In der Stadt Roth läuft seit eineinhalb Jahren ein Pilotprojekt für die Umwelt und Solidarität. Mülleimer und Straßenlaternen sind hier mit roten Halterungen geziert, deren sechs Löcher an Becherhalter im Kino erinnern.  Bei den neuen Stadtergänzungen handelt es sich um sogenannte Pfandringe, die in der mittelfränkischen Stadt auf großen Erfolg stoßen. 

Die Idee hinter den Ringen ist einleuchtend: Sie sollen den Verbraucher dazu ermutigen, Pfandflaschen nicht mehr in den städtischen Mülltonnen zu entsorgen, sondern diese stattdessen in den Pfandringen abzustellen. Dabei steht nicht nur der Umweltaspekt im Vordergrund. Die Halterungen ermöglichen es auch Bedürftigen, die Pfandflaschen mitzunehmen, ohne sich der Schmach oder Gefahr hinzugeben, die oftmals kleinen Öffnungen der Mülleimer zu durchwühlen. Insbesondere Glassplitter stellen dabei eine Gefahr dar.  

Projekt angeregt durch Jugendhaus in Roth

Das Projekt wurde bereits im August 2019 gestartet. Angeregt wurde es ursprünglich durch das Jugendhaus in Roth im Rahmen der jährlichen Jungbürgerversammlung. Das Design basiert auf dem des ehemaligen Kölner Design-Studenten Paul Ketz, der damit sogar im Jahr 2012 den Bundespreis "ecodesign" gewann. Anfangs schmückte nur ein Ring den Marktplatz in Roth, denn es sollte erstmal geprüft werden, ob die Ringe denn tatsächlich ihren Nutzen erfüllen würden. 

Die Bedenken an den Ringen sind nicht unberechtigt. Die Stadt Bamberg hatte ein ähnliches Projekt bereits 2014 gestartet, allerdings wurde dieses nicht weiter verfolgt. Auch in Regensburg konnten die Ringe nicht Fuß fassen. In der Stadt Nürnberg wird so ein Projekt abgelehnt. Hier wird befürchtet, eine erleichterte Verfügbarkeit des Leerguts würde es auch Nicht-Bedürftigen einfach machen, den Pfand einzusammeln und die Lage der Bedürftigen somit erschweren. Außerdem könnten die Halterungen zweckentfremdet werden und das Stadtbild verunstalten.  Erst im Januar forderte der Nürnberger Bürgermeister aufgrund des Mülls in der Stadt eine Pfandpflicht für Pizzakartons.

Die positive Resonanz in Roth hat hingegen nun dazu geführt, dass 10 weitere Standorte in der Stadt mit den runden Abstellmöglichkeiten für je 179 Euro ausgestattet wurden.

Erfolg variiert von Stadt zu Stadt

Der Erfolg der Pfandringe scheint letztendlich viel von den jeweiligen Einwohnern abzuhängen.

Verschiedene Recycling-Produkte finden Sie hier

Während das Projekt in Roth, Düsseldorf und Bochum auf Erfolg stößt, beißt es in Bamberg, Regensburg und Nürnberg bislang noch auf Granit. Die Stadt Fürth plant nun auch, im Frühjahr einen Testlauf mit den Pfandhalterungen zu starten.

 

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