Wie kommunale und kirchliche Jugendarbeit sich gegenseitig ergänzen und gemeinsame Aktionen auf die Beine gestellt werden, wird derzeit in der Pfarreiengemeinschaft "Am Kreuzberg, Bischofsheim" und der Stadt Bischofsheim vorbildlich praktiziert. Auf der neu erstellten Internetseite "www.böscheme.de" haben Jugendliche die Möglichkeit ihre Wünsche, Bedürfnisse und Anregungen den Verantwortlichen in Stadt und Pfarrei über einen Online-Fragebogen mitzuteilen.

Die Initiative der Jugendarbeit in der Pfarreiengemeinschaft neuen Schwung zu verleihen kam aus dem Bischofsheimer Pfarrgemeinderat. Der Vorsitzende Michael Handwerker nahm Kontakt mit Regionaljugendseelsorger Dr. Thorsten Kapperer von der Regionalstelle für kirchliche Jugendarbeit in Bad Neustadt auf. Schnell sei klar gewesen, dass für eine erfolgreiche Jugendarbeit die Vernetzung mit den vor Ort tätigen Gruppen und Vereinen notwendig sei.
Patrick Bauer, zuständig für die Jugendarbeit im Bischofsheimer Stadtrat war für eine Zusammenarbeit offen ebenso der damalige Bürgermeister Udo Baumann.
So fand am 25. Februar vorigen Jahres ein erstes Treffen mit zirka 40 Verantwortlichen für die Jugendarbeit aus Bischofsheim und seinen Ortsteilen im Elisäus auf dem Kreuzberg statt. Es bestand die Möglichkeit für die Vereine und Gruppierungen sich vorzustellen, Probleme und Herausforderungen in der Jugendarbeit aufzuzeigen, aber auch Anregungen für die konkrete Arbeit mit den Jugendlichen vor Ort zu entwickeln.
Der Arbeitskreis mit Verantwortlichen aus der Pfarreiengemeinschaft, Dr. Thorsten Kapperer und Manfred Markert als Vertreter des Stadtrates sowie Jugendliche der "Böschemer Jugend" haben die Anregungen des Abends aufgegriffen und sind auf die Idee des Online-Fragebogens gekommen.
"Wir wollten keine zusätzliche Arbeit produzieren, sondern möchten die Jugendarbeit bestmöglichst unterstützen, indem wir auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Vereine und Jugendlichen eingehen", erklärte Dr. Thorsten Kapperer. "Wir halten es für wichtig, die Bedürfnisse der Jugendlichen genauer zu erfahren. Wir müssen mit den Jugendlichen und nicht über die Jugendlichen reden."
Dank dem Engagement von Manfred Markert wurde der Online-Fragebogen und die Internetseite www.böscheme.de entwickelt. "Der Stadt Bischofsheim liegt die Jugendarbeit am Herzen, deshalb will sie diese verbessern und braucht dazu Deine Unterstützung! Je mehr mitmachen, desto besser kann die Stadt auf Eure Wünsche und Anliegen eingehen", so lädt Bürgermeister Georg Seiffert die Jugendlichen ein, sich zu beteiligen und die Möglichkeit aufzugreifen, ihre Themen ihm und den weiteren Verantwortlichen mitzuteilen.
Die Umfrage sei anonym und die Fragen seien so konzipiert, dass sie entweder per Ankreuzen oder mit kurzen Sätzen beantwortet werden können. Wer möchte habe aber auch die Möglichkeit längere Antworten zu schreiben, beispielsweise bei den Fragen was für Jugendliche anders gemacht werden sollte, was gefalle und was weniger gefalle. Auch geht es in den Fragen um einen möglichen Jugendtreff und allgemeine Wünsche, die die Jugendlichen für ihre Orte haben.
"Durch meine Tätigkeiten im Fußball und als Bademeister bekomme ich oft zu hören, was die Jugendlichen wollen. Doch oft fehlt ein konkreter Ansprechpartner. Ihre Wünsche und Bedürfnisse dringen gar nicht bis zum Stadtrat und Bürgermeister durch", erklärte Markert seine Beweggründe für sein Engagement. "Ich möchte, dass die Jugendlichen eine Möglichkeit haben, sich zu Wort zu melden." So sei es umso wichtiger, dass möglichst viele Jugendliche bei der Aktion mitmachen.
In den ersten Tagen, seit Freigabe der Seite, seien schon über 100 Teilnehmer zu verzeichnen. "Das ist schon mal ein toller Erfolg", freuten sich die Verantwortlichen. Entsprechende Werbeplakate wurden erstellt und an die Kirchen und Vereine versandt. "Wichtig ist, dass auch die Eltern die Jugendlichen auf die Aktion aufmerksam machen und zur Teilnahme motivieren", sagte Markert. "Auch Trainer, Betreuer und Vereinsvorsitzende können in ihren Vereinen auf www.böscheme.de aufmerksam machen."
"Wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Jugendliche daran teilnehmen, um ein aussagekräftiges Bild zu bekommen", ergänzte Dr. Thorsten Kapperer. Sobald erste Ergebnisse vorliegen werden diese der Öffentlichkeit vorgestellt.
Neben dem Online-Fragebogen wurden die Vereine nach ihrem Interesse an einem Kooperationsprojekt beziehungsweise an einer Kooperations-Veranstaltung mit anderen Bischofsheimer Vereinen befragt. "Es geht darum zunächst abzuspüren, ob Möglichkeiten und Bedürfnisse für eine Zusammenarbeit bestehen", erklärte Dr. Kapperer. me