3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren, 42 Kilometer Laufen. Nicht nur einmal, sondern 120 Mal. Jeden Tag einen. Ohne Ruhetag. Genau das will ein deutscher Extremsportler schaffen.
Selbst Jan Frodeno staunt über diesen Weltrekordversuch in Roth (Mittelfranken). Der dreimalige Weltmeister weiß, was es heißt, 3,8 Kilometer zu schwimmen, 180 Kilometer Rad zu fahren und 42 Kilometer zu laufen. Ein Ironman an einem Tag, mit der entsprechenden Vorbereitung und der notwendigen Regeneration.
Jonas Deichmann will diese Distanz 120 Mal, aber nacheinander an 120 Tagen absolvieren. "Neben der wahnsinnigen körperlichen Leistung wird es in meinen Augen eine Meisterleistung sein, sich 120 Mal in Folge auf dieselbe Extremleistung geistig einzulassen", sagte der einstige Triathlon-Star Frodeno der Deutschen Presse-Agentur.
Weltrekordversuch: 120-mal Ironman hintereinander in Roth
Deichmann ist diese Belastungen aber mittlerweile gewohnt. Der ehemalige IT-Spezialist ist Extremsportler, Deichmann ist Abenteurer und wie er über sich selbst sagt: "Ein bedingungsloser Optimist". Es dürfte eine der maßgeblichen Voraussetzungen sein, um Projekte wie sein neues ab dem 9. Mai im mittelfränkischen Roth anzugehen. Hinzu kommt viel Training, bei 38 Stunden in der Woche liegt der 36-Jährige, sowie ein Körper und ein Geist, die mit diesen Belastungen klarkommen.
"Also für mich muss ich sagen, dass ich körperliche Erschöpfung wunderschön finde", erklärte Deichmann in einem Gespräch der Deutschen Presse-Agentur. "Der Zustand, sich zu erholen, nachdem man wirklich Gas gegeben und viel geleistet hat, ist ein tolles Gefühl."
Und er hat dieses Gefühl schon oft gehabt: Deichmann absolvierte zusammengerechnet schon mal 120 Ironman - allerdings bei einem Trip um die Welt, mit Gepäck, das er auch beim Schwimmen, Radfahren und Laufen immer dabeihatte. Oder bei seinem Trip erst mit dem Rad von New York nach Los Angeles und dann gleich zurück zu Fuß von der West- an die Ostküste der USA. Jeweils über 5000 Kilometer waren es, den Spitznamen deutscher Forrest Gump hat er auch längst.
Triathlon extrem: Jonas Deichmann rennt "von Schokoriegel zu Schokoriegel"
Welche Rolle bei solchen Grenzerfahrungen ein Schokoriegel spielen kann, erklärte Deichmann auch: "Ich sage immer, ich renne von Schokoriegel zu Schokoriegel." Glücksgefühlssehnsucht als Antreiber. Er denke sich halt nicht: "Oh, es sind noch 5000 Kilometer und ich habe Gegenwind, sondern: Hey, in 20 Kilometern kommt eine Tankstelle und da gibt es einen Schokoriegel. Geil, darauf freue ich mich."
Bei seinem Weltrekordprojekt in Roth wird er nicht nur die Kraft der Schokoriegel setzen können. Bei einer solchen Langdistanz werden etwa 10.000 Kalorien verbraucht. Weil er aber immer nur ein paar Stunden hat und die vor allem mit Schlaf verbracht werden sollen, muss er während der einzelnen Langdistanzen essen.