Offenbar aus Sorge um einen inhaftierten Mitbewohner haben sich rund 40 Bewohner des Ankerzentrums in Geldersheim (Landkreis Schweinfurt) am späten Mittwochnachmittag (19. Juni 2019) auf den Fußweg in Richtung Justizvollzugsanstalt gemacht. Die Polizei war mit Einsatzkräften vor Ort und es gelang den Beamten, den Menschenzug wieder aufzulösen.

Bewohner des Ankerzentrums Geldersheim auf den Weg in Richtung JVA

Seit Mittwochnachmittag sitzt ein 29-Jähriger in Untersuchungshaft, der seinen schlafenden Mitbewohner mit einer abgebrochenen Glasflasche verletzt haben soll. Scheinbar wissen die übrigen Bewohner nicht über den Verbleib des Verdächtigen Bescheid und sorgen sich um ihn, so die Polizei in einer offiziellen Mitteilung.

Rund 40 Bewohner machten sich am späten Mittwochnachmittag auf den Weg in Richtung Justizvollzugsanstalt - vermutlich, um sich nach dem Wohlergehen des 29-Jährigen zu erkundigen.

Verständigung mit den Flüchtlingen ist schwierig

Die Schweinfurter Polizei versuchte, die Bedenken aus dem Weg zu räumen. Wegen der hohen Emotionalität der Beteiligten und weil Dolmetscher zur Verständigung notwendig sind, gestaltete sich das zunächst schwierig.

Den Einsatzkräften gelang es wenig später, die Situation mit starker Präsenz und Kommunikation zu beruhigen. Der Menschenzug löste sich wieder auf.

Polizist während Einsatz bedroht

Gegen einen Bewohner der Anker-Einrichtung wurde ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Er hatte einen Polizeibeamten während des Einsatzes bedroht. Zu weiteren Straftaten kam es nach derzeitigen Erkenntnissen nicht.