TSV Bad Königshofen - SV Werder Bremen 1:3.

Am Anfang schien die Welt noch rosig. Mit 3:0 im ersten Match schickte Bastian Steger Bremens Marcelo Aguirre vom Tisch. Ein sieg, der sich glatter liest, als er war. Zwar zog Steger im 1. Satz schnell auf 8:3 davon. Doch der Bremer Auftaktspieler saugte sich mit etwas mehr Aggressivität auf 8:7 heran. Routinier Steger rettete mit Ach und Krach, aber einem entschlossenen Schmetterball zum 11:9 den Satzgewinn.

Ähnlich lief es im 2. Abschnitt. Steger erspielte sich schnell ein 6:1, holte den Gegner durch einige Unkonzentriertheiten aber selbst auf 7:6 zurück. Mit etwas mehr Risiko zog der TSVler das Ding noch: wieder 11:9.

Im dritten Abschnitt bereitete Aguirre dem 39-Jährigen mehr Mühe, als dem lieb war. Nach 3:0-Rückstand und einer Auszeit glich der Bremer aus und legte bis zum 7:9 vor. Steger egalisierte zwar; den Satzball erarbeitete sich aber Aguirre (9:10). Dass er ihn nicht nutzen konnte, lag an der Wut im Bauch des Bad Königshöfers. Im letzten Moment drehte er den Satz mit 12:10 - und sein erstes Spiel. Trotzdem: Ganz so glänzend schien Steger nicht drauf zu sein - ein Fingerzeig auf sein Match gegen Mattias Falck?

Zeljko nur einmal obenauf

Der - immerhin Vizeweltmeister - bekam es zunächst mit Filip Zeljko zu tun. Und schlüpfte klar in die Favoritenrolle. Zeljko schaffte es nur im 1. Satz, Falck in Bedrängnis zu bringen. Der musste sich offensichtlich erst warmspielen. Doch als er das war, holte er den zwischenzeitlichen 6:3-Vorsprung des TSVlers gnadenlos auf. Ein leichter Fehler Zeljkos beim Stand von 8:6 brachte die Wende. Vor allem gegen Falcks hart geschlagene Angriffsbälle fand er kein Mittel mehr -auch wenn er nur 9:11 verlor.

Die beiden nächsten Sätze holte sich Mattias Falck relativ souverän, nachdem er ins Rollen kam. Im 2. lag er 8:4 zurück und holte sich mit sieben Punkten am Stück den Sieg (8:11). 1:1-Ausgleich nach Spielen.

An guten Tagen kann Kilian Ort dem Topspielern der Liga trotzen, sie sogar besiegen. Dieser Sonntag war keiner davon. Gegen Bremens Kirill Gerassimenko glichen die Ballwechsel aufbrandenden Wellen: Nach den knapp übers Netz geschnippelten Angaben und ein, zwei kurzen, flachen Bällen brausten sie plötzlich auf. Beide Spieler lieferten sich dauer-dynamische Duelle aus der Halbdistanz hinter der Platte. Dumm nur, dass Gerassimenko die meisten von Orts Angriffen ebenso konsequent parierte und oft die Kante traf, während dem die Bälle zu oft übers Ziel hinausschossen. Auch bezeichnend zwei misslungene Angaben des Königshöfers und andere leichte Fehler.

Kurzum: Gerassimenko gewann die ersten beiden Sätze mit 9:11 und 8:11 - und brachte Lilian Ort in Zugzwang.

Im 3. Satz wirkte dieser ruhiger, überlegter, stabiler. Er schien sein Spiel gefunden zu haben, überraschte den Gegner auf dessen weniger starker Rückhand. Der Lohn: sechs Satzbälle, von denen Ort gleich den ersten zum 11:4 verwandelte.

Es blieb ein Strohfeuer. Im entscheidenden 4. Satz zog Gerassimenko wieder an - und auf 2:6 davon. Immer wieder guckte er Ort aus, legte ihn sich zurecht und gewann die meisten langen Ballwechsel. auch wenn Kilian Ort kämpfte und nach 7:10 auf 9:10 herankam: Gerassimenko verwandelte mit etwas Glück auf die Kante zu 9:11. Gesamtstand Werder Bremen - Bad Königshofen: 2:1.

Entscheidende Begegnung

Die Begegnung Steger - Falck musste nun entscheiden über Ausgleich TSV. Oder endgültiger Sieg SV. Man hätte glauben können, dass sich zwei gleiche Kaliber gegenüberstehen. Dafür wurde der Sieg von Mattias Falck im 1. Satz recht klar. Auch Steger kam mit den zackigen, über die Noppen angeschnittenen Schussbällen des Vizeweltmeisters schlecht zurecht - und beging zu viele einfache Fehler. Falck brachte den 1. Satz souverän per Netzroller zum 6:11 heim.

Im 2. Abschnitt zog Bastian Steger an und siehe da: Falck wurde nervös. 6:2 stand es zwischenzeitlich. Und obwohl der Werderaner sich stetig heranarbeitete, glich Steger zum 1:1 nach Sätzen aus. Ein Spiel auf Messers Schneide schien möglich - und die Wende für Bad Königshofen (Die hätte zur Entscheidung im Doppel geführt).

Doch Mattias Falck ließ sich fortan nicht mehr düpieren. Im 3. Satz zog er nach wieder mal schläfrigem Beginn (3:1) konsequent an Steger vorbei - 8:11.

Der 4. Satz war nun wirklich dessen letzte Chance. Es sah gut aus. Der 39-Jährige konnte Falcks Urgewalt ein wenig zähmen und auf 7:3 davonziehen. Doch as heißt das schon gegen einen Spieler, dessen Spezialität es zu sein scheint, nach Rückständen zurückzukommen. Lange schien es ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mit dem besseren Ende für den Königshöfer, zu werden. Doch dann setzte er zwei Bälle zu weit, hinter die Platte: Führung futsch 9:9.

Ein Timeout beim Stand von 9:10 nutzte Steger nichts mehr. Er und sein TSV unterlagen Bremen. Wobei man das Gefühl haben konnten, dass die Gäste ihre Kräfte nicht voll strapaziert hatten.