"Wichtige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und diese Ausstellung ist ein solcher Schatten," sagte stellvertretender Landrat Josef Demar (Rhön-Grabfeld) bei der Eröffnung der Ausstellung "Kostbarkeiten aus dem Stadtarchiv". In den Museen "Schranne" in Bad Königshofen werden bis Mitte März fast 90 historische Bilder gezeigt, außerdem bislang nie in der Öffentlichkeit gezeigte Urkunden, darunter auch Dokumente mit den ältesten Siegeln der Stadt.
Die Präsentation wurde vom Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld zusammengestellt, mit Unterstützung von Stadtarchivar Gustav Tschochner und Michael Katzenberger von der Stadt Bad Königshofen. Erneut hat sich damit gezeigt, wie wichtig die "Museen Schranne" für derartige Ausstellungen sind.
Ein weiterer Grund für die Stadt, das Museum zu erhalten, wie Bürgermeister Thomas Helbling sagte.


Gelungene Präsentation

Das Stadtoberhaupt würdigte dabei die Arbeit des Vereinsvorsitzenden und Kreiskulturreferenten Hanns Friedrich sowie des stellvertretenden Vorsitzenden und Kreisheimat- und Archivpflegers Reinhold Albert, die beide federführend die Ausstellung zusammengestellt haben. Stellvertretender Landrat Josef Demar gefiel die gelungene Präsentation, die einen Querschnitt durch die Stadtgeschichte zeige. Schließlich berief sich der stellvertretende Landrat auf ein bekanntes Zitat: Wichtige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. "Solch ein großer Schatten ist diese Ausstellung, des Vereins für Heimatgeschichte zur 1275-Jahr-Feier der Stadt Königshofen im Grabfeld."
Hanns Friedrich erinnerte sich an Besprechungen, was man denn zum Stadtjubiläum machen könne. Schnell sei man sich einig gewesen, durch Ausstellungen, Vorträge oder mit Stadtführungen zur Historie der Stadt das Jubiläum mitzugestalteten. Auftakt sei die jetzt eröffnete Präsentation von knapp 90 Bilddokumenten aus dem Stadtarchiv. Bewusst habe man die Ausstellung "Kostbarkeiten aus dem Stadtarchiv" genannt, "denn wir zeigen wirklich Kostbarkeiten sowohl mit historischen Fotos aber auch mit Dokumenten."


Bildarchiv wird digitalisiert

Friedrich ist seit einigen Jahren damit beschäftigt, das Bildarchiv der Stadt zu digitalisieren. So sei es für ihn und Reinhold Albert etwas einfacher gewesen, die Bilddokumente zu sortieren. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Geschichte der Stadt und zeigt die Kopie einer Urkunde, dessen Original im Staatsarchiv in München liegt. Hier wird Königshofen als "Cunigishaoba in pago Graffelti", also eine "Königs-hube- oder Siedlung im Grabfeld" genannt.
Zu sehen sind Zeichnungen der einstigen Festungsstadt und Bilddokumente aus vergangenen Jahrhunderten. Friedrichs Einschätzung zur Ausstellung: "Es lohnt sich diese Ausstellung in Ruhe zu betrachten und in die Geschichte der Stadt Königshofen einzutauchen."


Die Urkunde von 741

Die gezeigten Urkunden und Bücher sind wertvolle und seltene Dokumente, betonte Reinhold Albert. Er ging kurz auf die Geschichte der Stadt und das Jahr 741 ein, als Königshofen in einer Urkunde erstmals genannt wird. Seit dem 13. Jahrhundert waren die Grafen von Henneberg im Besitz Königshofens, aus dieser Zeit stammt die älteste Urkunde im Stadtarchiv. Diese Urkunde von 1344 ist beglaubigt mit dem ältesten, nur noch in diesem einen Exemplar vorhandenen Stadtsiegel. Es zeigt auf dreieckigem Schild die auf dem Berg stehende Henne, das Wappen der Grafen von Henneberg. Die zweitälteste Urkunde ist ebenfalls ausgestellt, auf ihr ist das Stadtsiegel mit drei auf Giebeln stehende Türmen zu sehen.