Gerade der Misserfolg des HSC Bad Neustadt beim HSV Hannover war nicht einkalkuliert. "Da haben wir uns selbst geschlagen", wiederholte Coach Margots Valkovskis nach der Video-Analyse. "Die Abstimmung in der Abwehr, die dem gegnerischen Rückraum zu viel Luft ließ, hat nicht gepasst. Und im Angriff haben wir uns sowohl im Aufbau wie auch im Abschluss viel zu viele Fehler geleistet."

Ohne Wicklein und Hines

Das muss im ersten Heimspiel der Saison natürlich besser werden, gegen Aufsteiger Northeimer HC aus der Oberliga Niedersachsen haben die Saalestädter zwei Punkte fest eingeplant. Allerdings gehen sie personell gehandicapt in die Begegnung, denn mit Jan Wicklein (Muskelfaserriss) und Gary Hines (Knochenabsplitterung im Daumen) fallen zwei wichtige Spieler definitiv aus. "Das muss aber der Kader auffangen können", gibt sich Valkovskis zuversichtlich. Dessen Vorhaben, nur bei kritischen Spielständen aktiv ins Spiel einzugreifen, hatte sich bei der Saisonpremiere früh erledigt, denn seine Schützlinge hechelten immer einem Rückstand hinterher. Dass der Spielertrainer dann mit Abstand zum besten Torschützen (8 Treffer) seiner Mannschaft wurde, stellt ihm zwar ein sehr gutes Zeugnis aus, seinen Nebenleuten allerdings weniger. Diese wollen heute Abend alles besser machen, gerade die torlos gebliebenen Feuchtmann-Brüder und Maxi Schmitt erwarten von sich selbst den mehrfachen Torjubel.
Im Training zeigten sich alle Akteure zielstrebig, "aber das muss auch im Spiel umgesetzt werden", verlangt der Spielertrainer, der auf Felix Schmidl als Torhüter Nummer 1 setzt. Der war an der Leine noch einer der Aktivposten, sah sich aber unvermutet hinter einer lückenhaften Defensivreihe. "Die muss besser heraustreten, damit es nicht zu Gegentreffern aus großer Distanz kommt", fordert der Neuzugang.

Ein klassischer Torjäger

Dies dürfte auch gegen den heutigen Gast notwendig werden, der mit einem klassischen Torjäger aufläuft. Jan-Niklas Falkenhain erzielte bei der 24:34-Niederlage seiner HCler gegen den SV Anhalt Bernburg fast die Hälfte aller Treffer, nämlich elf. "Das Videostudium des Gegners hat gezeigt, dass er sehr wurfstark ist und von seinen Mitspielern immer wieder gesucht wird", fand der HSC-Coach heraus. Der andere torgefährliche HC-Akteur scheint Kai Effler zu sein, der es auf sechs Treffer brachte. Ansonsten war HC-Coach Carsten Barnkotte unzufrieden, "denn wir waren abschlussschwach und unsere Torhüter Sönke Pförtner und Marcel Armgart kein Rückhalt".

Vor Unterzahl wird gewarnt

Wie stark oder schwach der Gegner ist, ließ sich laut Valkovskis allerdings nur schwer eruieren, "denn es gab im Spiel der Nort heimer gegen Bernburg derart viele Zeitstrafen (19), dass ein Team permanent in Unterzahl agierte. Und das in einer eigentlich nicht überharten Auseinandersetzung, die auch heute nicht zu erwarten ist. Da sich die Spieler nicht kennen, ist in dieser Hinsicht mit keiner Vergangenheitsbewältigung zu rechnen, außerdem haben beide Trainer vor Unterzahlsituationen hinreichend gewarnt.
"Das ist gegen Bad Neustadt sicher eine tödliche Nummer", warnt Barnkotte, "denn der HSC ist auf allen Positionen gefährlich". Aber auch Valkovskis fürchtet Unterzahlsituationen, "weil unsere Abwehr noch nicht so kompakt steht und dann die Würfe von Falkenhain sicher schwer abzublocken wären".