• Roth: Café öffnet nur den Außenbereich
  • Wirtin vertritt "klares Nein zur politischen gesellschaftlichen Spaltung"
  • Café ist auch auf schlechtes Wetter vorbereitet

"Alle gleich behandeln" ist der Grundsatz von Petra Nicklas, der Inhaberin des Boutique Cafe MoCa in Roth. Deshalb umgeht sie die 3G-Regel in ihrem Café, indem sie den Innenbereich geschlossen lässt. "Ich vertrete ein klares Nein zur politischen gesellschaftlichen Spaltung", begründet sie ihre Entscheidung gegenüber inFranken.de.

3G-Regel: Wirtin aus Roth will niemanden "aussperren"

Ab einer 7-Tage-Inzidenz über 35 an drei Tagen infolge dürfen Gastronom*innen nur noch geimpfte, genesene und getestete Personen in den Innenbereich ihres Lokals lassen. Die Inzidenz in Roth liegt derzeit bei 61,3, die 3G-Regel muss also angewendet werden.

"Mir ist egal, wer geimpft ist oder nicht. Darum geht es gar nicht. Es geht auch nicht um meine Meinung zur Impfung. Es geht einzig und allein darum, alle Leute gleichzubehandeln", betont Nicklas. "Entweder jeder darf hier rein oder keiner. Diese Spaltung der Gesellschaft ist einfach unerträglich. Diese Hetze und dieses Aufeinanderlosgehen, jeder will dem anderen seine Meinung aufzwängen, das ist für mich nicht akzeptabel", sagt sie. Auch ihre liebgewonnenen Stammgäste will sie nicht "aussperren" müssen. "Das sehe ich nicht ein."

Fans ihrer Facebook-Seite loben die Entscheidung. "Respekt und Hut ab. Wäre schön, wenn mehr so denken und handeln würden wie ihr", schreibt eine Nutzerin beispielsweise. Negative Reaktionen gibt es dort keine. Stattdessen erklären manche, bald dort vorbeizukommen, obwohl sie zuvor noch nie dort waren.

Café-Besitzerin: "Ich weiß, worauf ich mich eingelassen habe"

"Momentan haben wir gutes Wetter, da sitzt eh nie jemand innen." Nicklas habe aber bereits Kommentare von Menschen gelesen, die überzeugt sind, dass sie auch innen öffnen wird, sobald es kälter wird und Gäste "nach der zwanzigsten Decke rufen". "Ich werde dem standhalten. Und wer nicht draußen sitzen mag, der muss halt wieder gehen. Ende", zeigt sie sich überzeugt von ihrem Standpunkt.

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Aber für weniger schönes Wetter ist sie bereits gewappnet. "Unsere Terrasse ist zum größten Teil mit Sonnenschirmen und einer Markise überdacht. Ansonsten habe ich Lammfelle, Decken, Sitzkissen oder heiße Schokolade mit Rum, wenn jemand friert", erklärt die Wirtin.

In finanzieller Hinsicht lasse sich noch nicht abschätzen, was ihre Entscheidung bedeutet, so Nicklas. "Ich biete auch Kaffee to-go an und den größeren Umsatz hat eh die Boutique", sagt sie. In die darf sie Kund*innen weiterhin unabhängig von der 3G-Regel einlassen. "Ich werde mich überraschen lassen. Aber wie auch immer, ich weiß, worauf ich mich da eingelassen habe, ob ich es mir leisten kann oder nicht."

Seit dem 2. September gelten in Bayern neue Corona-Regeln. Für viele Menschen bedeutet dies eine Erleichterung - auf Ungeimpfte können jedoch Probleme zukommen. Wir haben die neuen Regeln zusammengefasst.

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