Die Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt beteiligt sich gemeinsam mit dem Bayerischen Roten Kreuz Kreisverband Rhön-Grabfeld auch in diesem Jahr an der bundesweiten Aktion "Ein Leben retten: 100 pro Reanimation", um für die Bedeutung der Ersthilfe zu sensibilisieren und mögliche Hemmschwellen abzubauen. Denn die Helferquote beim Herzstillstand ist alarmierend gering: Gerade einmal in 17 Prozent der Fälle werden einfache, aber wirksame Maßnahmen zur Wiederbelebung eines Menschen ergriffen.Der plötzliche Herztod ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. 70 000 Menschen sterben jährlich daran.

Neu in diesem Jahr ist die Ausweitung auf den Schulbereich. Denn Untersuchungen haben gezeigt, dass ab dem zehnten Lebensjahr Schüler wirksam lebensrettende Maßnahmen erlernen und die Helferrate nachhaltig erhöhen können.
Deshalb beabsichtigt die Kultusministerkonferenz künftig Reanimation als jährliche Pflichtschulung ab der 7. Klasse einzuführen. Aus diesem Grund wurde im Rahmen der Woche der Wiederbelebung das Pilotprojekt "Retten macht Schule" in Zusammenarbeit mit dem Rhön-Gymnasium Bad Neustadt gestartet.

Im hauseigenen Simulations- und Schulungszentrum der Anästhesie an der Herz- und Gefäß-Klinik Bad Neustadt a. d. Saale konnten bereits 13 Schulsanitäter der Klassenstufen 10 bis 12 ihr Wissen zum Herzstillstand und zu lebensrettenden Maßnahmen vertiefen. Im praktischen Training wurden die Schülerinnen und Schüler nicht nur animiert und geschult, selbst lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen, sondern die richtige Technik auch an die eigenen Mitschüler weiterzugeben.

Wiederbelebung im Sportunterricht trainieren

Das Projekt wurde von der Schulleiterin des Rhön Gymnasiums , Frau Edith Degenhardt so positiv angenommen und aktiv unterstützt, dass alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 bis 10 nun unter Leitung der Koordinatorin des Schulsanitätsdienstes Frau Inga Hoffmann sukzessive in Wiederbelebung im Rahmen des Sportunterrichtes trainiert werden sollen.

Zum Start des Ausbildungsprogrammes demonstrierten das BRK unter Leitung des Rettungsdienstleiters, Heiko Stäblein sowie der Notarzt und Oberarzt der Klinik für Anästhesie Bad Neustadt, Dr. med. Enrico Wolf eine professionelle Reanimation. Dr. med. Michael Dinkel, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin Bad Neustadt, gab Hintergrundinformationen zum Herz-Kreislaufstillstand und zu den wichtigen Maßnahmen: "Prüfen, Rufen, Drücken".

Damit die Schüler anschließend unter Anleitung ihrer qualifizierten Schulsanitäter ausreichend üben konnten und auch in Zukunft die Möglichkeit für Trainingsmaßnahmen haben, stellte der Geschäftsführer des Rhön-Klinikum Campus Bad Neustadt, Jochen Bocklet, dem Rhön Gymnasium 20 Übungspuppen zur Verfügung. Die Übungen fanden am Vormittag unter Supervision der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin Bad Neustadt statt und werden in einem regelmäßigen Turnus fortgesetzt.