Marco Vuolo und Daniel Horndasch haben ein großes Abenteuer vor sich. In ihrem Mercedes-Oldtimer machen sich die beiden Freunde auf die "Suche nach den letzten Schlaglöchern Europas". Bereits das Reglement der Rallye hört sich ziemlich verrückt an.
- Rother und Oberpfälzer machen bei Balkan-Rallye von "Pothole Rodeo" mit
- Kfz-Mechatroniker kaufen Mercedes mit über 500.000 Kilometern
- 12 Tage, 13 Länder: Tour führt unter anderem durch den Kosovo
- "Dass man überhaupt ankommt" - so läuft die Vorbereitung
Marco Vuolo (25) aus Neumarkt und sein Kumpel Daniel Horndasch (22) aus Roth sind leidenschaftliche Autobastler und bereiten sich gerade auf den "Pothole Rodeo 2023" vor. Vom 16. bis zum 27. Juli geht es in einem alten Mercedes der Baureihe W124 von der Steiermark durch 13 Länder. Die Veranstalter versprechen "irre Bergpässe, spektakuläre Seen und abenteuerliche Ortsdurchfahrten". Das Auto selbst hat wohl ebenfalls einige Abenteuer hinter sich.
Rother und Oberpfälzer stellen sich "Pothole Rodeo" - mit Mercedes zu Lost Places und durchs Balkangebirge
Zwölf Tage, 13 Länder, 4500 Kilometer sowie sieben Checkpoints und Lost Places machen die Balkan-Rallye aus - die längste der vier diesjährigen Routen des "Pothole Rodeo" (dt. Schlagloch-Rodeo). "Wir sind das erste Mal dabei. Wir haben es auf Instagram gesehen und dachten uns, wir melden uns an", erklärt Marco Vuolo im Gespräch mit inFranken.de. Über 180 Menschen nähmen nach seinen Kenntnissen teil.
Die Beschreibung klingt imposant: "Nach einem kurzen Abstecher nach Slowenien starten wir in Ungarn mit ein paar Lost Places", ist auf der Webseite zu lesen. An der Donau entlang gehe es dann von Serbien nach Rumänien bis zum "herausfordernden Balkangebirge. Die wohl spektakulärste Hochalpenstraße der Welt steht uns nun bevor: Transfagarasan. Von dort aus reiten wir weiter über das bulgarische Hinterland ans Schwarze Meer, überqueren ein- oder zweimal die Karpaten und statten dem verlassenen Ufo 'Buzludzha' einen Besuch ab", kündigen die Veranstalter an.
Über Griechenland lernten die Teilnehmenden die Natur Nord-Mazedoniens kennen und fänden sich in Albanien am Ionischen Meer ein. "Weiter geht’s durch den wilden Kosovo, über die Berge Montenegros, durch das unbekannte Bosnien und das Hinterland von Kroatien", heißt es weiter. "Auf der Suche nach den letzten Schlaglöchern Europas" haben die Teilnehmenden aber keine freie Wahl bei ihren Autos, sondern können aus drei Klassen wählen: Kaufpreis höchstens 500 Euro, 50 PS oder 500.000 Kilometer.
"Wenn eine Panne dazwischen kommt": Rallye kann ungeplante Nachtlager mit sich bringen
"Weil wir bei Mercedes arbeiten und man unter 500 Euro keinen Mercedes bekommt, haben wir uns für die 500.000 Kilometer entschieden", erläutert der 25-Jährige. Auf Ebay hätten die beiden einen Mercedes-Oldtimer "ohne viel Technik" für 2550 Euro erworben. "Es ist ein Kombi, damit wir mehr mitnehmen können. Es wird eine weite Strecke und wir brauchen wahrscheinlich ein paar Ersatzteile." Die Rallye sehe keine vorgegebene Strecke vor, sondern Zielorte, die man erreichen müsse. "Wenn eine Panne dazwischen kommt, kann man dann dort übernachten. Mein Kollege schläft im Auto, ich draußen im Zelt", schildert Vuolo den Plan.
Während der Rallye gebe es verschiedene Aufgaben, wie ein Bild von sich an einer bestimmten Position schießen. Bis dahin müsse der Oldtimer aber noch etwas aufgepeppt werden: "Wir fangen jetzt an, ihn zu bekleben und bauen unten einen Stahlschutz an, damit der Motor nicht kaputtgeht, wenn man irgendwo aufsetzt." Die Technik müsse kontrolliert werden und das Auto bekomme einen Dachträger. Proviant und ein Benzinkanister müssten natürlich mit - und ein Abschleppseil, "damit man die Kollegen rausziehen kann, wenn sie feststecken".