Sie retteten einem kleinen Jungen das Leben: Als ein Vierjähriger im Freibad in Weißenburg in einem unbeobachteten Moment in ein Schwimmbecken fiel und nicht mehr auftauchte, griffen zwei Badegäste ein und starteten die Reanimation. Wer die zwei Frauen waren, blieb zunächst ein Rätsel. Nun hat die Polizei die Retterinnen gefunden.

Der Junge war am Sonntagabend (14. August 2022) gegen 18 Uhr im Weißenburger "Limesbad", als seine Mutter ihn für einen Moment aus den Augen verlor. Dies reichte jedoch aus, dass der Vierjährige in den Pool stürzte. Laut der zuständigen Polizeiinspektion konnte er weder schwimmen noch trug er Schwimmflügel. Die anderen Kinder im Pool hätten den Ernst der Lage zunächst nicht erkennen können: "Sie waren ganz erstaunt und dachten sich eher: ,Wie cool, der kann ja voll lange tauchen!'", beschreibt die Polizei den Unfall.

Junge geht in Weißenburger Freibad unter: Krankenschwestern greifen ein

Zwei Frauen kamen zu diesem Zeitpunkt am Schwimmbecken vorbei und sahen den Jungen regungslos am Beckenboden liegen. Umstehende Badegäste zogen das Kind schließlich aus dem Wasser und die beiden Krankenschwestern starteten mit der Reanimation. Der Junge sei "bereits blau angelaufen" gewesen. Die Wiederbelebungsmaßnahmen hätten sich "gefühlt mehr als fünf Minuten" hingezogen, gibt die Weißenburger Inspektion die Aussagen der beiden Lebensretterinnen wieder. "Es war spitz auf Knopf."

Noch im Freibad sei der Junge wieder voll ansprechbar gewesen. Zur Sicherheit wurde er dennoch mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen. Denn auch noch Stunden nach einem Badeunfall können Kinder Wasser in der Lunge haben, man spricht bei dem Phänomen von "sekundärem Ertrinken". "Dem Jungen geht es gut. Er war eine Nacht lang im Krankenhaus", berichtet die Polizei auf Nachfrage von inFranken.de.

Die Polizei startete nach diesem "lebensrettenden Einsatz" einen Aufruf, um die beiden Frauen zu finden. Sie meldeten sich am Montagmittag (15. August) bei der Inspektion. Am darauffolgenden Dienstag dankte ihnen die Stadt Weißenburg bei einem öffentlichen Termin zudem für ihr schnelles Eingreifen.

In den vergangenen Wochen war immer wieder von tragischen Badeunfällen zu lesen, bei denen oftmals Kinder oder Jugendliche ins Wasser stürzten. Auch der kleine Junge in Weißenburg war seiner Mutter wohl ausgebüxt. "Bei einem Vierjährigen ist das natürlich schwierig, die sind wieselflink", gibt die Polizei zu bedenken. Der erhöhten Aufmerksamkeit der beiden Krankenschwestern sei es zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert wurde.

Erstmeldung vom 15.08.2022: Frauen retten und reanimieren kleinen Jungen

Große Heldentat im Freibad - junge Frauen ziehen Bub (4) aus Wasser und reanimieren ihn: Ein Vierjähriger verdankt zwei jungen Frauen sein Leben. Jetzt wird nach den Unbekannten gesucht, wie die zuständige Polizei aus Weißenburg schreibt.

Am Sonntag (14. August 2022) gegen 18 Uhr sahen zwei bisher unbekannte junge Frauen einen vierjährigen Jungen bewusstlos im Wasser des Entspannungsbeckens im Freibad Weißenburg treiben. Ohne zu zögern, zogen sie ihn aus dem Wasser und begannen mit der Reanimation, bis der Junge wieder zu Bewusstsein kam.

Lebensretterinnen gesucht: Frauen ziehen Bub (4) aus Pool in Weißenburg

Der Bub, der laut der Polizei Weißenburg nicht schwimmen konnte und auch keine Schwimmflügel trug, war wohl seiner Mutter in einem unbeobachteten Moment ausgebüxt und in den Pool gefallen. Mit einem Rettungshubschrauber wurde der Vierjährige anschließend in das Krankenhaus Neuburg geflogen.

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