• Schweinfurt: Krankenhaus-Ampel der Stadt zeigt Stufe Rot
  • 7-Tage-Inzidenz bei 317, Intensivstation zu fast 90 Prozent belegt
  • Laut Bayerns Corona-Verordnung: Maßnahmen in Schweinfurt werden verschärft

In etlichen Regionen Bayerns sind die Covid-19-Infektionszahlen extrem gestiegen. Auch Schweinfurt gilt seit Samstag (6. November 2021) offiziell als regionaler Corona-Hotspot. Der 7-Tage-Inzidenzwert der Stadt liegt laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) gegenwärtig bei 317. Die Intensivstationen der Krankenhäuser sind zudem zu 89,84 Prozent belegt, wie die Stadt Schweinfurt am Samstagmittag mitteilt. Laut diesen Kriterien kommt es im Stadtgebiet nun zu verschärften Corona-Maßnahmen. 

Rote Krankenhaus-Ampel: Stadt Schweinfurt wird regionaler Corona-Hotspot 

Im Kampf gegen die vielerorts explodierenden Fallzahlen im Freistaat hat das bayerische Kabinett am Mittwoch (3. November 2021) härtere Covid-19-Regelungen auf den Weg gebracht: In Bayern springt die Krankenhaus-Ampel seit dem heutigen Samstag auf die Stufe Gelb, wenn landesweit 450 Intensivbetten belegt sind. Stufe Rot zeigt die Ampel, wenn es 600 Intensivpatienten gibt. Die Zahl lag am Samstagmorgen laut Intensivregister bei 552 (Stand: 06.11.2021, 09.05 Uhr; Quelle: DIVI). Die Verschärfungen treten am Samstag  in Kraft. Konkrete Auswirkungen haben sie indes erst ab Sonntag. 

Die Regelungen einer roten Krankenhaus-Ampel gelten indes auch für Hotspots, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von mehr als 300 und zugleich eine Intensivbetten-Auslastung von mehr als 80 Prozent vorliegen. Dies ist bei der gegenwärtigen Corona-Lage der Stadt Schweinfurt der Fall. Gemäß der geänderten bayerischen Corona-Verordnung kommt es nun zu strengeren Maßnahmen. Unter anderem gilt die 3G-Regel fortan auch am Arbeitsplatz. 2G wird zudem deutlich ausgeweitet. In der Gastronomie gilt dann flächendeckend die 3G-plus-Regelung - die strengeren Corona-Regeln im Überblick. 

Wie die Stadt Schweinfurt am Samstag berichtet, überschreitet Schweinfurts Inzidenzwert aktuell die 300er-Marke. Zeitgleich liegt die Belegung der verfügbaren Intensivbetten im für die Stadt Schweinfurt ausschlaggebenden Leitstellenbereich (dazu gehören Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie die Landkreise Haßberge, Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld) bei mindestens 80% (Stand heute, 06. November 2021, 06:15 Uhr bei 89,84% - Grundlage dieser Zahlen ist eine Auswertung des DIVI-Zentralregisters.

Diese verschärften Corona-Regeln gelten ab Sonntag

Damit ist die Stadt Schweinfurt sogenannte "Hotspot-Region“ nach dem heute neu eingeführten § 17a der 14. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung. Für diese Regionen gelten ab dem Tag nach der öffentlichen Bekanntmachung des Eintritts der Voraussetzungen Einschränkungen entsprechend der Stufe rot der landesweiten Krankenhaus-Ampel. 

Die Stadt Schweinfurt hat die erforderliche Bekanntmachung am heutigen Samstag erlassen. Damit gelten ab Sonntag (7. November 2021) folgende neue Regelungen:

  • Überall wo Maskenpflicht besteht, ist wieder eine FFP2-Maske zu tragen. Eine medizinische Gesichtsmaske ist nur noch für Kinder und Jugendliche zwischen dem sechsten und dem 16. Geburtstag ausreichend. In der Schule bleibt es bei den bisherigen Sonderregeln (Stoffmaske in der Grundschule, im Übrigen medizinische Maske). Auch die Befreiungstatbestände bleiben unverändert (u.a. für Kinder bis zum sechsten Geburtstag).
  • Einrichtungen, Veranstaltungen etc., die bisher nach der 3G-Regel oder der 3G plus-Regel zugänglich waren, sind nur noch nach 2G zugänglich, also nur für Geimpfte und Genesene, nicht für Getestete. (Dies gilt für alle Personen ab 12 Jahren)

Ausnahmen: 

  • In der Gastronomie, in Beherbergungsunternehmen und bei der Inanspruchnahme körpernaher Dienstleistungen genügt 3G plus (Zugang nur für Geimpfte, Genesene und mit PCR-Test negativ Getestete). Die bisher für 3G plus geltenden Erleichterungen fallen allerdings weg, d.h. es besteht Maskenpflicht außerhalb des festen Platzes und das Abstandsgebot ist einzuhalten.
  • In Hochschulen, außerschulischen Bildungsangeboten einschließlich der beruflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in Bibliotheken und Archiven genügt für den Zugang weiterhin (einfaches) 3G (d.h. Zugang für Geimpfte, Genesene und mit Antigen-Schnelltest negativ Getestete).
  • Anbieter, Veranstalter, Betreiber und Beschäftigte und ehrenamtlich Tätige der Betriebe, für die die 2G-Regel gilt und die weder geimpft noch genesen sind, besteht PCR-Testpflicht. Der negative Testnachweis ist an mindestens zwei Tagen in der Woche zu erbringen.
  • Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten (einschließlich des Inhabers) dürfen vom Inhaber und allen Beschäftigten, die während ihrer Arbeit Kontakt zu anderen Personen haben (egal ob Kunden, andere Beschäftigte oder sonstige Personen) nur noch im Rahmen der 3G-Regel betreten werden, d.h. ausschließlich von Geimpften, Genesenen oder negativ Getesteten (ein Antigen-Schnelltest ist ausreichend). Der Testnachweis muss zweimal in der Woche erbracht werden. Ausgenommen sind der Handel und der öffentliche Personennah- und -fernverkehr sowie die Schülerbeförderung.

Quarantäne-Regelungen: Stadt Schweinfurt erlässt Allgemeinverfügung

Zudem hat die Stadt Schweinfurt eine Allgemeinverfügung erlassen, welche die Quarantäne-Regelungen betrifft und ab Sonntag (7. November2021) in Kraft tritt. 

Die häusliche Quarantäne für enge Kontaktpersonen endet grundsätzlich nach zehn Tagen. Nach der "Allgemeinverfügung Isolation“ des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege ist eine vorzeitige Beendigung möglich, sofern der enge Kontakt zu dem bestätigten COVID-19-Fall mindestens sieben Tage zurückliegt, keine für COVID-19 typische Krankheitszeichen aufgetreten sind und ein frühestens nach sieben Tagen durchgeführter Test negativ ist. Im Fall eines regional hohen Ausbruchsgeschehens ist jedoch die Möglichkeit vorgesehen, eine abweichende Regelung zur Beendigung der Quarantäne für enge Kontaktpersonen und Hausstandsmitglieder zu treffen.

Von dieser Möglichkeit hat die Stadt Schweinfurt in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Schweinfurt durch die neue Allgemeinverfügung Gebrauch gemacht. Damit entfällt ab morgen, 07. November die Möglichkeit der vorzeitigen Freitestung. Die Ausnahmebestimmungen für geimpfte und genesene Personen bleiben unberührt.

Die Pandemie nimmt erneut Fahrt auf, das zeigen die täglich steigenden Neuinfektionen. Und die Konsequenz ist die nun wieder verschärften Regelungen. Ausgebremst werden kann diese Entwicklung nur mit einem stärkeren Impffortschritt. Während bei einigen die Immunität bereits wieder nachlässt, sind andere noch gar nicht geimpft. Die Stadt Schweinfurt appelliert daher eindringlich an alle Bürger, die Impfangebote anzunehmen.

Die Impfstelle in der Stadtgalerie sowie das Impfzentrum auf dem Volksfestplatz haben ihre Öffnungszeiten bereits erweitert: Beide Anlaufstellen sind Montag bis Freitag, jeweils von 11:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Darüber hinaus sind vor allem Haus- und Betriebsärzte erste Ansprechpartner für alle, die sich impfen lassen möchten und alle, die eine Auffrischimpfung benötigen. Eine Liste der am Impfprogramm teilnehmenden Ärzte aus der Region finden Sie auf der Internetseite der Stadt Schweinfurt www.schweinfurt.de/coronaimpfung.