Schreckliche Szenen boten sich am Montag (2. Oktober 2023) Schäfer Julian Schulz im Naturschutzgebiet Lange Rhön. Nach einem Wolfsriss, wie er vermutet, starben mehrere seiner Tiere. Das könnte vermieden werden, sagt er mit Nachdruck.
Julian Schulz aus Oberelsbach im Landkreis Rhön-Grabfeld ist hauptberuflicher Schäfer und nannte bis vor Kurzem noch 140 Schafe, davon fünf bis sieben Ziegen, sein Eigen. Die Herde grast auf Flächen im Naturschutzgebiet Lange Rhön. Am Montag (2. Oktober 2023) habe er jedoch von Nachbarschäfer Hartwig Möller einen schockierenden Anruf erhalten. "Ich hatte eigentlich einen Termin beim Bauernverband. Er meinte, dass ein Wolf da war bei seinen Schafen und vermutete, dass bei mir auch was sein könnte", berichtet Schulz inFranken.de.
Sofort sei er daraufhin zu seiner Herde gefahren und habe auf der gesamten umzäunten Fläche nur noch ein verletztes Lamm gefunden. "Alle anderen waren verstreut", sagt er mit Bedauern. Und das, obwohl der Zaun mit 1,10 Metern höher als die vorgeschriebenen 90 Zentimeter gewesen sei. Laut Schulz läuft bei dem Umgang mit dem Wolfsbestand etwas gehörig schief.
"Den schönen großen Ziegenbock": Rhön-Schäfer trauert nach mutmaßlichem Wolfsriss
"Dann fanden wir den schönen großen Ziegenbock tot auf", führt er fort. Weiterhin hätten sich in Hecken und unter Bäumen manche seiner Tiere versteckt. "Die größte Gruppe war vier Kilometer weit entfernt." Insgesamt zwei tote Tiere habe er gefunden, vier vermisse er noch. "Die werden ihm auch zum Opfer gefallen sein", so seine Vermutung. Die verletzten fünf Tiere habe er so gut es geht behandelt. "Das eine Schaf habe ich noch in der Nacht auf Dienstag auf einer Straße gefunden. Es hatte einen Kehlbiss und röchelt richtig." Für dieses Schaf hege er keine allzu großen Hoffnungen.
Anhand des Zahnabstands bei den Bissen schließt Schulz auf einen Wolf. Die offizielle Bestätigung des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) nach einer DNA-Probe stehe noch aus, informiert ein Pressesprecher im Gespräch mit inFranken.de. Wie Schulz schildert, habe seine Herde bereits im Winter 2020 einen bestätigten Wolfsriss erlitten. In den sozialen Netzwerken teilte er damals Bilder seiner toten oder umher irrenden Schafe. "Es war eine Wölfin, die in Bayern, Hessen und Thüringen umhergezogen ist und verschiedene Nutztiere gerissen hat", habe er damals erfahren. Die Wölfin habe sich zudem mit einem Hund gepaart, wodurch Hybriden entstanden seien. Verschiedene Medien behandelten den Vorfall im Jahr 2022.
Was kann der Rhön-Schäfer gegen solche Attacken tun? "Ich könnte jetzt einen zwei Meter hohen Zaun hinbauen, aber wir sind im Naturschutzgebiet und ich darf gar keinen festen Zaun dort installieren." Ohnehin greife diese Maßnahme das Problem nicht an der Wurzel. "Wir haben zu viele Wölfe in Deutschland. Die Erhaltungsphase ist längst überschritten", betont der Franke. Er als Schäfer müsse "damit klarkommen, dass die Wölfe da sind. Wir müssen uns aber auch nicht gefallen lassen, dass wir permanent überall Schafe einsammeln müssen. Da sind irgendwo Grenzen".
Für "Verbesserung der Koexistenz": Bayern zahlt freiwilligen Schadensausgleich
Solche Wölfe, die sich dicht an Ortschaften aufhalten oder an Nutztiere gehen, müssten seiner Meinung nach konsequenter entnommen werden. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfU) haben Nutztierhalterinnen und -halter in Deutschland keinen Rechtsanspruch auf finanziellen Ausgleich nach einem Nutztierriss.
Das Land zahle aber einen freiwilligen Schadensausgleich, um zur "Verbesserung der Koexistenz von Mensch und großen Beutegreifern beizutragen und negative Auswirkungen der großen Beutegreifer auf die Weidewirtschaft zu verringern". Voraussetzung seien die Meldung des möglichen Risses beim LfU, die darauffolgenden Untersuchungen sowie ein eindeutiger Nachweis oder eine Mehrzahl an überzeugenden Indizien. Wolf, Luchs oder Bär können bei Sichtung online gemeldet werden.
Der Wolf muss gezielt bejagd werden dürfen.
Im Gegensatz zu früher hat er keine Feinde mehr und auch die Bevölkerung hat sich massiv vermehrt.
Sicherlich hat er seine Berechtigung, aber in einer überwachten Population.
Das Gleiche gilt meiner Meinung auch für Biber.