"Bei Storaths" in Mittelstreu (Landkreis Rhön-Grabfeld) ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des Ortslebens - und das in fünfter Generation. Zum Betrieb gehören die Metzgerei, die Gaststätte "Zum wilden Mann" mit Biergarten und Partyservice sowie ein Gästehaus mit Übernachtungsmöglichkeiten. Seit 2020 führen Patrick Storath und seine Ehefrau Anne den Betrieb, unterstützt von Schwester Tina Storath. Die Elterngeneration, Manfred und Ulrike Storath, tritt jedoch aus gesundheitlichen Gründen kürzer. "Durch den Wegfall der Eltern im Betrieb müssen wir umstrukturieren", erklärt Anne Storath gegenüber inFranken.de.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Familie zu einem einschneidenden Schritt entschieden: Ab dem 1. Juli wird der Metzgereiverkauf eingestellt. "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen", betont sie - auch mit Blick auf die treue Stammkundschaft.
"Unsere Eltern kann man nicht ersetzen": Gasthofbetreiber beziehen Stellung
Neben der familiären Situation spiele auch die angespannte Personalsituation eine Rolle. "Neue Mitarbeiter, insbesondere Fachkräfte, sind schwer zu finden", meint Storath. Zudem wiegt der Verlust an Erfahrung schwer: "Unsere Eltern, mit ihrem Wissen und der jahrelangen Erfahrung, kann man nicht ersetzen", sagen die Geschwister. Mit künftig nur noch drei aktiven Familienmitgliedern müsse man die Kräfte gezielt einsetzen.
Auch wenn der klassische Verkauf im Laden endet, bleibt die Metzgertradition erhalten. Fleisch- und Wurstwaren würden weiterhin selbst produziert - allerdings ausschließlich für den Eigenbedarf der Gaststätte, für den Partyservice und besondere Angebote. Einige Produkte bleiben zudem erhältlich: "Die Wurst in Dosen gibt es weiterhin", erklärt Anne Storath. Auch eingeschweißte Waren sollen angeboten werden. Der Verkauf werde dabei organisatorisch angepasst, etwa über Vorbestellung oder eine Klingel.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem beliebten Kesselfleisch-Angebot. Dieses soll langfristig erhalten bleiben. "Kesselfleisch soll es auch in Zukunft wieder geben", meint Anne Storath. Allerdings wird es im Sommer pausieren. Für die Zeit danach klingt Anne Storath im Gespräch optimistisch. "Bis zum Herbst suchen wir noch eine Lösung, wie wir den Kesselfleischverkauf dann regeln", sagt sie.
Storath's in Mittelstreu: So geht es mit Restaurant und Gästezimmern weiter
Die Resonanz der Kundschaft sei eindeutig gewesen - viele hätten sofort gefragt, ob das Angebot bestehen bleibt. Gerade die Möglichkeit, sich einzelne Fleischteile individuell auszusuchen, sei inzwischen selten geworden. Während die Metzgerei in den Hintergrund tritt, rücken andere Bereiche stärker in den Fokus. Tina Storath verantwortet dabei die Küche der Storaths, die für gutbürgerliche Gerichte steht. Ergänzt werde das Angebot durch regelmäßige Veranstaltungen - etwa den Grillabend im Biergarten, der von Mai bis September jeden Mittwoch stattfindet und oft von Blasmusik begleitet wird.
Auch das Gästehaus bleibt ein wichtiger Bestandteil. Die 13 Zimmer wurden den Betreibern zufolge erst im vergangenen Jahr umfassend renoviert. Der Familienbetrieb blickt auf eine lange Geschichte zurück: Seine Ursprünge liegen laut Eigenbeschreibung im Jahr 1880 mit einem einfachen Bierausschank auf einem Bauernhof. Ab etwa 1920 entwickelte sich daraus ein Wirtshaus mit Holzkegelbahn. 1955 kam die Metzgerei hinzu, ab 1960 wurden erste Gästezimmer angeboten. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Betrieb stetig erweitert - unter anderem durch das Gästehaus und den Partyservice.