakete gezündet zu haben – obwohl er bemerkt hatte, dass sie beschädigt war. Der 42-Jährige äußerte vor dem Schöffengericht sein Bedauern: "Ich wollte das nicht."
Silvester in Würzburg: Gehbehinderte Frau stirbt an einer Rauchvergiftung
Laut Staatsanwaltschaft war dem Mann bewusst, dass der Holzstab der Rakete gebrochen war. "Dies hatte, für den Angeklagten vorhersehbar und vermeidbar, zur Folge, dass die Rakete zunächst rund drei bis vier Meter gerade nach oben flog, dann die Richtung änderte und auf dem Balkon der Wohnung der Geschädigten landete", erklärte die Anklagevertreterin.
Ermittlungen zufolge entzündeten sich auf dem Balkon verschiedene Gegenstände, und der gefährliche Rauch drang in die Wohnung des Opfers in dem Mehrfamilienhaus ein.
Rettungskräfte fanden die 88-jährige, gehbehinderte Bewohnerin bewusstlos in der Wohnung. Jede Hilfe kam für sie zu spät, und sie verstarb an einer Rauchvergiftung.
Zeugin beschuldigt jemand anderen
Eine Zeugin des Abends erklärte hingegen vor Gericht, dass ein Freund des Angeklagten kurz nach Mitternacht die verhängnisvolle Rakete gezündet und absichtlich auf das Haus gezielt habe. Neben dem Angeklagten gab es einen weiteren Verdächtigen, dessen Tatbeteiligung jedoch laut Ermittlern nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte.
Das Amtsgericht hat bisher nur einen Prozesstag angesetzt, zu dem neun Zeugen geladen wurden.